Bâloise-Gruppe: Gewinnsprung von 81% auf 404 Mio. CHF

Basel, 21. März 2006. Die Bâloise-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2005 einen Gewinn von 404 Mio. CHF, markante 81% über dem Vorjahresergebnis von 223 Mio. CHF.

Zu diesem ausgezeichneten Resultat trugen mit ihrer soli­den operativen Leistung alle Versicherungssparten, die Bank-Sparte und alle Geschäftseinheiten bei. Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung vom 28. April 2006 beantragen, die Bardividende gegenüber dem Vorjahr auf 2.20 CHF zu verdoppeln. Der Verwaltungsrat hat beschlossen, in den nächsten drei Jahren bis zu 10% der ausstehenden Aktien zurück zu kaufen.

Die wichtigsten Leistungswerte des Geschäftsjahres 2005 sind:

  • Gewinn von 404 Mio. CHF (Vorjahr: 223 Mio. CHF) oder 7.3 CHF pro Aktie (Vorjahr: 3.9 CHF pro Aktie)
  • Eigenkapitalrendite (RoE) von 10.3% (Vorjahr: 6.5%), trotz Anstieg des Eigen­kapitals um 26%
  • Weiter gesteigerte Qualität der Bilanz: Steigerung der Solvabilitätsmarge auf 309% (inklusive die Banken-Assets), das Dreifache des gesetzlichen Minimums
  • Sparte Nichtleben (Schadenversicherungen): Schaden-Kosten-Satz von 100.0% (Vorjahr: 97.5%), stark belastet durch die Unwetter in der Schweiz, Deutschland und Österreich
  • Sparte Lebensversicherungen: Erhöhung des Embedded Values um 10.4% auf 2'360 Mio. CHF
  • Gesamt-Performance der Kapitalanlagen von 5.0%, gegenüber 4.3% im Jahr 2004

Frank Schnewlin, Vorsitzender der Konzernleitung, kommentierte das Ergebnis wie folgt:

"Wir blicken auf ein ausgezeichnetes Jahr und haben die wichtigen Ziele übertroffen. Die Absicht, eine Rendite von mindestens 10% auf dem Eigenkapital zu erzielen, erreichten wir ein Jahr früher als geplant. Die Qualität unseres Gewinns von 404 Mio. CHF beurteile ich als sehr solide; wir erreichten diese massive Steigerung trotz der verheerenden Unwetter, die das Ergebnis belasteten. Unsere Leistungskraft haben wir auch gegenüber unseren Kunden bewiesen: allein in der Schweiz regelten wir in kurzer Zeit gegen 5'000 Schäden. Auf unserem starken Fundament bauen wir nun auf, um künftig weiter an Ertragskraft zu gewinnen."

Geschäftsgang und Resultate
Grundlage für die markante Steigerung des Gewinns um 81% auf 404 Mio. CHF (Vorjahr: 223 Mio. CHF) bildet die solide operative Leistung aller Geschäftseinheiten. Sie sind das Ergebnis der konzernweiten strategischen Ausrichtung auf operative Exzellenz. Ihr Ziel ist es, das Kerngeschäft Versicherung und Vorsorge besser zu beherrschen als der Wettbewerb und daraus herausragende nachhaltige Ertragsstärke zu erlangen. Die Pfeiler sind: die auf Wertschöpfung fokussierte Steuerung der eigenen Verkaufsorganisation und der Vertriebspartner, risikogerechte Produkte und Preise, das effiziente Schadenmanagement sowie die laufende Verbesserung der Geschäftsprozesse.

Verschiedene weitere Einflüsse prägten das Resultat: Die Unwetterschäden in der Schweiz, Deutschland und Österreich belasteten das Ergebnis netto vor Steuern mit 68 Mio. CHF, vor allem des Schweizer Geschäfts. Im Zuge der Verfeinerung der statistischen Methoden wurden die versicherungstechnischen Reserven verstärkt, insbesondere für Personenschäden. Einen positiven Beitrag leisteten der Verkauf von Beteiligungen sowie auslaufende Aktionärsbindungsverträge in Belgien und – als Einmaleffekt – die Auflösung von Wertberichtigungen.

Das gesamte Geschäftsvolumen – einschliesslich der stark wachsenden fondsgebundenen Lebensversicherungen – stieg auf 7'394 Mio. CHF (Vorjahr: 7'384 Mio. CHF). Die Prämieneinnahmen gemäss IFRS-Rechnungslegung beliefen sich auf 6'839 Mio. CHF gegenüber 6'941 Mio. CHF im Jahr 2004, ein Rückgang von 1.5%. Diese Entwicklung widerspiegelt die Politik der Bâloise, die Ertragskraft höher zu gewichten als die reine Zunahme des Geschäftsvolumens. Die sehr tiefen Zinsen im Lebengeschäft dämpften zusätzlich die Nachfrage.

Sparte Nichtleben (Schadenversicherungen). Die Sparte Nichtleben erzielte einen Gewinn vor Steuern und Finanzierungskosten von 254 Mio. CHF (Vorjahr: 239 Mio. CHF), eine Zunahme von 6%. Die Geschäftseinheiten ausserhalb der Schweiz und das gute Anlageergebnis vermochten die rekordhohe Belastung durch die Unwetter zu kompensieren. Die ausserordentlich hohen Schäden waren der Grund für das Anwachsen des Schaden-Kosten-Satzes (Combined Ratio) auf brutto 100.6% (Vorjahr: 93.0%) beziehungsweise netto 100.0% (Vorjahr: 97.5%). Mit Ausnahme der Schweiz – als Folge der Unwetter – und der Basler Securitas verbesserten alle Geschäftseinheiten ihre Combined Ratio brutto.

Die Prämieneinnahmen gemäss IFRS-Rechnungslegung beliefen sich auf 3'055 Mio. CHF (Vorjahr: 3'065 Mio. CHF). Deutliches Wachstum verzeichnete die Bâloise in Österreich und in Luxemburg.

Sparte Lebensversicherungen. Die Sparte Lebensversicherungen erzielte einen Gewinn vor Steuern und Finanzierungskosten von 151 Mio. CHF (Vorjahr: 68 Mio. CHF). Beim Vergleich ist zu berücksichtigen, dass die Einführung der "Legal Quote" im Schweizer Kollektivleben-Geschäft das Ergebnis des Vorjahres mit rund 30 Mio. CHF belastete. Die tiefen Zinsen veranlassten uns, die Überschüsse bei den Einzel­leben-Versicherungen anzupassen. Die Kapitalerträge und die tieferen Kosten trugen zum deutlich besseren Resultat bei.

Der Embedded Value stieg um 10.4% auf 2'360 Mio. CHF. Der Wert des Neu­geschäfts betrug 12.0 Mio. CHF, dessen Marge 5.3%.

Das Geschäftsvolumen – einschliesslich der fondsgebundenen Lebensversicherungen – erreichte 4'338 Mio. CHF (Vorjahr: 4'319 Mio. CHF). Haupteinfluss auf das Wachstum hatten die fondsgebundenen Lebensversicherungen sowie der Kauf des Lebensversicherers Moneymaxx durch den Deutscher Ring im Juli 2005. Das Prämienvolumen gemäss IFRS-Rechnungslegung sank um 2.4% auf 3'784 Mio. CHF (Vorjahr: 3'876 Mio. CHF). Die tiefen Zinsen und die daraus resultierende schwache Nachfrage nach kapitalbildenden Lebensversicherungen verursachten diesen Rückgang.

Weiterhin sehr erfreulich entwickelten sich die fondsgebundenen Lebensversicherungen; das Geschäftsvolumen stieg um 25% auf 554 Mio. CHF (Vorjahr: 443 Mio. CHF). Besonders stark war der Zuwachs beim Deutscher Ring und in der Schweiz. Die Bâloise Luxemburg konnte das sehr hohe Vorjahresvolumen nochmals steigern.

Bank-Sparte. Die Bank-Sparte erwirtschaftete einen Gewinn vor Steuern und Finan­zierungskosten von 77 Mio. CHF (Vorjahr: 33 Mio. CHF). Hauptträger des positiven Ergebnisses war die Baloise Bank SoBa, die den Gewinn um 46% steigerte. Einen deutlich höheren Beitrag von zusammen über 20 Mio. CHF leisteten die Baloise Asset Management und die Baloise Fund Invest. Im Spartengewinn enthalten ist als Einmaleffekt die Auflösung von Wertberichtigungen für Kreditrisiken von 29 Mio. CHF bei der Bausparkasse des Deutscher Ring. Das Geschäft der Bausparkasse entwickelt sich plangemäss.

Substanz. Das Eigenkapital der Bâloise-Gruppe stieg um 26% auf 4.4 Mrd. CHF (Vorjahr: 3.5 Mrd. CHF). Die Hauptquellen des Anstiegs sind der Jahresgewinn und die gute Entwicklung an den Kapitalmärkten, insbesondere bei den Aktienanlagen. Die Konzernsolvabilität betrug zum Jahresende 309% (inkl. die Banken-Assets), eine deutliche Erhöhung um 25% gegenüber 2004.

Kapitalanlagen. Der betriebswirtschaftliche Erfolg stieg um 14% auf 2'654 Mio. CHF. Dies entspricht einer Performance von 5.0% (Vorjahr: 4.3%). Dank der verbesserten Risikofähigkeit konnte mit gezielten Investitionen und mit dem Marktwertzuwachs der Anteil der Aktien im Versicherungsgeschäft auf 11.2% erhöht werden, verglichen mit 8.4% im Vorjahr.

Geschäftseinheiten. Alle Geschäftseinheiten in den Kernmärkten trugen zum Gewinn bei. Die Einheiten ausserhalb der Schweiz vermochten die Belastung des Ergebnisses des Schweizer Geschäfts aus den Unwettern zu kompensieren.
Im Segment Schweiz verursachten die schweren Unwetter mit dem grössten Schaden in der Geschichte sowie die anhaltend tiefen Zinsen einen Rückgang des Gewinns vor Steuern und Finanzierungskosten auf 97 Mio. CHF (Vorjahr: 156 Mio. CHF). Das Geschäftsmodell "Versicherung und Bank" ist weiter erfolgreich: das Vertriebsvolumen von Bankprodukten und Hypotheken über die Verkaufsorganisa­tion der Versicherung stieg um 24%.

Das Segment Deutschland steigerte den Gewinn vor Steuern und Finanzierungskosten auf 146 Mio. CHF (Vorjahr: 136 Mio. CHF). Beide Geschäftseinheiten trugen namhaft zum Gesamtergebnis der Gruppe bei. Der Deutscher Ring erzielte durch verschiedene betriebliche Verbesserungen einen substanziell höheren Gewinn. Das erfreuliche Geschäftswachstum und die deutlich tieferen Stornoquoten belegen die bessere Zielkundenbindung und Positionierung im Markt. Die Basler Securitas vollendete erfolgreich ihre Integration. Sie steigerte ihren Gewinnbeitrag markant, vor allem dank dem überzeugenden Ergebnis bei den Sachversicherungen.

Das Segment Benelux, welches aus der flämischen Mercator und der Bâloise Luxemburg besteht, erwirtschaftete einen Gewinn vor Steuern und Finanzierungskosten von 95 Mio. CHF (Vorjahr: -135 Mio. CHF). Die Mercator meisterte erfolgreich den Turnaround. Der Abschluss der Restrukturierungen, die klare Konzentration auf das Kerngeschäft Versicherung und Vorsorge, der Verkauf der Mercator Bank im Jahr 2004 sowie betriebliche Verbesserungen bewirkten den Gewinnsprung. Die Bâloise in Luxemburg verdoppelte den Gewinn gegenüber dem Jahr 2004 und überzeugte durch überdurchschnittliches Geschäftswachstum.

Die Basler in Österreich und die von ihr geführte kroatische Einheit erzielten mit ihrer gestärkten Verkaufskraft ein deutlich höheres Geschäftsvolumen und eine nochmals verbesserte Ertragskraft.

Auflage eines Aktienrückkauf-Programms
Vor dem Hintergrund unserer hohen Ertragskraft hat der Verwaltungsrat beschlossen, innerhalb der nächsten drei Jahre bis zu 10% des ausgegebenen Kapitals zurückzukaufen. Neben der Bardividende partizipieren die Aktionäre künftig zusätzlich an der operativen Geschäftsentwicklung über die Gewinnverdichtung aufgrund dieses Aktienrückkaufs.

Ausblick
Bis 2008 strebt die Bâloise eine Eigenkapitalrendite (RoE) von 15% an. Hinter diesem Ziel stehen – über die Dauer des Versicherungszyklus – ein operativer RoE von mindestens 10% und eine Combined Ratio netto von unter 100%.

Angesichts des bereits dreijährigen Aufschwungs der Aktienmärkte wird die Gruppe ihre im Branchenvergleich hohe Aktienquote aktiv den Marktgegebenheiten an­passen. Aus aktivem Asset- und Kapitalmanagement erwartet die Bâloise bis 2008 einen zusätzlichen RoE-Beitrag.

Die tiefen Zinsen werden das Geschäft der Bâloise weiterhin beeinflussen, insbesondere bei den Lebensversicherungen. Die Gruppe konzentriert sich darauf, in allen Märkten die Qualität des Versicherungsgeschäfts nachhaltig zu stärken. Ihr langfristiger Fokus liegt auf ihrem Anspruch, dauerhaft einer der ertragsstärksten Versicherer zu werden. Bei ihren Zielkunden und bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen strebt die Bâloise nach überdurchschnittlichem Wachstum. Bei der Entwicklung ihres Geschäfts hält sich die Gruppe konsequent an den Grundsatz "Ertrag vor Wachstum".

Die Bâloise-Gruppe mit Sitz in Basel (Schweiz) ist eine in Kontinentaleuropa tätige Anbieterin von Lösungen für Versicherung und Vorsorge. Die Strategie der Bâloise zielt auf nachhaltiges und ertragsorientiertes Wachstum. Ihre Märkte sind die Schweiz, Deutschland, Belgien, Luxemburg, Österreich und Kroatien. Die Bâloise-Gruppe beschäftigt rund 8‘000 Mitarbeitende. Die Namenaktien der Bâloise-Holding gehören zum Swiss Market Index (SMI) und werden an der virt-x unter dem Kürzel BALN gehandelt.

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