Kunstforum Baloise: Monica Studer / Christoph van den Berg

Basel, 25. November 2011. Die Ausstellung "Primordial Matter" zeigt vom 25. November 2011 bis 25. Mai 2012 die Werke von Monica Studer und Christoph van den Berg in der Empfangshalle der Basler Versicherungen aus der Sammlung der Baloise Group.

Primordial Matter

Was für den Maler der Pinsel, ist für Studer/van den Berg seit vielen Jahren der Computer. Die digitale Technik ist das Werkzeug, mit dem sie ihre Werke entwickeln.
Die hier gezeigten Werke, die bunten „Spells“ und die farblose „White Matter“, gehören zu einem neuen Projekt, das Studer/van den Berg im letzten Jahr begonnen haben. Die objekthaften Gebilde erinnern an Erscheinungen aus der Natur, an organische Präparate, muschelartiges Urgestein undgeologische Formationen.

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Von nahe besehen sind die „Spells“ am Computer erstellte 3D-Oberflächen,Inkjet-Prints auf Fotopapier, die auf entsprechend zugeschnittene Aluminiumträger aufgezogen sind. Die magma-artigen Formationen erweisen sich in doppelter Hinsicht als Trompesl’oeil. Zum einen entpuppt sich der real geglaubte Körper als eine strukturlose und flache Oberfläche.

Zum anderen und vor allem aber wird mit diesem Täuschungsspiel die Verbindung zu einem existierenden Vorbild in der Realität als Illusion entzaubert (spell ist das englische Wort für Zauber, Bann), denn jede Assoziation an ein bestehendes Objekt – an ein Gestein, an Lavamasse oder eine Muschel – verkennt die Tatsache, dass man hier neu generierte, reale Objekte vor sich hat, faktische Neu-schöpfungen digitalen Ursprungs, die sich in die reale, in unsere Welt drängen.

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Anders als die „Spells“ gewinnt „White Matter“, das 170 cm hohe, im Raum hängende Gegenstück in der Ausstellung, seine phantastische Gestalt nicht durch eine verführerische Oberfläche – diese ist im Gegenteil weiss, spröde, matter-of-fact-artig. Stattdessen besteht „White Matter“ tatsächlich aus einemdreidimensionalen Körper; eine Konstruktion aus Papier, gut nachvollziehbar aus zahllosen, kleinen Dreiecken zusammen-gesetzt. Die Konstruktion hat den Charme eines sorgfältig ausgedachten und geplanten Modells.

Mit der digitalen Technik können die Qualität einer Oberfläche und die Qualität eines Körpers mittels unterschiedlicher Programme unabhängig voneinander entwickelt werden, kann die Bearbeitung der Oberfläche und jene der Gestalt ohne Zusammenhang nebeneinander laufen – etwas Undenkbares in der Realität, wo Oberfläche und Körper in untrennbarem Wechselverhältnis stehen. Vor diesem Hintergrund sind die „Spells“ und „White Matter“ tatsächlich keine konventionellen, auf die reale Welt bezogenen, sondern digitale Objekte.

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Denn während bei den „Spells“ das ganze Gewicht auf der Verführung durch die Oberfläche liegt und der dazu gedachte Körper gestaltlos ist, findet umgekehrt bei „White Matter“ die Oberfläche einfach nicht statt, denn das ganze Interesse gilt der Gestalt des Körpers, der folgerichtig dreidimensional ausgeführt ist.
„Spells“ und „White Matter“, genuin künstliche Erscheinungen also, ohne Beziehung zu unserer Realität, faszinierend in ihrem Täuschungsspiel und gleichzeitig verunsichernd in ihrer absoluten Fremdheit. Nicht ohne Ironie und mit Bedacht spielen Studer/van den Berg mit der Unauflösbarkeit dieser Spannung und ziehen uns in das Spiel hinein.
 

Martin Schwander


Ausstellung im Kunstforum Baloise
25. November 2011 – 25. Mai 2012
Mo – Fr
8 – 18 Uhr
Baloise Group
Aeschengraben 21, CH-4002 Basel

Die Baloise Group mit Sitz in Basel, Schweiz ist ein europäischer Anbieter von Versicherungs- und Vorsorgelösungen. Sie positioniert sich als Versicherer mit intelligenter Prävention, der "Sicherheitswelt". In der Schweiz agiert sie als fokussierter Finanzdienstleister, eine Kombination von Versicherung und Bank. Die weiteren Märkte sind Deutschland, Österreich, Belgien, Luxemburg, Liechtenstein, Kroatien und Serbien. Das Vertriebsnetz umfasst die eigene Verkaufsorganisation, Makler und weitere Partner. Das Geschäft mit innovativen Vorsorgeprodukten für Privatkunden in ganz Europa betreibt die Baloise mit ihren Kompetenzzentren in Luxemburg und Liechtenstein.

Die Aktie der Bâloise Holding AG ist im Hauptsegment an der SIX Swiss Exchange kotiert. Die Baloise Group beschäftigt rund 8'800 Mitarbeitende.

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