Baloise Kunst-Preis 2008

Zehnter Baloise Kunst-Preis an der Art 39 Basel vergeben

Die Baloise-Gruppe verleiht an der Art 39 zum zehnten Mal den Baloise Kunst-Preis. Die zwei mit je CHF 25'000.- dotierten Preise werden im Sektor „Art Statements“ von einer mit internationalen Fachleuten besetzten Jury vergeben. Zusätzlich erwirbt die Baloise Werkgruppen der Preisträger und schenkt diese Kunstwerke zwei bedeutenden europäischen Museen, der Hamburger Kunsthalle und dem MUMOK, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien.

Der Jury gehören dieses Jahr an:Dr. Petra Roettig, Leiterin der Galerie der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle; Gary Garrels, Senior Curator, Hammer Museum, Los Angeles; Professor Edelbert Köb, Direktor, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien; Dr. Uli Sigg, Sammlung Sigg, Mauensee und Martin Schwander, Externer Kunstberater der Baloise, Vorsitzender der Jury.

Die Jury hat sich für folgende Preisträger entschieden: Duncan Campbell und Tris Vonna-Michell. Die Jury charakterisiert die ausgestellten Arbeiten folgendermassen:


"Make it fall, Bernadette", 2008, Filmstill
Mit „Make it fall, Bernadette“ von 2008 präsentiert Duncan Campbell die Geschichte der irischen Dissidentin und politischen Aktivistin Bernadette Devlin in offener und experimenteller Form. Sein Interesse gilt zeitgeschichtlichen Vorgängen und den Methoden ihrer medialen Vermittlung.

Seine Skepsis gegenüber dem Dokumentarischen als „Sonderform der Fiktion“ führt ihn dazu, den Zwischenräumen Gestalt zu geben bzw. zur Akzeptanz des Fragmentarischen. Campbell gelingt mit seiner Arbeit nicht nur eine kritische und intelligente Analyse dokumentarischer Strategien, sondern auch das sensible und respektvolle Portrait einer ausserordentlichen Persönlichkeit - mit eindrucksvollen Bildern und Sequenzen von grosser Brillanz.
Duncan Campbell; *1972, Dublin, Irland, lebt und arbeitet in Glasgow, United Kingdom



"Finding Chopin", 2008, Installation

In seinen Performances verbindet Tris Vonna-Michell Tatsachen und Fiktion. In den mit grosser Geschwindigkeit vorgetragenen Monologen präsentiert er Ereignisse und Geschichten, die mit Dokumenten, Musik und Literatur ergänzt werden. Sein Werk „Finding Chopin“ (2008) folgt den Spuren des legendären Künstlers Henri Chopin, den er 2005 in Paris zu finden versuchte.

Vonna-Michell schildert die Schritte seiner Suche, die von unvorhergesehen Ereignissen – wie dem Diebstahl seiner gesammelten Archivalien – gestört worden sind. Der Künstler integriert in seinen Perfomances den Besucher, indem er ihm die Möglichkeit gibt, Zeit und Art des Vortrages zu bestimmen.
Tris Vonna-Michell, *1982, Southend on Sea, United Kingdom, lebt und arbeitet in Berlin und London