Aktionärsbrief Baloise

Aktionärsbrief

Die Baloise erreicht ihre Ziele in einem anspruchsvollem Umfeld

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

Martin Strobel und Andreas Burckhardt stehen im Kundenzentrum der Baloise in Basel, im Hintergrund sind die Lettern Versicherung und Bank zu sehen

Die Baloise erreicht die gesetzten Ziele und kann ihre operative Ertragskraft bestätigen. Das herausfordernde, aussergewöhnliche wirtschaftliche Umfeld prägte das Resultat stark. Der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank vom 15. Januar 2015, den Euro-Mindestkurs nicht länger zu stützen, sorgte für eine Erstarkung des Schweizer Frankens. Zeitgleich fielen die Zinsen in der Schweiz, auch bedingt durch die Einführung von Negativzinsen durch die Schweizer Nationalbank zur Schwächung des Schweizer Frankens. Bedingt durch diese hohen Schwankungen bei Wechselkursen und Zinsen stiegen ausserdem die Kosten für Absicherungsinstrumente deutlich. Diese drei Effekte – der stärkere Franken, die tieferen Zinsen und die höheren Absicherungskosten – belasteten das Ergebnis der Baloise spürbar. Es freut uns, dass wir trotz dieser Faktoren ein gutes Ergebnis 2015 erzielen konnten.

Die Kapitalisierung der Baloise ist solide. Standard & Poor’s würdigt diese Qualität und bestätigte im August 2015 das Rating «A» mit stabilem Ausblick. Die ökonomische Kapitalisierung im Schweizer Solvenz Test bleibt im grünen Bereich. Die Baloise Group, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr unter Beweis gestellt, dass sie aufgrund ihrer operativen Exzellenz und des Zielkundenmanagements über eine ausgewiesene Widerstandsfähigkeit verfügt. Diese Stärke spiegelt sich auch in einem Gewinn von 512.1 Mio. CHF wider. Die gesetzten Finanzziele wurden 2015 erreicht, was angesichts des wirtschaftlichen Umfelds eine gute Leistung ist.

Die auch 2015 vorangetriebene Fokussierung auf attraktive Zielsegmente in den vier Kernmärkten Schweiz, Belgien, Deutschland und Luxemburg ist die Grund- und Ausgangslage für die erfolgreiche Zukunft der Baloise. Während wir in der Schweiz, Belgien und Luxemburg gut positioniert sind, um rentable Geschäftsbereiche weiter auszubauen, entwickelt sich das Geschäft in Deutschland noch nicht nach unseren Vorstellungen. Die Probleme sind erkannt und die entsprechenden Massnahmen eingeleitet oder in Umsetzung, aber die Wirkung schlägt sich im Resultat noch nicht nieder. Wir sind aber von der Bedeutung und den Möglichkeiten des deutschen Versicherungsmarkts überzeugt.

Wir sehen auch weiterhin attraktive Möglichkeiten im Lebengeschäft, werden dort künftig aber insbesondere die innovativen Vorsorgelösungen, wie zum Beispiel die teilautonome Vorsorgestiftung «Perspectiva» in der Schweiz weiter forcieren. So können wir auch im heutigen Tiefzinsumfeld eine sichere Vorsorge für unsere Kunden gewährleisten. Bei kleineren und mittleren Unternehmen hält die Nachfrage in der Schweiz im Geschäft mit der beruflichen Vorsorge weiter an. Die jederzeit garantierte Sicherheit wird hier gerade im aktuellen Umfeld von unseren Kunden geschätzt.

Das Schweizer Geschäft liefert ein sehr solides Lebenergebnis und bestätigt die sehr gute Ertragskraft im Nichtlebengeschäft. Insgesamt bleibt das Umfeld nicht zuletzt wegen des SNB-Entscheids kompetitiv, da der Kostendruck weiter zunimmt. Im deutschen Geschäft belasten die aussergewöhnlich hohe Grossschadenbelastung in der Sparte Nichtleben, die negativen Auswirkungen des Tiefzinsumfelds sowie Währungseffekte das Ergebnis. Die Massnahmen zur Optimierung des Geschäfts zeigen Wirkung, wirken sich aber bisher nicht wie erwartet auf das Gesamtergebnis aus. In Belgien wächst das Geschäftsvolumen in Originalwährung erfreulich. Insbesondere im Geschäft mit den anlagegebundenen Versicherungen zeigt das Wachstum, dass die mit Banken und Vertriebspartnern eingegangenen Partnerschaften sich weiter positiv auszahlen. In Luxemburg haben wir unsere Position im Nichtlebengeschäft mit dem Anfang August kommunizierten Erwerb der im Nichtlebenbereich tätigen HDI-Gerling Assurances SA weiter gestärkt und befinden uns auf dem Sprung in die Top 3 der luxemburgischen Versicherer.

Das ertragreiche Portfolio der Baloise spiegelt sich auch im sehr guten Schaden-Kostensatz netto von 93.3%. Das herausfordernde Umfeld an den Kapitalmärkten wirkt sich naturgemäss auf das Ergebnis der Kapitalanlagen aus. Mit einer Nettorendite von 2.9% konnte aber ein gutes Ergebnis erzielt werden, was die Qualität unseres Asset-Managements eindrücklich widerspiegelt.

Wir sehen weiterhin attraktive Möglichkeiten im Lebengeschäft, wollen dort aber vor allem innovative, moderne Vorsorgelösungen forcieren.

Ein grosser Dank gebührt all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit ihren Fähigkeiten und ihrem Können tragen sie wesentlich dazu bei, dass die Baloise auch in diesem herausfordernden Umfeld eines starken Frankens und weltweit tiefer Zinsen zu den ertragreichsten Versicherungen in Europa zählt.

Aus personeller Sicht war das Geschäftsjahr aber auch vom im Mai angekündigten Rücktritt unseres langjährigen Konzernleitungsmitglieds und Vorsitzenden der Konzernleitung, Martin Strobel, geprägt. Martin Strobel stiess 1999 zur Basler Schweiz und führte die Geschicke der Baloise seit 2009 als Group CEO. Der Verwaltungsrat spricht ihm seinen grossen Dank für seine ausserordentlichen Verdienste aus. Die operative Stärke und hohe Ertragskraft der Baloise sind unter seiner Führung zur Blüte gereift. Mit Gert De Winter, dem bisherigen CEO in Belgien, wurde im Oktober die ideale Persönlichkeit als Nachfolger ernannt, der darauf aufbauend weitere Erfolgskapitel unseres Unternehmens aufschlagen wird.

Wir haben im Geschäftsjahr 2015 ein gutes und im Rahmen der Erwartungen liegendes Ergebnis erzielt. An diesem Erfolg können wir auch unsere Aktionäre teilhaben lassen. Der Generalversammlung vom 29. April 2016 werden wir deshalb beantragen, die im letzten Jahr erhöhte Dividende von 5.00 CHF unvermindert auf diesem attraktiven Niveau zu belassen. Auf sehr gutem Kurs liegt auch das im Geschäftsjahr lancierte Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 1 Million Aktien bis 2017. Im Jahr 2015 haben wir schon mehr als eine halbe Million Aktien erworben und damit die hohe Ertragskraft für unsere Eigentümer weiter verdichtet.

Die Assekuranz steht vor wegweisenden Herausforderungen. So wird das sich verändernde Konsumverhalten aufgrund der Digitalisierung Einfluss darauf haben, wie wir künftig die Ansprüche unserer Kunden befriedigen. Innovation und die Erschliessung neuer Geschäftsfelder und Dienstleistungen werden an Bedeutung gewinnen. Die Tiefzinsphase in Europa sowie speziell die Negativzinsen in der Schweiz und der starke Schweizer Franken fordern uns zusätzlich. Dank der Fokussierung auf unsere Kernmärkte, unserer operativen Exzellenz sowie der einzigartigen Positionierung im Bereich Sicherheit und Prävention agieren wir im Hinblick auf die Herausforderungen aus einer Position der Stärke.

Basel, im März 2016

Dr. Andreas Burckhardt

Präsident des Verwaltungsrates

Dr. Martin Strobel

Vorsitzender der Konzernleitung
(bis 31. Dezember 2015)