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Geschäftsgang

Erfolgreicher Abschluss des ersten Jahrs der neuen strategischen Phase

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Die Baloise erzielte im Geschäftsjahr 2017 den zweitbesten Aktionärsgewinn der letzten zehn Jahre. Das Ergebnis ist Beweis dafür, dass es gelungen ist, die Investitionen für die Zukunft in die Hand zu ­nehmen sowie gleichzeitig das Kerngeschäft zu stärken. Bezüglich der strategischen Ziele bis 2021 konnten bereits nach einem Jahr erste operative Erfolge erzielt werden und dies, obwohl 2017 von der Phase des Aufbruchs und der Lancierung zahlreicher Initiativen geprägt war. Ausserdem entwickelte sich das Kerngeschäft sehr gut. Das Wachstum im Nichtlebengeschäft ist in allen Märkten weiter positiv und die Profitabilität ist unverändert hoch. Die Umschichtung im Lebenportfolio hin zu weniger kapital­bindenden Lebensversicherungen wirkt sich nachhaltig positiv aus. Der EBIT-Beitrag aus dem Leben­geschäft konnte 2017 signifikant erhöht werden.

Überblick

Die Baloise erzielte 2017 einen um 2.5 % höheren Aktionärsgewinn von 548.0 Mio. CHF (2016: 534.8 Mio. CHF). Rechnet man einmalige Restrukturierungseffekte aus dem Ergebnis heraus, liegt der Aktionärsgewinn bei 601.7 Mio. CHF, was einer Erhöhung um 12.5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Geschäftsvolumen konnte um 3.9 % auf 9’260.8 Mio. CHF gesteigert werden. Treiber für dieses Wachstum ist das Geschäft mit Prämien mit Anlagecharakter, das um 14.6 % auf 2’519.5 Mio. CHF anstieg, sowie das gute Wachstum in allen Ländergesellschaften im Nichtlebengeschäft.

In der Sparte Nichtleben wurde ein IFRS-Prämienvolumen von 3’229.3 Mio. CHF erwirtschaftet. Dies entspricht einer Steigerung von 2.8 % gegenüber dem Vorjahr. Alle Geschäftseinheiten haben zu dieser Verbesserung beigetragen. Der Gewinn vor Finanzierungskosten und Steuern (EBIT) im Nichtleben­geschäft ist mit 374.7 Mio. CHF um 5.5 % tiefer als im Vorjahr. Dieser Verschlechterung von rund 20 Mio. CHF liegen hauptsächlich folgende zwei Effekte zu Grunde: Die Anschubfinanzierung von "FRI:DAY" sowie ein freiwilliger Einschuss in die Pensions­kasse der Mitarbeitenden in der Schweiz. Zusätzlich belasten Verluste aus einem in Sanierung befindlichen Portfolio im deutschen Haftpflicht-Segment den EBIT. Der Schaden-Kosten-­Satz netto verbleibt mit sehr guten 92.3 % auf dem Niveau des Vorjahrs (2016: 92.2 %).

Im klassischen Lebengeschäft geht das Geschäftsvolumen aufgrund der nach wie vor restriktiven Zeichnungspolitik und des Lebenportfolioverkaufs in Deutschland um 1.6 % auf 3’512.0 Mio. CHF zurück. Der EBIT konnte aber um 35.3 % auf 306.0 Mio. CHF gesteigert werden. Der Grund ist die leichte Erholung der Zinssituation, die den Nachreservierungsbedarf erheblich verringert hat. Hinzu kommt die andauernde Umschichtung des Lebenportfolios. Mit einem Prämienvolumen von 2’519.5 Mio. CHF wuchsen die Prämien mit Anlagecharakter erneut um sehr gute 14.6 % an.

Das Anlageergebnis auf Versicherungsgeldern liegt mit 1’621.6 Mio. CHF über dem Vorjahresniveau von 1’578.9 Mio. CHF. Die wiederkehrenden laufenden Erträge liegen bei 1’300.5 Mio. CHF (Vorjahr: 1’379.3 Mio. CHF). Das für Versicherungs­gelder erwirtschaftete Anlageergebnis entspricht einer Nettorendite von 2.9 %. Die IFRS-Performance der Versicherungsgelder (einschliesslich der nicht erfolgswirksamen Netto-Wertveränderungen der Kapitalanlagen, aber ohne Wertänderungen der bis zum Verfall gehaltenen Fremdkapitalinstrumente) liegt mit 2.5 % unter der IFRS-Performance des Vorjahrs von 3.1 %.

Der EBIT des Bankgeschäfts hat sich operativ positiv entwickelt. Er liegt bei 81.8 Mio. CHF, was einem Rückgang um 11.2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allerdings profitierte das Vorjahr von einem positiven Einmaleffekt von 11.3 Mio. CHF, der aufgrund einer Pensionsplanänderung bei der Baloise Bank SoBa entstanden ist.

Die Bilanz der Baloise ist im Vergleich zum Vorjahr nochmals stärker geworden. Das konsolidierte Eigenkapital ist zum Jahres­abschluss 2017 gegenüber dem Vorjahr um 11.0 % angestiegen und liegt bei 6’409.2 Mio. CHF.

Geschäftsvolumen

  2016 2017 +/-%
in Mio. CHF      
Total Geschäftsvolumen 8’910.8 9’260.8 3.9
Leben 3’570.9 3’512.0 – 1.6
Nichtleben 3’140.7 3’229.3 2.8
Prämien mit Anlagecharakter 2’199.2 2’519.5 14.6

Sparte Nichtleben: Gutes Wachstum bei unverändert hoher Profitabilität

Das Prämienvolumen im Nichtlebengeschäft ist in CHF erneut um 2.8 % angestiegen. Während es in der Schweiz um 0.7 % gewachsen ist, stieg es in Belgien (5.5 %), Deutschland (3.6 %) und Luxemburg (5.0 %) auf insgesamt 3’229.3 Mio. CHF. Das Wachstum in den ausländischen Märkten lag auch in Lokalwährung überall über 1.5 %. Während das Schweizer Geschäft im Vorjahr von einem positiven Effekt von 35.5. Mio. CHF aufgrund einer Pensionsplanänderung profitierte, wurde 2017 eine ergebnisbelastende Arbeitgeberbeitragsreserve vorgenommen. Weiter belasten die Anschubfinanzierung für den Mobile Insurer "FRI:DAY" sowie die Verluste aus einem in Sanierung befindlichen Portfolio im Deutschen Haftpflicht-Segment den EBIT. Der EBIT im Nichtlebengeschäft ging somit um 5.5 % zurück und beträgt 374.7 Mio. CHF. Die Grossschadenlast ging insgesamt zurück. Der Schaden-Kosten-Satz netto blieb mit ausgezeichneten 92.3 % praktisch auf Vorjahresniveau.

Sparte Leben: Erneut starkes Wachstum bei Prämien mit Anlagecharakter

Das Lebengeschäft entwickelt sich wie gewünscht. Die fortlaufende Umschichtung des Portfolios widerspiegelt sich im Rückgang des Wachstums von 1.6 % im klassischen Lebensversicherungsgeschäft. Das Wachstum von 14.6 % bei den Prämien mit Anlagecharakter zeigt sich erfreulich stark. Insgesamt beträgt das Prämienvolumen inklusive der Prämien mit Anlagecharakter 6’031.5 Mio. CHF (2016: 5’770.1 Mio. CHF). Im klassischen Lebengeschäft stieg das Geschäftsvolumen in der Schweiz trotz restriktiver Zeichnungspolitik mit einem Plus (+ 0.9 %) und auch Belgien (+ 3.7 %) verzeichnete ein Wachstum, während in Deutschland (– 18.7 %) und Luxemburg (– 2.7 %) das Geschäftsvolumen zurückging. Der starke Rückgang in Deutschland erklärt sich durch den Verkauf eines geschlossenen Lebensversicherungsbestands an die Frankfurter Leben.

Die Prämien mit Anlagecharakter stiegen auf 2’519.5 Mio. CHF (2016: 2’199.2 Mio. CHF) an. Der mit Abstand grösste Wachstumstreiber war 2017 das luxemburgische Geschäft mit einem Anstieg von 25.2 %, während die anderen Märkte stabil blieben oder Rückgänge verzeichneten. Das Luxemburger Geschäft (inkl. Liechtenstein) hat insgesamt einen Anteil von rund 70 % am Geschäft mit Prämien mit Anlagecharakter. Der EBIT im Lebengeschäft stieg gegenüber dem Vorjahr wieder an und beläuft sich auf 306.0 Mio. CHF (2016: 226.1 Mio. CHF). Dies hauptsächlich, weil sich der Bedarf zur Stärkung der Reserven aufgrund der leichten Erholung der Zinsen gegenüber dem Vorjahr verringerte.

Der Embedded Value des Lebengeschäfts stieg durch positive operative Erträge und die positive ökonomische Entwicklung im Berichtsjahr von 4’409.4 Mio. CHF auf 4’896.8 Mio. CHF. Dies entspricht einem Return on Embedded Value von + 12.4 %. Die Neugeschäftsmarge verbesserte sich in allen Ländern aufgrund von operativen Massnahmen und der weiteren Verbesserung des Business Mix auf 33.4 % (Vorjahr: 21.3 %). Der Wert des Neugeschäfts stieg ebenfalls und beträgt 125.8 Mio. CHF.

Banksparte: Nachhaltig stabiles Ergebnis

Das Ergebnis der Banksparte ist operativ leicht verbessert, rechnet man den letztjährigen positiven Einmaleffekt von 11.3 Mio. CHF aufgrund einer Pensionsplanänderung bei der Baloise Bank SoBa heraus. Der EBIT des Bankgeschäfts liegt bei 81.8 Mio. CHF (2016: 92.1 Mio. CHF), was einem Rückgang um 11.2 % gegenüber 2016 entspricht. Wie in den Vorjahren trugen hauptsächlich die Baloise Asset Management mit einem leicht verbesserten Beitrag von 44.9 Mio. CHF sowie die Baloise Bank SoBa mit 30.7 Mio. CHF zum Erfolg bei.

Eigenkapital: Unverändert stark

Die Bilanz der Baloise hat sich nochmals verbessert. Das konsolidierte Eigenkapital ist zum Jahresabschluss 2017 gegenüber dem Vorjahr um 11.0 % angestiegen und liegt bei 6’409.2 Mio. CHF. Der Konzerngewinn und das übrige Gesamtergebnis tragen wesentlich zur Steigerung bei. Mindernd wirken die Dividendenzahlungen von 248.7 Mio. CHF. Die an der Generalversammlung vom 28. April 2017 beschlossene Aktienvernichtung von 1.2 Mio. Stück wurde zum 12. Juli 2017 wirksam und reduziert das ausgewiesene Stammkapital um 120’000 CHF. Im Rahmen des angekündigten Rückkaufsprogramms von über 3 Mio. Aktien wurden bis Ende 2017 insgesamt 423’450 Aktien zurückgekauft. Somit wurden 63.3 Mio. CHF an die Aktionäre zurückgeführt.

Das angestiegene Eigenkapital zusammen mit dem Standard & Poor’s Rating «A» mit positiven Ausblick sowie einer SST-Quote von deutlich über 200 % widerspiegeln das starke Fundament der nachhaltig soliden Kapitalisierung der Baloise.

Kapitalanlagen: Solides Ergebnis in ruhigem Marktumfeld

Das breit abgestützte Wachstum sowie die unterstützende Wirkung der nach wie vor expansiven Geldpolitik zahlreicher Zentralbanken bildeten den Nährboden für ein gutes Kapitalmarktjahr. Das gesamte Jahr 2017 war durch eine historisch tiefe Aktienmarktvolatilität geprägt. Insgesamt war 2017 ein hervorragendes Aktienjahr. Der Swiss Market Index erfreute sich einer Kurssteigerung von 14.1 %. Die drei Leitzinserhöhungen der amerikanischen Notenbank führten im Vergleich zur Schweiz und der Eurozone zu einem Anstieg der Zinsdifferenz am kurzen Ende, während sich die langfristigen Zinsen überwiegend seitwärts bewegten.

Das Anlageergebnis auf Versicherungsgeldern liegt mit 1’621.6 Mio. CHF über dem Vorjahrjahresniveau von 1’578.9 Mio. CHF. Das nach wie vor anspruchsvolle Zinsumfeld widerspiegelt sich in den tieferen wiederkehrenden laufenden Erträgen von 1’300.5 Mio. CHF (Vorjahr: 1’379.3 Mio. CHF). Ein Anteil von 54.8 Mio. CHF des Rückgangs ist auf die Übertragung des geschlossenen Lebensversicherungsbestands an die Frank­furter Leben-Gruppe zurückzuführen. Da die Wiederanlage fälliger Obligationen in Schweizer Franken nur beschränkt attraktiv ist, wurde darauf weitestgehend verzichtet und es wurden gezielt Umschichtungen in währungsabgesicherte Obligationen und Senior Secured Loans vorgenommen. Der Aufbau von Renditeliegenschaften und Hypotheken mit stabilen Erträgen wurde weiter vorangetrieben, wodurch der Effekt der sinkenden Erträge etwas gedämpft werden konnte.

Die in der Erfolgsrechnung erfassten Gewinne liegen mit 467.6 Mio. CHF um 45.1 Mio. CHF über jenen des Vorjahrs. Die sehr gute Aktienmarktentwicklung wurde genutzt, um einen Teil der angefallenen Gewinne zu realisieren. Im Gegenzug wurden im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger Gewinne auf Obligationen vereinnahmt. Aufgrund der Neubewertung der zur Veräusserung stehenden Liegenschaften wurden ausserordentliche Gewinne in Höhe von 39.0 Mio. CHF realisiert. Die gute Marktentwicklung liess die Brutto-Wertberichtigungen im Vergleich zum Vorjahr um 87.6 Mio. CHF auf 28.0 Mio. CHF sinken. Das ­Ergebnis aus Währungen von – 117.7 Mio. CHF entspricht praktisch den Währungsabsicherungskosten.

Das für Versicherungsgelder erwirtschaftete Anlage­ergebnis entspricht einer Nettorendite von 2.9 % und ist damit identisch mit jener des Vorjahrs. Der leichte Zinsanstieg in EUR und CHF führte zu einer Reduktion der nicht realisierten Mehrwerte von 323.7 Mio. CHF. Dadurch liegt die IFRS-Performance der Versicherungsgelder (einschliesslich der nicht erfolgswirksamen Netto-Wertveränderungen der Kapitalanlagen, aber ohne Wertänderungen der bis zum Verfall gehaltenen Fremdkapital­instrumente) mit 2.5 % unter der IFRS-Performance des Vorjahres von 3.1 %. Das Segment Bank und Asset Management erzielte 2017 einen Nettozufluss von 406.3 Mio. CHF. Damit steigt das Volumen an Vermögen für Dritte per Ende 2017 auf 8’958.6 Mio. CHF.

Eigene Kapitalanlagen nach Kategorien1

  31.12.2016 31.12.2017 +/-%
in Mio. CHF      
Renditeliegenschaften 6’817.5 7’480.3 9.7
Aktien 4’055.3 3’633.6 – 10.4
Alternative Finanzanlagen 1’304.1 1’112.6 – 14.7
Festverzinsliche Wertpapiere 32’062.1 33’388.2 4.1
Hypothekarische Anlagen 10’690.6 10’596.4 – 0.9
Policen- und übrige Darlehen 5’664.1 5’972.1 5.4
Derivate 363.0 362.4 – 0.2
Flüssige Mittel 1’935.5 2’133.2 10.2
Total 62’892.3 64’678.9 2.8

1 Ohne Anlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen und von Dritten.

Vermögensbestände Baloise

per 31.12.2016 Nichtleben Leben Bank Total Konzern
in Mio. CHF        
Kapitalanlagen für eigene Rechnung und eigenes Risiko 9’166.6 46’006.1 8’120.6 62’892.3
Vermögensbestände für Rechnung und Risiko
von Inhabern von Lebensversicherungspolicen und Dritter1
  12’001.0   12’337.2
Total bilanziertes Vermögen 9’166.6 58’007.2 8’120.6 75’229.5
Vermögen von Dritten       7’984.7

 

per 31.12.2017 Nichtleben Leben Bank Total Konzern
in Mio. CHF        
Kapitalanlagen für eigene Rechnung und eigenes Risiko 9’605.9 48’141.2 7’397.8 64’678.9
Vermögensbestände für Rechnung und Risiko
von Inhabern von Lebensversicherungspolicen und Dritter1
  14’543.8   15’027.4
Total bilanziertes Vermögen 9’605.9 62’685.0 7’397.8 79’706.3
Vermögen von Dritten       8’958.6

1 Inklusive 70.5 Mio. CHF (Vorjahr 54.5 Mio. CHF) übrige Aktiven (Edelmetallbestände aus anlagegebundenen Lebensversicherungen).

Schweiz: Ausserordentlich gutes Ergebnis

Kennzahlen Schweiz 2016 2017 +/-%
in Mio. CHF      
Geschäftsvolumen 4’307.2 4’340.6 0.8
Davon Leben 2’991.4 3’015.9 0.8
Davon Nichtleben 1’315.8 1’324.6 0.7
Schaden-Kosten-Satz (netto) in Prozent 81.2 83.5
Gewinn vor Finanzierungskosten und Steuern 546.6 618.4 13.1

Basler Versicherungen Schweiz

Das Ergebnis des Schweizer Geschäfts liegt deutlich über jenem des Vorjahrs und ist eines der besten Ergebnisse in der Geschichte der Schweizer Gesellschaft. Dies gelang insbesondere dank eines sehr guten Portfolios mit konsequenter Zielkundenstrate­gie, eines guten Abwicklungsergebnisses sowie weniger Grossschäden im Geschäftsjahr. Für das Jahr 2018 zeichnen sich aufgrund des Wetters höhere Grossschäden ab. 2017 gelang es sowohl im Nichtleben- als auch im Lebengeschäft zu wachsen. Insgesamt ist das Geschäftsvolumen um 0.8 % auf 4’340.6 Mio. CHF angestiegen. Das gemeinsame Geschäftsmodell Bank und Versicherung hat weiter an Dynamik gewonnen. So stieg das aus dem Aussendienst der Versicherung generierte Kundenvermögen bei der Baloise Bank SoBa 2017 netto um rund 115 Mio. CHF. Der EBIT konnte um ausserordentliche 13.1 % auf 618.4 Mio. CHF gesteigert werden.

Das Prämienvolumen in der Sparte Nichtleben ist um 0.7 % auf 1’324.6 Mio. CHF angewachsen. Erfreulich ist dabei auch der Anstieg an Neukunden, der hauptsächlich durch die Produktelinie YounGo und die neu lancierten Gegenstandsversicherungen sowie durch den Erwerb und die Verknüpfung mit der Umzugsplattform "MOVU" erreicht wird. Der EBIT im Nichtlebengeschäft nimmt hingegen um 4.1 % auf 289.3 Mio. CHF ab. Ursächlich sind vor allem zwei gegenläufige Einmaleffekte. Im Vorjahr war ein positiver Effekt aus der Pensionsplanänderung (IAS 19) in Höhe von 35.5 Mio. CHF enthalten, während 2017 eine ergebnisbelastende Verstärkung der Arbeitgeberbeitragsreserve in der Pensionskasse für die Mitarbeitenden vorgenommen wurde. Der Schaden-Kosten-Satz netto liegt mit hervorragenden 83.5 % um 2.3 Prozentpunkte über dem ausserordentlich guten Vorjahreswert.

In der Sparte Leben wurde ein Wachstum von 0.8 % erzielt. Im Einzellebengeschäft konnte bei den Einmalprämien ein Wachstum verzeichnet werden. Dies, weil im Gegensatz zum Vorjahr 2017 wieder zwei Tranchenprodukte angeboten wurden. Im Kollektivlebengeschäft wurde beim Neugeschäft bewusst zurückhaltend gezeichnet. Entsprechend gering war das Wachstum. Die Produkte der teilautonomen Sammelstiftung Perspectiva verzeichnen hingegen weiterhin ein starkes Wachstum. Der EBIT im Lebengeschäft beläuft sich auf 317.6 Mio. CHF (2016: 221.7 Mio. CHF)Aufgrund der leicht angestiegenen Zinsen und des tieferen Zusatzfinanzierungsbedarfes stieg der Gewinn trotz höherer Zuweisungen an Überschussbeteiligungen im Kollektivleben markant an.

Das Bankgeschäft mit der Baloise Bank SoBa entwickelt sich nachhaltig stabil und widerspiegelt das einmalige Geschäftsmodell Bank und Versicherung in der Schweiz. Die Vermögensverwaltungs- und Beratungsmandate konnten um 59 % auf über 1’500 Mandate erhöht werden. Der EBIT kommt auf 30.7 Mio. CHF und liegt damit unter jenem des Vorjahrs (41.7 Mio. CHF). Der Rückgang in CHF ist vor allem auf den einmaligen Ergebnis­effekt im Jahr 2016 aus der Pensionsplanänderung (IAS 19) in Höhe von 11.3 Mio. CHF aus dem Vorjahr zurückzuführen.

Deutschland: Portfoliosanierungen und Beteiligungsverkäufe führen zu Verlusten

Kennzahlen Deutschland 2016 2017 +/-%
in Mio. CHF      
Geschäftsvolumen 1’431.2 1’369.3 – 4.3
Davon Leben 675.2 586.3 – 13.2
Davon Nichtleben 755.9 783.0 3.6
Schaden-Kosten-Satz (netto) in Prozent 109.7 108.3
Gewinn vor Finanzierungskosten und Steuern – 60.9 – 76.0 24.8

Basler Versicherungen Deutschland

Der EBIT des deutschen Geschäfts fällt mit – 76.0 Mio. CHF unter den Erwartungen aus. Das Nichtlebengeschäft ist belastet durch Grossschäden und durch ein in Sanierung befindliches Haftpflicht-Portfolio. Insgesamt ging das Geschäftsvolumen um 4.3 % auf 1’369.3 Mio. CHF zurück. Der Rückgang des Volumens respektive Teile des Verlustes stammen auch aus strategisch gewollten Restrukturierungen wie dem Verkauf der Deutscher Ring Bausparkasse. Operativ wächst Deutschland vor allem im Nichtlebengeschäft profitabel.

In der Sparte Nichtleben konnte ein erfreuliches Wachstum von 3.6 % auf 783.0 Mio. CHF verzeichnet werden. Die Privatkundensparten wachsen dabei deutlich stärker als der Markt, allen voran Unfall, Allgemeine Haft, Motorfahrzeug und Sach. Die Sparten im Industriegeschäft sind rückläufig, was vor allem auf die planmässigen Exits und Sanierungen in diesen Sparten zurückzuführen ist. Der Schaden-Kosten-Satz netto verbessert sich allerdings nur leicht auf 108.3 % (2016: 109.7 %). Hauptgründe sind die Nachreservierungen im erwähnten Portfolio sowie die grosse Anzahl mittlerer Grossschäden unterhalb der Rückversicherungs-Priorität. Ausserdem hat die Grossschadenlast gegenüber dem Vorjahr zugenommen.

In der Sparte Leben ist das Geschäftsvolumen um 18.7 % auf 379.2 Mio. CHF zurückgegangen. Hauptgrund dafür ist allerdings der Verkauf des geschlossenen Lebensversicherungsbestands der Direktion für Deutschland an die Frankfurter Leben-Gruppe, welcher per 3. Februar 2017 vollzogen wurde. Der Bestand beinhaltete rund 130’000 Lebensversicherungsverträge. Ohne diesen Effekt wäre das Geschäftsvolumen aufgrund der rückläufigen Einmalerträge stabil geblieben. Biometrie- und Fondsprodukte zeigen hingegen eine starke Entwicklung. Diese machen inzwischen rund 90 % des Neugeschäftes aus.

Belgien: Deutlich gesteigerte Profitabilität und starkes Wachstum

Kennzahlen Belgien 2016 2017 +/-%
in Mio. CHF      
Geschäftsvolumen 1’561.4 1’587.1 1.6
Davon Leben 614.4 588.1 – 4.3
Davon Nichtleben 947.1 999.0 5.5
Schaden-Kosten-Satz (netto) in Prozent 93.4 91.9
Gewinn vor Finanzierungskosten und Steuern 171.7 140.8 – 18.0

Baloise Insurance Belgien

Im belgischen Markt war 2017 ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr. Das Geschäftsvolumen konnte um 1.6 % auf 1’587.1 Mio. CHF gesteigert werden, was vor allem dem starken Wachstum von 5.5 % im Nichtlebengeschäft zu verdanken ist. Ausserdem ist dank tieferer Grossschadenlast und eines verbesserten Abwicklungsergebnisses die Profitabilität angestiegen. Im Lebengeschäft gab es sowohl bei den periodischen als auch bei den Einmalprämien Wachstum. Der EBIT geht allerdings um 18 % auf 140.8 Mio. CHF zurück.

Im Nichtlebengeschäft verzeichnete das belgische Geschäft erneut ein starkes Wachstum um 5.5 % auf 999.0 Mio. CHF (2016: 947.1 Mio. CHF). Damit konnte sich die Baloise Insurance Belgien in einem sehr kompetitiven Markt behaupten. Insbesondere die Branche «Aktive Rückversicherung» hat ein starkes Wachstum zu verzeichnen, was auf einen neu abgeschlossenen Vertrag mit «Europ Assistance» (Notfall- und Serviceorganisation) zurückzuführen ist. Mit diesem Wachstum fallen nun 31 % der gesamten Nichtlebenprämien der Baloise Gruppe auf den belgi­schen Markt. Das Geschäft bleibt weiterhin sehr profitabel. Die Belastung durch Grossschäden ist 2017 zurückgegangen und das positive Abwicklungsergebnis steuerte ebenfalls zur Entwicklung bei. Dies führte zu einem um 1.5 Prozentpunkte tieferen Schaden-Kosten-Satz netto von 91.9 %.

In einem schrumpfenden belgischen Lebenmarkt ist das Geschäftsvolumen um 4.3 % auf 588.1 Mio. CHF ­zurückgegangen. Im klassischen Lebengeschäft konnte ein Wachstum von 3.7 % erzielt werden, dies vor allem dank einer Zunahme bei den periodischen Prämien. Ein Rückgang von 6.7 % zeigt sich bei den Prämien mit Anlagecharakter. Während fondsgebundene Produkte ein gutes Wachstum aufweisen, entwickelte sich der Verkauf von Produkten mit zeitlich befristeten Garantien rückläufig.

Luxemburg: Markante Steigerung des Wachstums und hervorragendes Ergebnis

Kennzahlen Luxemburg 2016 2017 +/-%
in Mio. CHF      
Geschäftsvolumen 1’605.5 1’963.5 22.3
Davon Leben 1’489.1 1’841.2 23.6
Davon Nichtleben 116.4 122.3 5.0
Schaden-Kosten-Satz (netto) in Prozent 93.9 91.5
Gewinn vor Finanzierungskosten und Steuern 23.3 27.5 18.0

Bâloise Assurances Luxemburg

Die luxemburgische Geschäftseinheit konnte das Geschäftsvolumen markant steigern und um 22.3 % auf 1’963.5 Mio. CHF zulegen. Die Einheit erzielte das beste Ergebnis ihrer bisherigen Geschichte. Haupttreiber dabei war das Wachstum im Lebengeschäft, wo die Prämien mit Anlagecharakter um 25.2 % gesteigert werden konnten. Im Nichtlebengeschäft wurde das Wachstum gesteigert und die Profitabilität verbessert. Das Prämienvolumen nahm in dieser Sparte um 5 % auf 122.3 Mio. CHF zu. Haupttreiber waren die Branche Motorfahrzeug sowie Produkte für kleinere und mittlere Unternehmen. Die Profitabilität konnte dank tieferer Frequenzschäden verbessert werden. Der Schaden-Kosten-Satz sank um 2.4 Prozentpunkte auf 91.5 %.

Das Lebengeschäft war einmal mehr der Haupttreiber des Wachstums in Luxemburg. Die Prämien mit Anlagecharakter, welche hauptsächlich aus Luxemburg und Liechtenstein heraus vertrieben werden, verzeichneten ein Wachstum von 25.2 % auf 1’761.6 Mio. CHF. Der Verkauf der Produkte läuft zu grossen Teilen über Banken und Broker, während die Produkte aus Liechtenstein ihren Hauptmarkt in Italien haben und vornehmlich durch eigene Verkaufsmitarbeitende über Bank- und Vermögensverwaltungskontakte verkauft werden. Im klassischen Lebengeschäft war das Wachstum mit – 2.7 % rückläufig. Diese Entwicklung ist planmässig. Klassische Produkte mit Garantien oberhalb von Null werden in Luxemburg inzwischen gar nicht mehr angeboten.