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Aktionärsbrief

Baloise überzeugt mit solidem Halbjahresresultat

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

Dr. Andreas Burckhardt, Präsident des Verwaltungsrats (rechts), und Gert De Winter, Vorsitzender der Konzernleitung (links), vor dem Turmhaus des Baloise Parks. Im Herbst wird es seine definitive Höhe von 89 Meter erreichen.

Die Baloise zeigt sich mit den Ergebnissen des ersten Halbjahrs 2018 zufrieden. Mit 269.7 Mio. CHF ging der Aktionärsgewinn gegenüber 2017 zurück (Vorjahr: 299.0 Mio. CHF). Der Grund liegt hauptsächlich im bekanntlich bereits zum Jahresabschluss 2017 in Sanierung befindlichen deutschen Haftpflicht-Portfolio. Dieses wurde in einer konzerneigenen Run-off Einheit isoliert und mit Reserven im Umfang von brutto 46.8  Mio. CHF gestärkt. Um diesen Betrag bereinigt wäre der Gewinn leicht gestiegen. Im Nichtleben erreicht der Schaden-Kosten-Satz netto zum Halbjahr mit 94.1% ein solides Niveau. Der Einmaleffekt aus dem Run-off-Portfolio im Nichtlebengeschäft belastet diesen negativ mit 3 Prozentpunkten. Besonders erfreulich ist, dass die Basler Deutschland mit einem Schaden-Kosten-Satz von 96.4% den nachhaltig angepeilten Zielbereich von 96 - 98% erreicht. Der EBIT im Lebengeschäft konnte auf 193.6 Mio. CHF gesteigert werden (Vorjahr: 114.8 Mio. CHF). Hauptgrund für die Verbesserung war insbesondere das stabilere Zinsumfeld, das den Bedarf für Reserveverstärkungen im Lebengeschäft verringerte. Hiervon profitierte insbesondere das belgische Geschäft, in dem nicht mehr benötigte Zusatzrückstellungen ergebniswirksam aufgelöst werden konnten. Über die gesamte Gruppe resultierte ein positiver Einfluss auf den EBIT des Lebengeschäfts von 38.3 Mio. CHF. Rund zwei Jahre nach dem Start der Simply Safe Strategie zeigt die Baloise zudem eine deutlich erhöhte Kadenz in der Lancierung neuer innovativer Versicherungslösungen. Ausserdem ist auch das Tempo im Eingehen von potentiell zukunftsträchtigen Kooperationen beziehungsweise Investitionen eindrücklich hoch.

Vor zwei Jahren formulierte die Baloise ihre Ambitionen bis 2021. Sie will mit der neuen Strategie „Simply Safe“ im sich wandelnden Versicherungsumfeld zu einem innovativen Anbieter von Lösungen werden, die ihr Kerngeschäft erweitern und über das traditionelle Versicherungsgeschäft hinausgehen. Die Baloise will hier vor allem alternative Geschäftsmodelle entwickeln und Dienstleistungen anbieten, die ausserhalb des Kerngeschäftes liegen. Nach fast zwei Jahren auf dem Weg der bis 2021 anvisierten Ziele kann festgestellt werden: Die Baloise ist innovativ, erweitert ihr Kerngeschäft und denkt über die Grenzen einer traditionellen Versicherung hinaus. Mit der Mobilitätsplattform Mobly in Belgien, dem Online-Versicherer Friday in Deutschland sowie der erst vor kurzem eingegangenen Kooperation mit Carhelper, einer Plattform für Garagendienstleistungen in der Schweiz, baut sie weiter an Ökoplattformen zur Mobilität. Jede Initiative ist auf den jeweiligen Markt zugeschnitten und lokal verankert, profitiert aber von den Erfahrungen und den Know-how Transfer innerhalb der Baloise Group. Im Bereich „Haus & Wohnen“ arbeitet die Baloise zudem weiter an der Entwicklung einer Dienstleistungsplattform im Rahmen der Übernahme von MOVU. Die Zusammenarbeit mit dieser Umzugsplattform wurde in den letzten Monaten intensiviert. Ausserdem profitieren Kunden bereits heute durch ein erweitertes Dienstleistungsangebot, sowohl auf Seite MOVU als auch auf Seiten der Baloise.

Die Baloise ist innovativ, erweitert ihr Kerngeschäft und denkt über die Grenzen einer traditionellen Versicherung hinaus.

Schliesslich laufen die diverse Digitalisierungsprojekte auf Hochtouren, mit welchen die Baloise versucht, Abläufe im Kerngeschäft zu optimieren und den Kundenfokus zu erhöhen. So wie die erst Anfang Jahr eingeführte interaktive Online-Schadenmeldung, bei deren Entwicklung man auf fundiertes internes Know-how über die neusten Technologien rund um die Dunkelverarbeitung und künstliche Intelligenz aufbauen konnte. Bereits wurden in diesem Jahr über 10 solche Projekte gestartet, bei welchen im Rahmen einer Tauglichkeitsprüfung eruiert werden soll, ob sich diese für einen Einsatz im Geschäftsalltag lohnen. So hält die Baloise das Innovationstempo weiter hoch.

In diesem Sommer ist die Baloise in der Schweiz zudem in der Schadenprävention noch einen Schritt weiter gegangen. Mit dem Baloise Hagelflieger, welcher auf dem Flughafen Birrfeld stationiert ist und zunächst die Deutschschweiz abdeckt, lanciert sie ein Projekt zur Hagelbekämpfung. Um die Hagelwahrscheinlichkeit zu reduzieren, fliegt ein mit einer speziellen Sprühvorrichtung bestücktes Kleinflugzeug unter die Hagelwolke und setzt im Zentrum der Aufwinde ökologisch unbedenkliches Silberjodid frei. Das Silberjodid fungiert als Eiskeim. Es verhindert dadurch dass sich grosse und schwere Hagelkörner bilden, die Schaden anrichten könnten. Stattdessen entstehen viele kleine Hagelkörner, die auf dem Weg zu Erde zu Schneematsch beziehungsweise im besten Fall zu Regen werden. Davon profitieren nicht nur unsere Kunden, sondern es gibt einen allgemeinen Nutzen für die betroffenen Regionen.

Dies ist nur eine von vielen Initiativen, bei welcher die Baloise ausserhalb des Kerngeschäftes soziale Verantwortung übernimmt. Sie setzt sich daher auch im Rahmen des Innovations- und Transformationsprozesses mit gesellschaftlichen, volkswirtschaftlichen und politischen Fragen auseinander. Dies garantiert ihr, dass sie als Dienstleisterin immer am Puls der Kunden bleibt.

Die Basis für den Innovationsmotor ist mitunter auch die hervorragende Kapitalisierung der Baloise. Es ist erfreulich, dass die Rating-Agentur Standard & Poor's die Optimierungen der Risikotragfähigkeit der Baloise bei gleichzeitigem Ausbau der Dienstleistungen für die Kunden und unter Beibehalten der attraktiven Aktionärspolitik honoriert. Sie hob deshalb im Juni das Rating von "A" mit positivem Ausblick auf "A+" mit stabilem Ausblick. Mit diesem Rating erklimmt die Baloise im Vergleich der mittelgrossen europäischen Versicherer eine Spitzenposition.

Das solide Halbjahresergebnis ist für die Baloise Beleg, dass sie auf dem richtigen Weg und bezüglich ihrer strategischen Ziele auf Kurs ist. Die Bedeutung der Mitarbeitenden und die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur wurden mehrfach betont. Diese sind und bleiben die wichtigsten Faktoren für die nachhaltige digitale Transformation. Die Baloise wird weiter an Dynamik zulegen und dabei den Fokus auf die Kunden und Mitarbeitende nicht aus den Augen verlieren. Die Mitarbeitenden sind der Schlüssel damit schliesslich auch die Kunden spürbare Veränderungen im Umgang mit der Baloise wahrnehmen.

Basel, im August 2018

Dr. Andreas Burckhardt

Präsident des Verwaltungsrats

Gert De Winter

Vorsitzender der Konzernleitung