C-Level Insights

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Michael Müller
CEO Basler Versicherungen Schweiz

Michael Müller, wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung der Baloise im Bereich Innovation?

Ich spürte die unternehmerische Energie, welche sich in diversen Projekten und Initiativen zeigt. Dies ist wichtig, weil die damit verbundene Innovation uns als Unternehmen aufzeigt, welches Potential in der digitalen Transformation steckt und in welche Richtung die Zukunft gehen könnte. Das Kerngeschäft ist aber weiterhin die Basis, um überhaupt die Risiken neuer Ideen und Geschäftsmöglichkeiten einzugehen.

Wie finden Sie die Balance zwischen Tradition und Innovation?

Michael Müller, Leiter Konzernbereich Schweiz

Grundsätzlich ist dies eine wichtige und gleichzeitig anspruchsvolle Aufgabe. Umso mehr freut es mich, dass wir unser Geschäft sowohl im Bereich Nichtleben als auch im Leben technisch weiterhin sehr gut im Griff haben. Wir konnten ausserdem im anspruchsvollen Schweizer Markt bei unverändert hoher Profitabilität mit einem Anstieg des Prämienvolumens im Nichtleben auf 1'054.7 Mio. CHF auch leicht wachsen. Im Lebengeschäft sanken die IFRS-Prämien auf 1'891.3 Mio. CHF. Dies widerspiegelt unsere konsequente Zeichnungspolitik aufgrund der nach wie vor schwierigen Verhältnisse im Lebengeschäft. Im Gegenzug sind wir mit unseren Vermögensverwaltungsmandaten stark gewachsen. Unser Geschäftsmodell Bank und Versicherung bietet für unsere Kundinnen und Kunden zusätzliche Opportunitäten, was sich im schönen Wachstum dieses Bereichs auch zeigt.

Auf der Grundlage des starken Kerngeschäftes haben wir in der Schweiz verschiedene neue Produkte lanciert, Initiativen gestartet und Kooperationen geschlossen. Mit der Cyberversicherung für KMU reagieren wir auf ein steigendes Kundenbedürfnis bei einem schwierigen Thema für Unternehmen. Der neue Schadenmeldungsprozess ist zudem ein tolles Beispiel, wie wir Kundenbedürfnisse abholen und gleichzeitig die Effizienz interner Prozesse steigern. Den Kunden erwartet ein interaktiver Chat mit Foto- und Spracherkennung. Eine Schadenmeldung geht ganz schnell und einfach. Die entsprechenden Angaben fliessen anschliessend in unsere Systeme. Seit mehr als 10 Jahren verfügen wir über Erfahrungen in der Dunkelverarbeitung, welche hier eingeflossen sind. So digitalisieren wir mittlerweile täglich intern 98% des Postverkehrs.

Ein Kern der neuen Strategie ist die Erweiterung des Geschäftsmodells über die klassische Versicherungsdeckung hinaus.

Sie lancieren viel und sind sehr innovativ. Aber wohin soll das führen?

Ein Kern der neuen Strategie ist die Erweiterung des Geschäftsmodells über die klassische Versicherungsdeckung hinaus. In der Schweiz konzentrieren wir uns dabei im ersten Halbjahr auf die beiden Geschäftsökosysteme „Heim“ und „Mobilität“. In diesem Bereich bauen wir mit Partnern, Kooperationen und eigenen Dienstleistungen ein Netzwerk auf, welches den Kundinnen und Kunden in gewissen Situationen das Leben vereinfacht. Der Auf- und Ausbau dieser Ökosysteme erfolgt über verschiedene Massnahmen.

Welches sind diese Massnahmen?

Unsere Gegenstandsversicherung, dank welcher der Kunde heute zirka 60 verschiedene Einzelgegenstände versichern kann, ermöglicht einen Ausbau des Netzwerkes mit Kooperationspartnern. Ob ein E-Bike, eine Golfausrüstung, das Hörgerät oder der Laptop: Mit unseren Gegenstandsversicherungen lassen sich einfache Deckungen rasch und unkompliziert abschliessen. Die Kooperationen ermöglichen uns dann, direkt beim Kauf eines Produktes mit den Kundinnen und Kunden in Kontakt zu treten. Mit dem Kauf der digitalen Umzugsplattform Movu haben wir zudem das Ökosystem „Heim“ gestärkt. Wir decken damit nicht nur alle Fragen rund um den Umzug sowie die entsprechenden Versicherungsdeckungen ab, sondern verfügen mit der Baloise Bank SoBa auch über eine starke Kernkompetenz im Bereich Eigenheim-Finanzierung.

Ein zweites strategisches Standbein ist das Ökosystem „Mobilität“. Wir bieten hier Lösungen an für Kunden mit einigen Kooperationspartnern, teilweise besteht diese Zusammenarbeit seit Jahren, wie beispielsweise mit unserem Kooperationspartner TCS.  Mit der Beteiligung an Carhelper, einem Autoservice-Direktvergleich, untermauern wir unsere Kooperationen im Bereich Mobilität. Durch die strategische Partnerschaft mit Carhelper erweitern wir zudem die Kontaktmöglichkeiten zu neuen Kunden.

Wie schätzen Sie die weiteren Entwicklungen der Baloise in naher Zukunft ein?

Wir sehen für die Zukunft eine grosse Chance in Dienstleistungen, die teilweise auch über eine kundenfreundliche digitale Plattform in einem Ökosystem integriert sind. Die Digitalisierung ist ein Katalysator solcher Entwicklungen. Ich bin aber auch überzeugt, dass die persönliche Beratung sehr wichtig ist und in Zukunft in komplexen Fragestellungen sogar an Bedeutung zunimmt. Bei der Flut an verfügbaren Informationen wird es wichtig, jemanden zu haben, der beratend zur Seite steht. Als Basler Schweiz sehen wir uns auch hier gut aufgestellt.