C-Level Insights

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Thomas Sieber
Leiter Konzernbereich Corporate Center

Thomas Sieber, Leiter Konzernbereich Corporate Center

Zurzeit erlebe ich eine der spannendsten Phasen in meiner Laufbahn bei der Baloise. Nicht nur, weil der Konzernbereich Corporate Center eine wichtige Schnittstelle der Initiativen der neuen strategischen Ausrichtung "Simply Safe" ist, sondern auch weil ich sehe, dass sich jetzt schon vieles bewegt. Wir haben wertvolle Partnerschaften mit Fokus auf Start-up Scouting und Insurtech Investments abschliessen können, wobei ich an dieser Stelle besonders die Zusammenarbeit mit Anthemis, Go Beyond und F10 herausstreichen möchte. Alle drei Partner decken eine spezifische Bedürfnisfacette ab, die sich im sich schnell wandelnden Umfeld aufgetan hat.

Diese schnelle Lancierung war nur möglich, weil der gruppenweite Austausch schrankenlos und engagiert gelungen ist und Entscheidungen auch mal nach dem Motto <Loslassen und ausprobieren, nicht immer nur reden> getroffen wurden.

Betrachtet man die Suche nach für uns interessanten Start-ups als Lebenszyklus, bieten sich für die drei genannten Partnerschaften zum besseren Verständnis folgende Analogien an: F10 ist eine Art Brutkasten für Start-ups, wobei wir versuchen, einerseits mit unserer Expertise als Wachstumsbeschleuniger Pate zu stehen – zum Beispiel indem wir den Start-ups erklären, wie eine optimale Preisgestaltung für ihre Produkte gemacht werden kann –, andererseits möchten wir natürlich frühestmöglich mit an Bord sein, wenn sich die Saat zu einer schönen Blume entwickelt. Dank des regelmässigen Austauschs über F10 sind wir hautnah bei diesen Entwicklungsstadien dabei. Go Beyond unterstützt uns an etwas fortgeschrittener Stelle, nämlich beim Scouting von Start-ups, die der Brutstätte bereits entwachsen sind und schon die ersten Schritte gehen können, und Anthemis ist für uns und mit uns auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten, die den Kinderschuhen am entwachsen sind. Jüngstes Beispiel ist die Investition in den digitalen Gegenstandsversicherer TROV, die dank Anthemis durchgeführt werden konnte. Diese Partnerschaften zeichnet vor allem eines aus: Sie stehen nicht nur beratend zur Seite, sondern leben die neue digitale Welt. Um bei derselben Analogie zu bleiben: Ein weiteres Projekt, das mir grosse Freude macht, ist der Baloise-eigene Zögling FRIDAY. Das Team in Berlin hat es geschafft, innerhalb von weniger als einem Jahr eine digitale Motorfahrzeugversicherung mit einem völlig neuen Ansatz an den Markt zu bringen. Seit August sind sie mit ihrem Pay-Per-Kilometer-Produkt auf der Jagd nach Kunden, die grösstmögliche Flexibilität und einfaches Handling ihrer Policen schätzen. Bemerkenswert: Diese schnelle Lancierung war nur möglich, weil der gruppenweite Austausch schrankenlos und engagiert gelungen ist und Entscheidungen auch mal nach dem Motto "Loslassen und ausprobieren, nicht immer nur reden" getroffen wurden. Für die sicherheitsaffine Versicherungsbranche keine Selbstverständlichkeit!

Anschliessend an den letztgenannten Punkt eine weitere Entwicklung, die wir bei der Baloise noch weiter vorantreiben möchten. Um auch künftig Erfolg zu haben, müssen wir lernen, grosszügiger und toleranter miteinander zu sein, nicht immer alles regeln zu wollen und damit auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner zu landen und überhaupt Heterogenität zuzulassen. Wir brauchen damit nicht nur mehr Offenheit gegen innen, sondern müssen uns auch noch mehr öffnen gegen aussen. Der Erwerb von MOVU ist ein sehr schönes Beispiel, wo uns dies hervorragend gelungen ist.