Glossar

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Aktienrückkaufprogramm

Vom Verwaltungsrat verabschiedetes Vorgehen zum Rückkauf von ausstehenden Aktien durch das Unternehmen selbst. In der Schweiz werden diese Rückkäufe über eine separate Handelslinie abgewickelt.

Anlagegebundene Versicherung

Lebensversicherungsverträge, bei denen der Versicherungsnehmer sein Sparkapital auf eigene Rechnung und Risiko anlegt.

Annual Premium Equivalent (APE)

Annual Premium Equivalent (APE) ist eine Standardmessgrösse der Versicherungswirtschaft für das Neugeschäftsvolumen in der Lebensversicherung. Sie errechnet sich aus der Summe von Jahresprämien aus dem Neugeschäft und 10 % der Einmalprämien der Berichtsperiode.

Ausgegebene Aktien

Gesamtzahl der Aktien, die ein Unternehmen ausgegeben hat. Die Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien, multipliziert mit deren Nominalwert, ergibt das nominelle Aktienkapital des Unternehmens.

Baloise

«Baloise» steht für «Baloise Group», «Bâloise Holding» für «Bâloise Holding AG». Mit Baloise-Aktie ist die Aktie der Bâloise Holding AG gemeint.

Brutto

Als «brutto» wird im Geschäftsbericht einer Versicherung eine Bilanz- oder Erfolgsrechnungsposition vor Abzug der Rückversicherung bezeichnet.

Deckungskapital

Als Deckungskapital bezeichnet man die Rückstellungen für die laufenden Versicherungsverträge in der Lebensversicherung.

Eigenkapitalrendite (Return on Equity)

Rechnerische Verzinsung des Eigenkapitals einer Unternehmung in einem Geschäftsjahr. Dabei wird der in einem Geschäftsjahr erwirtschaftete Gewinn in Beziehung zum durchschnittlichen Eigenkapital gesetzt.

Einmaleinlage

Bei der Einmaleinlage erfolgt die Finanzierung der Lebensversicherung bei Beginn in Form einer einmaligen Einlage. Sie dient meistens zur Finanzierung von vermögensbildenden Lebensversicherungen, wobei Rentabilität und Sicherheit im Vordergrund stehen.

Embedded Value (MCEV)

Der Market Consistent Embedded Value (MCEV) misst per Bilanzstichtag den Wert eines Lebenportefeuilles für den Aktionär. Siehe auch separaten MCEV Bericht.

Festverzinsliche Wertpapiere

Wertpapiere (meistens Obligationen), die während ihrer ganzen Laufzeit zu einem festen Satz verzinst werden.

Für Dritte verwaltete Vermögen

Vermögen, die im Auftrag von Kunden und Partnern treuhänderisch verwaltet werden.

Geschäftsbereich

Geschäftsbereiche sind eine Zusammenfassung ähnlicher beziehungsweise verwandter Geschäftstätigkeiten. Diese sind: Nichtleben, Leben, Bank (inklusive Vermögensverwaltung) und Übrige Aktivitäten. Im Geschäftsbereich «Übrige Aktivitäten» sind insbesondere Beteiligungs-, Immobilien- und Investitionsgesellschaften enthalten.

Geschäftsvolumen

Das Geschäftsvolumen umfasst die in der Geschäftsperiode erzielten Prämieneinnahmen aus dem Nichtleben- und Lebensversicherungsgeschäft sowie aus dem Geschäft mit anlagegebundenen Lebensversicherungen. Letztere dürfen aufgrund der der Baloise Group zugrunde liegenden Rechnungslegungsgrundsätze nicht als Ertragsgrösse im konsolidierten Abschluss ausgewiesen werden.

Gewinnbeteiligungssatz

Eine Kennzahl, die das Verhältnis der Gewinnbeteiligungen zu den Prämien ausdrückt. Unter Gewinnbeteiligungen werden die Rückvergütungen, die dem Versicherungsnehmer im Nichtlebengeschäft aufgrund des guten Vertragsverlaufs entrichtet wurden, verstanden.

IFRS

Die Baloise Group erstellt ihren konsolidierten Geschäftsabschluss seit 2000 in Übereinstimmung mit den internationalen Rechnungslegungsnormen IFRS (International Financial Reporting Standards, vormals IAS).

Impairment (Wertminderung)

Erfolgswirksam erfasste Abwertung eines Vermögenswerts. Mittels eines Werthaltigkeitstests (Impairment-Test) wird festgestellt, ob der Buchwert eines Vermögenswerts höher ist als dessen erzielbarer Betrag. Gegebenenfalls wird der Vermögenswert auf den erzielbaren Betrag erfolgswirksam abgewertet.

Jahresgewinn nach Steuern

Der Jahresgewinn nach Steuern entspricht dem konsolidierten Endergebnis sämtlicher Erträge und Aufwendungen abzüglich der Finanzierungskosten sowie der laufenden und latenten Ertragssteuern. Der Jahresgewinn nach Steuern enthält den nicht beherrschenden Anteil am Ergebnis.

Kapitalanlagen

Unter Kapitalanlagen werden Renditeliegenschaften, Aktien und alternative Finanzanlagen (Titel mit Eigenkapitalcharakter), festverzinsliche Wertpapiere (Titel mit Fremdkapitalcharakter), hypothekarische Anlagen, Policen- und übrige Darlehen, Derivative sowie flüssige Mittel zusammengefasst. Edelmetalle aus dem anlagegebundenen Versicherungsgeschäft werden untern den «Übrigen Aktiven» ausgewiesen.

Kollektivlebengeschäft

Versicherungsgeschäft, das durch Firmen respektive deren Vorsorgewerke für alle ihre Angestellten für die berufliche Vorsorge abgeschlossen wird.

Kostensatz

In Prozenten ausgedrückte Kennziffer, die das Verhältnis der Kosten des Nichtleben-Versicherungsgeschäfts zu den Prämien zeigt.

Latente Steuern

Wahrscheinlich eintretende zukünftige Steuerbe- und -entlastungen aufgrund temporärer Differenzen zwischen den im konsolidierten Abschluss ausgewiesenen Werten und den steuerlichen Ansätzen von Vermögenswerten und Schulden. Der Berechnung liegen die landesspezifischen Steuersätze zugrunde.

Legal Quote

Prozentsatz, der gesetzlich oder vertraglich festgelegt ist. Er verpflichtet die Lebensversicherungen, einen bestimmten Teil der Ergebnisse an die Versicherungsnehmer weiterzugeben.

Makler / Broker

Versicherungsmakler, auch Broker genannt, sind unabhängige Versicherungsvermittler. Es handelt sich um Firmen oder Personen, die in der Platzierung von Versicherungsverträgen an keine Versicherungsgesellschaft gebunden sind. Für die von ihnen getätigten Versicherungsabschlüsse erhalten sie Provisionen.

Mindestzinssatz

Zinssatz, mit dem die entsprechenden Sparguthaben im Geschäft der beruflichen Vorsorge zu verzinsen sind.

Netto

Als «netto» wird im Geschäftsbericht einer Versicherung eine Bilanz- oder Erfolgsrechnungsposition nach Abzug der Rückversicherung bezeichnet.

Neugeschäftsmarge

Wert des Neugeschäfts dividiert durch Annual Premium Equivalent (APE).

Nicht realisierte Gewinne und Verluste (im Eigenkapital)

Nicht realisierte Gewinne und Verluste sind erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Mehr- oder Minderwerte, die aus der Bewertung von Vermögenswerten resultieren. Die Erfassung im Eigenkapital erfolgt unter Abzug latenter Überschussbeteiligung (Lebensversicherungsgeschäft) und latenter Steuern. Diese Mehr- oder Minderwerte werden erst bei Veräusserung des zugrunde liegenden Vermögenswerts oder der Vornahme eines Impairments (Wertminderung) in die Erfolgsrechnung überführt.

Performance der Kapitalanlagen

Die Performance misst den betriebswirtschaftlichen Erfolg der Kapitalanlagen. Sie setzt die in der Erfolgsrechnung erfassten Gewinne, Verluste, Erträge und Aufwendungen sowie die Veränderung der noch nicht realisierten Gewinne und Verluste ins Verhältnis zum durchschnittlichen Bestand der Kapitalanlagen.

Periodische Prämien

Periodisch wiederkehrende Prämieneinnahmen (siehe Definition der «Prämie»).

Prämie

Entgelt, das der Versicherungsnehmer zur Deckung der Versicherungsaufwendungen zu leisten hat.

Prämien mit Anlagecharakter

Prämieneinnahmen aus Lebensversicherungsverträgen, bei denen die Versicherungsgesellschaft das Sparkapital des Versicherungsnehmers auf dessen Rechnung und Risiko anlegt. Gemäss den von der Baloise Group angewandten internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen dürfen die Sparanteile dieser Prämieneinnahmen nicht als Ertrag in der Erfolgsrechnung ausgewiesen werden.

Prämienübertrag

Rechnungsabgrenzungsposten, der diejenigen Teile der Prämien umfasst, die für die Zeitabschnitte nach dem Bilanzstichtag entrichtet worden sind.

Rückstellungen

Bewertung der zukünftigen Versicherungsleistungen aus bekannten und noch nicht bekannten Schäden, die in der Bilanz als Passiven ausgewiesen werden.

Rückversicherung

Möchte die Versicherungsgesellschaft das Risiko aus einem Versicherungsvertrag oder einem ganzen Portefeuille von Verträgen nicht selbst voll tragen, gibt sie einen Teil des Risikos an eine Rückversicherungsgesellschaft oder einen anderen Direktversicherer weiter. Dem Versicherungsnehmer gegenüber haftet jedoch in allen Fällen der Erstversicherer für das volle Risiko.

Run Off-Geschäft

Versicherungsbestand, in den keine neuen Verträge mehr eingehen und der sukzessive ausläuft.

Schadenaufwand

Der Schadenaufwand umfasst die im Geschäftsjahr bezahlten Leistungen aus Versicherungsfällen, die Bildung von Rückstellungen im Zusammenhang mit Versicherungsfällen, die noch zu bezahlen sind, die Auflösung von Rückstellungen von Versicherungsfällen, die nicht mehr oder nicht gänzlich zu bezahlen sind, die angefallenen Kosten aus der Bearbeitung der Versicherungsfälle sowie die Entwicklung der entsprechenden Rückstellung.

Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio)

Kennzahl des Nichtleben-Versicherungsgeschäfts, die den Schadenaufwand (Schadensatz), die Kosten (Kostensatz) und die Gewinnbeteiligungen (Gewinnbeteiligungssatz) im Verhältnis zu den Prämien ausdrückt. Diese Kennzahl wird zur Beurteilung der Rentabilität des Nichtleben-Versicherungsgeschäfts verwendet.

Schadenrückstellung

Rückstellungen für Schäden, deren Abwicklung am Jahresende noch nicht erfolgt ist.

Schadensatz

In Prozenten ausgedrückte Kennzahl, die das Verhältnis des Schadenaufwands zu den Prämien ausdrückt.

Scoring

Scoring steht für analytisch-statistische Verfahren, bei denen aus erhobenen Daten anhand von Erfahrungswerten Risikoeinschätzungen abgeleitet werden. Versicherungen setzen Scoring ein, um risikogerecht tarifieren zu können.

Segment

Die der Finanzberichterstattung der Baloise Group zugrunde liegenden internationalen Rechnungslegungsgrundsätze (IFRS) erfordern eine gebündelte Darstellung wirtschaftlich zusammenhängender Geschäftsaktivitäten. Diese Bündelung der Geschäftsaktivitäten wird in so genannten «Segmenten» nach Regionen und Geschäftsbereichen dargestellt.

SLI

Der SLI (Swiss Leader Index) enthält die 30 liquidesten und grössten Titel des Schweizer Aktienmarktes.

Solvabilität

Mindestkapitalausstattung, die den Versicherungsgesellschaften durch die Aufsichtsbehörden vorgegeben wird, um Geschäftsrisiken (Kapitalanlagen, Schäden) abzudecken. Diese Vorgabe ist in der Regel national festgelegt und kann in den einzelnen Ländern unterschiedlich ausfallen.

Überschussbeteiligung

Jährliche, nicht garantierte Leistung zugunsten des Versicherungsnehmers einer Lebensversicherung, die gewährt wird, wenn gegenüber den Annahmen, die der Prämienberechnung zugrunde liegen, die Erträge höher und / oder der Risiko- und Kostenverlauf günstiger sind.

Verdiente Prämie

Prämienteile, die zur Deckung des während des Geschäftsjahrs gewährten Versicherungsschutzes zur Verfügung stehen, das heisst Prämien abzüglich Veränderung des Prämienübertrags.

Versicherungsleistungen

Die vom Versicherer erbrachten Leistungen im Zusammenhang mit dem Eintreten eines versicherten Ereignisses.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Ergebnis umfasst die Gegenüberstellung sämtlicher Aufwendungen und Erträge aus dem Versicherungsgeschäft. Dem Versicherungsgeschäft fremde Aufwendungen und Erträge sowie das Ergebnis aus den Kapitalanlagen sind im versicherungstechnischen Ergebnis nicht enthalten.

Versicherungstechnische Rückstellungen

Versicherer weisen in der Bilanz den Wert der zukünftig zu erbringenden Leistungen, berechnet zum heutigen Zeitpunkt, aus, den sie aus den bestehenden Versicherungsverträgen erwarten. Der Wert wird nach anerkannten Grundsätzen berechnet.

Wert des Neugeschäfts

Der in der Berichtsperiode durch das Neugeschäft geschaffene Wert, bewertet zum Zeitpunkt des Policenabschlusses.