Auf der Digitalisierungswelle durchs Museum surfen

Fiona Egli
27. März 2020
Kunst, Nachhaltigkeit, faktischversichert
Kunstgenuss von zu Hause aus: Vermehrt zeigen namhafte Museen ihre Sammlungen auch online. Interessierte können durch Epochen scrollen und sich per Mausklick durch leere Museumsgänge navigieren – zeit- und ortsunabhängig. Bei der Baloise hat die Förderung von Kunst Tradition. Unlängst haben auch wir unsere Sammlung einem breiten Publikum digital zugänglich gemacht.

Innerhalb eines Tages das Musée d’Orsay in Paris, die National Gallery in London und das Berliner Pergamon Museum besuchen? Virtuelle Museumsrundgänge machen solche Kunstreisen möglich. Seit rund zehn Jahren nutzen grosse Museen vermehrt die Möglichkeiten der Digitalisierung für sich und gewähren Internetnutzerinnen und -nutzern Einblicke in ihre Sammlungen. In sogenannten Online-Museen können Interessierte durch Museumsgänge schlendern, an spezifischen Themenrundgängen teilnehmen und Gemälde, Skulpturen oder Fotografien beliebig nahe heranzoomen. Hintergrundinformationen zu den Exponaten in Form von Texten oder gar Audiomaterial ergänzen die virtuellen Touren.

Jederzeit in vergangene Epochen eintauchen

Digitale Kunstausstellung

Überall und zu jeder Zeit – das sind die Hauptcharakteristika von Online-Museumsbesuchen. Mit virtuellen Ausstellungen heben Museen Raumgrenzen auf und öffnen ihre Tore somit auch für Menschen, die keine Reise in das eigentliche Museum auf sich nehmen können oder möchten. Ein weiteres Plus von Online-Museen sind die zeitlichen Freiheiten. Die Besucher sind nicht an Öffnungszeiten gebunden und können ihren Rundgang beliebig lange oder kurz gestalten. Einen anderen Vorteil sieht Sabrina Schmid, Doktorandin der Kunstgeschichte an der Universität Basel, im Umfang digitaler Sammlungen: «Meistens werden im Museum nur wenige Prozent der Kunstwerke gezeigt, die sich in der Sammlung befinden. Über die Digitalisierung der Sammlung ist der Zugang hingegen zu allen Objekten gewährleistet.»

Eine virtuelle Ausstellung sollte nicht als Ersatz, sondern vielmehr als Ergänzung zur realen Ausstellung angesehen werden.

Sabrina Schmid, Doktorandin der Kunstgeschichte an der Universität Basel

Kann ein virtueller den wirklichen Museumsbesuch ersetzen?

Besucher betrachten ein Kunstwerk währen einer Führung durch eine Kunstaustellung

«Eine Betrachtung des Digitalisats kann diejenige des Originals nicht ersetzen. So ist es technisch beispielsweise noch nicht möglich, die tatsächliche Grösse des Kunstwerks beziehungsweise seine Räumlichkeit oder auch seine Materialität digital nachzubilden. Hinzukommt die vieldiskutierte ‘Aura’ eines Kunstwerks, die durch eine Digitalisierung nicht reproduziert werden kann», führt Sabrina Schmid weiter aus. Das muss jedoch gar nicht der Anspruch an eine digitale Sammlung sein: «Eine virtuelle Ausstellung sollte nicht als Ersatz, sondern vielmehr als Ergänzung zur realen Ausstellung angesehen werden», so die Kunsthistorikerin. Zudem erfüllen Museen einen wichtigen kulturellen Auftrag sowohl für die heutige als auch die morgige Generation: Ein Museum bewahrt nicht nur Kulturgut, sondern setzt sich mit seinem Engagement auch für Kunst- und Kulturbildung ein. Mit ihrem nachhaltigen Ansatz im Bewahren von kulturellen Werten erfüllen Museen einen hohen Dienst – an unserer Kultur sowie für die Gesellschaft. Um diesem Auftrag auch in Zukunft nachkommen zu können, sind Museen auf Besucherinnen und Besucher angewiesen.

Vor kurzem die Online-Eröffnung gefeiert hat die Baloise Kunstsammlung

Auch wir möchten Kultur bewahren und sie zugänglich machen. Das Engagement der Baloise im Bereich Kunst ist vielfältig und fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Rund 1500 Werke umfasst unsere Sammlung, die teilweise im öffentlich zugänglichen Kunstforum ausgestellt ist. Um die Zugänglichkeit zu allen unternehmenseigenen Kunstwerken einem breiten Publikum jederzeit zu gewährleisten, haben wir unsere Sammlung digitalisiert. Von Mathieu Kleyebe Abonnenc bis Walter Kurt Wiemken – in unserer digitalen Sammlung gibt es viel Kunst zu entdecken.

art.baloise.com

Unsere Kunst-Aktivitäten & digitale Sammlung