Dividenden als wichtiges Signal für Stabilität in der Krise

Kim Berrendorf
6. Mai 2020
Ein Unternehmen, das zuverlässig Dividende an seine Aktionäre ausbezahlt, symbolisiert Sicherheit. Vor allem in Krisenzeiten, wie der aktuellen Corona-Krise, dient die Auszahlung der geplanten Dividende als Sicherheitsmerkmal und Wegweiser in die Zeit nach der Krise.

Gründe für eine Dividendenzahlung wie geplant

Eine zuverlässige Dividendenzahlung trägt auch bei der Baloise wesentlich dazu bei, dass sie von vielen Investoren als sicherer Hafen wahrgenommen wird. Diese Wahrnehmung hat nicht nur positive Konsequenzen für die Baloise, sondern auch einen hohen gesellschaftlichen Wert, da die Baloise im Interesse des Versicherungskollektivs zuverlässig den Ansprüchen ihrer Kunden nachkommt.

Anker

Warum in Versicherungen investiert wird

Versicherungen sind in der Regel aus Investorensicht keine Wachstumstitel und auch nicht geeignet für Spekulationen. Die meisten Investoren investieren wegen der verlässlichen Dividende in Versicherungen. Viele sind auf Langfristigkeit ausgerichtet und schätzen insbesondere die Sicherheit und Verlässlichkeit von Versicherungen. Daher sind auch etliche Pensionskassen und Fonds, die auf die Altersvorsorge ausgerichtet sind und daher ihren Fokus besonders stark auf Sicherheit legen, in Versicherungen wie die Baloise investiert.

Rettungsring

Auswirkung von Dividendenausfällen bei Versicherungen

Gerade in Krisenzeiten, in denen die Börsenkurse stark fallen und sehr unbeständig sind, dienen Dividendenzahlungen als sichere Stütze. Insbesondere besitzen Pensionskassen die gesellschaftliche Aufgabe, Menschen im Ruhestand finanzielle Flexibilität zu gewährleisten. Dividendenausfälle von Versicherern hätten hier gleich zwei negative Auswirkungen:

Zum einen würde durch den Ausfall der Dividendenzahlung auch weniger Liquidität zurück in den Markt geführt. Der Markt benötigt den Geldfluss derzeit allerdings dringender als die Versicherungen selbst.

Zum anderen würde viel Vertrauen in die Sicherheit und Verlässlichkeit der Versicherungen seitens der Investoren verloren gehen. Je stärker die Regulierungsmassnahmen, desto grösser wird der langfristig negative Einfluss auf den Versicherungssektor sein. Denn aus Investorensicht ist ein eingeschränktes  Handlungsvermögen der Unternehmen negativ zu werten. Dieser Verlust an Sicherheit,  Vertrauen und Handlungsfreiheit würde zu weiteren deutlichen Kursrückgängen bei Versicherungsaktien führen.

Schliesslich würden sich auch die investierten Pensionskassen und andere Langfristinvestoren in einer Situation wiederfinden, in der ein erheblicher Teil genau dieser Investoren ohnehin mit dem Thema «Unterdeckung» konfrontiert ist. Am Beispiel der Pensionskassen bedeutet eine Unterdeckung, dass die Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden grösser sind als ihr derzeitiges Vermögen. Dies resultiert, wenn die Rendite auf den Vermögensanlagen geringer ausfällt als der vom Bundesrat festgesetzte Mindestzinssatz. Im schlimmsten Fall ist die erwirtschaftete Rendite sogar negativ, wodurch eine erhebliche Unterdeckung (<90%) resultieren kann. Aus diesem Grund kann die pauschale Durchsetzung von Dividendensperren deutlich grösseren gesellschaftlichen Schaden anrichten als eine Auszahlung wie geplant.

Individuelles Abwägen als Teil der unternehmerischen Verantwortung

Aus einer liberalen Sicht sollte über eine Dividendenaussetzung oder -kürzung jedes Unternehmen aufgrund der individuellen Situation selbst entscheiden können, solange  keine Staatsmittel zur Stützung des Unternehmens in Anspruch genommen werden.

Diesbezüglich steht die Versicherungsindustrie mit ihrem Geschäftsmodell zu Recht für Sicherheit und Nachhaltigkeit. Sie hat die vergangenen Finanzkrisen besser gemeistert als beispielswiese die Bankenbranche und niemals staatliche Hilfe beansprucht. Ausserdem sind die meisten Versicherer auch in der aktuellen Phase noch stark kapitalisiert – die Solvenzquoten lagen am Jahresanfang oft bei mehr als dem 2-fachen, von dem was nötig ist. Damit sind sie auch aktuell noch sicher im grünen Bereich und können die Ansprüche aller Anspruchsgruppen auch in der vorherrschenden Situation erfüllen.

Zeichen für Vertrauen

Die gesamte Wertschöpfung mit einbeziehen

Die Entscheidung, ob eine Kürzung der Dividendenzahlung erfolgt oder nicht, sollte somit im Hinblick auf alle Anspruchsgruppen getroffen werden. Wenn wir die Wirkungen auf alle Ressourcengruppen unseres Wertschöpfungsmodells miteinbeziehen, ergeben sich Abhängigkeiten unseres Handelns, die dringend mitbedacht werden sollten – genau wie die individuelle Cash- und Kapitalsituation der betreffenden Unternehmung. Nur so kann eine Entscheidung nachhaltig Wert schaffen – und das über die Krise hinaus.

Der Verwaltungsrat der Baloise hat sich aufgrund der guten Ausgangslage, der starken Performance des Unternehmens und auch im Wissen um die Turbulenzen an den Kapitalmärkten sowie der sich eintrübenden Konjunktur ganz bewusst dazu entschieden, der Generalversammlung eine um 40 Rappen erhöhte Dividende von 6.40 CHF vorzuschlagen. Damit untermauern wir unsere Stabilität in Krisenzeiten. Jetzt und auch in Zukunft stützt die Baloise die Teile der Wirtschaft, welche direkt von den Auswirkungen der Krise betroffen sind. Dies geschieht in Form von Schadenzahlungen an unsere Kunden, Lohnzahlungen an unsere Mitarbeitenden und Dividendenzahlungen an unsere Aktionäre. In der Zukunft wird die Baloise damit auch weiterhin ein verlässlicher Partner und «sicherer Hafen» für Kunden, Mitarbeitende und Aktionäre sein.  

umgefallenes Glas mit Münzen

Warum eine Aktiengesellschaft Dividenden ausbezahlt

Investoren, die Aktien halten, verschaffen der jeweiligen Aktiengesellschaft Kapital. Dieses Kapital kann für Wachstum oder Innovation verwendet werden und trägt zu einem höheren Gewinn bei. Da die Investoren jedoch auch einigen Risiken ausgesetzt sind, wie dem Misserfolg von Innovationen oder einem generellen Abschwung der Wirtschaft, wie aktuell aufgrund dem Ausbruch der Corona Pandemie, müssen sie für einen potentiellen Einbruch des Aktienkurses entschädigt werden. Daher erwarten die Investoren für dieses Risiko eine Kompensation in Form der Dividendenzahlung.

Politische Vorgaben zur Dividendenzahlung

Die aktuelle Situation betreffend Corona hat dazu geführt, dass Staat und Politik eine verstärkt prägende Rolle in der Wirtschaft einnehmen. Bezogen auf die Thematik rund um Dividenden hat die EIOPA (European Insurance and Occupational Pensions Authority) im April 2020 die Europäischen Versicherer zu einem Aussetzen ihrer geplanten Dividendenzahlungen aufgefordert. Denn grosse Cash-Abflüsse in Form von Dividendenzahlungen gelten als wenig sozial, wenn gleichzeitig die Gemeinschaft der Steuerzahler einspringt, um Unternehmen und ganze Volkswirtschaften zu retten. Die Schweizer Versicherungsaufsicht hat ebenfalls zu einem umsichtigen Vorgehen aufgerufen. Sie unterscheidet bei den Finanzinstituten aber stärker zwischen Banken und Versicherungen. Ein differenzierendes Vorgehen, das die individuelle Basis stärker in Betracht zieht, scheint hierbei aus vielerlei Hinsicht, auch aus gesellschaftlicher Perspektive, sinnvoll.