Die Baloise als Unterstützerin sozialer Innovation

Alexandra Kromer
23. März 2021
Die Baloise hat das Schweizer Start-up TWIICE, den Entwickler eines Exoskeletts, bei einem Videodreh in Zermatt begleitet. Was ein Exoskelett ist, wie wir mit der Partnerschaft die Mobilität der Zukunft fördern und wie der Videodreh abgelaufen ist, beantworten wir im Beitrag.

Was sind Exoskelette?

Ein Exoskelett ist ein mechanisches Gerüst, das wie ein äusseres Skelett am Körper angebracht wird und die Mobilität von Menschen verändern kann: Nicht nur Menschen mit einer Rückenmarksverletzung wird dadurch ermöglicht, wieder zu gehen. «Exoskelette gelten als Durchbruch im Bereich Technik und Mechatronik. Dank der modularen Bauweise haben Exoskelette ein grosses Potential, um in verschiedenen Bereichen des Lebens als Hilfsmittel eingesetzt zu werden – sowohl für Menschen mit einer allgemeinen als auch altersbedingten Einschränkung», erklärt Tristan Vouga, Co-Founder des Exoskelett-Herstellers TWIICE.

Was ist TWIICE?

Ein Schritt in Richtung Autonomie und Mobilität

Das Schweizer Start-up TWIICE hat vor fünf Jahren an der eidgenössischen technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) mit der Entwicklung von Exoskeletten begonnen. Mittlerweile hat das Team von TWIICE ein modulares Exoskelett entwickelt, welches das Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen stark verbessert und damit einen alles verändernden Unterschied in ihrem Leben macht.

Ein modularer Aufbau, um sich an das Handicap anzupassen

Ein einziges Exoskelett allein wird nicht alle Erwartungen erfüllen können, da jedes Handicap einzigartig ist: Das modulare und anpassbare Produkt von TWIICE kann nicht nur Menschen mit einer Rückenmarkverletzung helfen, sondern auch Menschen mit einer allgemeinen Beeinträchtigung des Bewegungsapparates. Je nach Handicap ermöglicht das Aussenskelett wieder mehr Autonomie im Alltag zu erlangen wie beispielsweise aufstehen,  gehen oder Treppensteigen. Was bisher noch  Science-Fiction war, nimmt inzwischen Realität an. Mit einem Gewicht von 15 kg und einer Autonomie von drei Stunden soll dieses Exoskelett auf verschiedene Pathologien, Morphologien und Benutzererfahrungen reagieren.

Menschen Mobilität zurückgeben

Aufbauend auf der jahrelangen Erfahrung und der technischen Weiterentwicklung wird TWIICE in den kommenden Monaten und Jahren auch Produkte für Menschen anbieten, die aufgrund ihres Alters nicht mehr über die volle Mobilität verfügen. Somit wird graduell die Zielgruppe erweitert und der gesellschaftliche Mehrwert weiter erhöht.

Partnerschaft mit TWIICE

Wieso engagieren wir uns?

Die Entwicklung von TWIICE passt als soziale Innovation bestens zur Nachhaltigkeitsstrategie der Baloise, da sie ein grosses Potential bietet, einen gesellschaftlichen Beitrag mit Mehrwert zu leisten: Menschen mit Beeinträchtigung des Bewegungsapparats wird nicht nur die Mobilität im Alltag (wieder) ermöglicht. Vielmehr wird damit auch die Lebensqualität gesteigert und der soziale Austausch gefördert. Ganz im Sinne ihres Nachhaltigkeitsansatzes und ihrem Versprechen, gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen, unterstützt die Baloise so Mobilität der Zukunft für alle.

Mobilität neu denken

Mobilität muss nicht zwingend nur mit Automobilen in Verbindung gebracht werden. Durch die Partnerschaft mit TWIICE beweist die Baloise, dass sie Mobilität breiter auffasst. Der Einsatz des führenden Exoskeletts von TWIICE kann nicht nur die Mobilität von Paraplegikern revolutionieren, sondern kann auch die individuelle Mobilität, im Hinblick auf den demografischen Wandel, für ältere Generationen erhalten.

Behind the scenes

Shooting in Zermatt

Für die Baloise bedeutet die Partnerschaft mit TWIICE mehr als die Ergänzung ihres Ökosystems «Mobility» um eine weitere Komponente. Durch ihr Engagement erhofft sie sich ein noch breiteres Publikum von den Möglichkeiten und dem Innovationspotential ihres Partners zu erreichen. Diesem Ansatz folgend hat die Baloise TWIICE bei einem Videodreh unterstützt und begleitet. Als Drehort wurde Zermatt mit dem beeindruckenden Blick auf das Matterhorn ausgewählt. Im Fokus dabei stand die Produkterweiterung für Skitouren WIITE und Martin Loos, der seit einem Kletterunfall vor 10 Jahren querschnittsgelähmt ist.

Exoskelett und Martin vor dem Matterhorn
Martin läuft mit dem Exoskelett vor dem Matterhorn

Ein Exoskelett, das Skitouren ermöglicht

«Mit meinem Rollstuhl kann ich mich in der Stadt relativ einfach und leicht fortbewegen, aber ich wollte wieder ins Skigebiet und an die Orte zurückkehren, die ich früher genossen habe, aber mit dem Rollstuhl nicht erreichen kann", erzählt Martin. Die modulare Erweiterung WIITE ist kompatibel mit Standard-Skischuhen und soll es Martin nun ermöglichen, Skitouren im Pulverschnee zu unternehmen. Beeindruckende Theorie, aber funktioniert das wirklich? Und wie wird mit der logistischen Herausforderung umgegangen: Ist es möglich, einen Rollstuhlfahrer auf den Berg zu bringen, in den Tiefschnee - samt Equipment? Ja, allerdings verbunden mit viel Schweiss, Einfallsreichtum und Händen, die mit anpacken.

Ein magischer Moment

Auf dem Berg mitten im Pulverschnee angekommen, war es nach etwa 15-minütigem Anbringen und Justierung des Exoskeletts endlich so weit: Den Moment mitzuerleben, wie ein Mensch, der im Rollstuhl sitzt, aufsteht und (eigenständig) einen ersten Schritt macht, war sehr emotional und unbeschreiblich, auch für Martin selbst: "Am Anfang war ich sehr konzentriert, bei jedem Schritt hatte ich Angst, das Gleichgewicht zu verlieren. Aber schon nach ein paar Minuten war ich sicher - und dann war es magisch!" 

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