IV Training bei der Baloise | Erfolgreiche Re-Integration in den Arbeitsmarkt

Michelle Unternährer
18. Januar 2021
Rund um die Baloise, Entwicklung
Seit Mitte Juni 2020 ist Dounia eine Kollegin von uns und absolviert ihr Training bei der Baloise. Damit ist sie eine von 61 Personen, die mit unserem IV Training auf dem Weg zurück in den Arbeitsmarkt Unterstützung erhält. Im Beitrag erzählen wir euch, warum wir bei der Baloise davon überzeugt sind, dass diese Form der Reintegration für alle Beteiligten nur Vorteile mit sich bringt.

Dounia hat den 18. Dezember 2017 noch in glasklarer Erinnerung: «Von einem Tag auf den anderen ist mit mir etwas passiert, es fühlte sich an, als ob mein Körper nicht mehr funktioniert, ich hatte Schmerzen am Herz.» Erst nach einigen Untersuchungen kam die Gewissheit: die körperliche Reaktion ist die Folge einer post-traumatischen Belastungsdepression.

Bis alles zu viel wurde

Unser Ziel: Nachhaltig Wert schaffen für die Gesellschaft

Dounia setzt sich selbst massiv unter Druck, und das über Jahre hinweg: «Ich habe immer alles gegeben, privat und beruflich.» In allen Lebensbereichen will sie es allen recht machen und vergisst dabei sich selbst. Jobverlust, Arbeitsamt und diverse Behandlungen folgen, es ist eine schwere Zeit für Dounia und ihre Familie.

Beim IV-Coach findet Dounia Mitte 2018 eine Anlaufstelle, die ihre Situation ganzheitlich betrachtete: Sie will arbeiten, wird aufgrund ihres Gesundheitszustandes aber für den Moment nur als Teil-Arbeitsfähig eingestuft. «Meine Betreuerin begleitet mich noch heute, sie ist eine unglaubliche Stütze. Die Betreuerin stellt den Kontakt zur Baloise und dem IV-Training her: «Das Beste, was mir passieren konnte!» sagt Dounia mit Überzeugung.

Es war allen klar, dass ich von der IV komme und mein Päckchen mit mir trage. Gleichzeitig wurde mir von Beginn an vermittelt, dass das in Ordnung ist und ich als Mensch so angenommen werde wie ich bin.

Dounia, Absolventin des IV Programms

Zwischen Schulung und Traumatherapie

Jaqueline Schreiber, Leiterin des Gesundheitsmanagements der Baloise, lädt Dounia zu einem ungezwungenen Kennenlernen ein. «Dabei haben wir festgestellt, dass wir sie mit unseren Angeboten im Unfallbereich unterstützen und ihr einen Arbeitsplatz anbieten können.» Zusammen mit Dounia erstellten Jaqueline und ihr Betreuer Christoph ein Spezialprogramm, wobei der Fokus am Anfang auf Schulungen und die Integration ins Team gelegt wird. Während Dounia mit ihrer Arbeit in einem 40 Prozent Pensum beginnt, besucht sie gleichzeitig noch eine Traumatherapie. «An manchen Tagen ist man von einer solchen Therapie fix und fertig und mental total abwesend, an anderen Tagen war alles in Ordnung. Christoph hat diese Instabilität immer miteinbezogen und so konnten wir meine Einarbeitung gemeinsam meistern. Ohne ihn wäre ich nicht da, wo ich heute stehe», so Dounia.

Seit Beginn des Programms 2011 konnten am Hauptsitz in Basel 58 IV-Trainings abgeschlossen werden. Daraus entstanden viele temporäre Anstellungen als Überbrückung bis zu einer externen Festanstellung und, was uns besonders freut, acht Festanstellungen bei uns.

Jaqueline Schreiber, Leiterin des Gesundheitsmanagements der Baloise

Es kann jeden treffen

Dounia arbeitet mittlerweile wieder 60 Prozent. «Ich arbeite zwar in Anzahl Stunden wieder gleich viel wie vor meinem Zusammenbruch, habe aber überall einen Gang zurückgeschaltet: Gesundheit ist alles und die Welt geht auch nicht unter, wenn ich mal zu etwas nein sage.»

Anfangs wollte Dounia ihre Probleme alle selbst lösen. «Das habe ich als Stärke erachtet und gedacht: Da kommst du schon alleine wieder raus. Nur wenige Menschen wussten, das ich krank bin.» Heute sieht Dounia im Annehmen von Hilfe eine Stärke. «Hilfe anzunehmen braucht viel Mut. Heute erzähle ich ganz selbstverständlich, dass ich im IV Training bin.» Dounia ist eine starke Frau, erzählt ihren Weg mit Stolz und will helfen, Vorurteile zu psychischen Krankheiten zu durchbrechen. «Es kann jeden treffen, und zwar ganz plötzlich. Aus Sicht einer Arbeitgeberin macht es Sinn, Mitarbeitenden zur Seite zu stehen, auch wenn es mal nicht so rund läuft. Niemand ist freiwillig krank! Das Betriebliche Gesundheitsmanagement der Baloise macht genau das. Dafür bin ich sehr dankbar.» Auch für Dounias Betreuer Christoph ist das ganze Training ein grosser Erfolg: «Ich erlebe Dounia als selbständige, willensstarke, lernfähige und sehr positiv eingestellte Persönlichkeit,  eine Kämpferin durch und durch! Für mich persönlich ist es eine Freude mit ihr zusammenzuarbeiten und sie auf dem Weg zurück in die Arbeitswelt begleiten zu dürfen.»

Dounias Training geht noch bis Ende März: «Egal wie es weitergeht, dank dem IV-Training fühle ich mich bereit, wieder einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.»

 

 

Reintegration nach Mass

Reintegrationsarbeitsplätze werden in der Regel ausserhalb des ordentlichen Stellenplans eingerichtet. In Einklang mit den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten bezüglich Arbeitszeit, Komplexität, Einarbeitung und Leistungsanforderungen werden diese Stellen in der Regel für ein halbes Jahr geschaffen. «Essentiell bei der Besetzung ist die freiwillige Bereitschaft des Teams, die Person zu begleiten und zu stützen sowie die engmaschige Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeberin, der zuständigen IV-Stelle und dem Therapeut und/oder zugewiesenen Coach», erzählt Jaqueline Schreiber. 

Damit die Reintegration durch die IV stattfinden kann, müssen Unternehmen solche Stellen auch anbieten. Die Baloise hat 2011 entschieden, aktiv am Gelingen der 6. IV-Revision durch die Reintegration von teilarbeitsfähigen Menschen mitzuwirken. So tragen wir einen Teil dazu bei, dass Menschen in unserer Gesellschaft langfristig nicht mehr auf die IV-Rente angewiesen sind und wieder zurück ins Erwerbsleben finden.

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baloise.com/nachhaltigkeit

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