Räppli oder Konfetti? Basler und Luzerner Fasnacht im Vergleich

Kiara Vetter
24. Februar 2021
Der Entscheid, die Fasnacht 2021 nicht wie gewohnt durchzuführen, schmerzt(e) wohl jedes Fasnächtler-Herz. Nichtsdestotrotz zogen zwei Mitarbeitende der Baloise in die weite Welt hinaus, um sich umzuhören, auf was wir uns im nächsten Jahr besonders freuen können. Mit Andreas, Business Development Broker, aus dem Team Basler Fasnacht und Alexander, Branchenleiter Transportversicherung, aus dem Team Luzerner Fasnacht fanden wir zwei Experten, die mit uns ihr wissenschaftliches Gutachten teilen.

Wann muss ich bereit stehen?

Andreas: Die Basler Fasnacht beginnt am Fasnachtsmontag um 4 Uhr morgens mit dem "Morgestraich". Alle Lichter gehen aus, die Stadt Basel wird dunkel, das Trommeln und Pfeifen geht los und unzählige Laternen der Fasnachtscliquen erleuchten die Stadt. Hunderttausende Zuschauer stehen am Strassenrand und bewundern das Spektakel.

Alexander: Die Luzerner Fasnacht startet am Schmutzigen Donnerstag um 5 Uhr morgens mit dem Urknall. Danach treffen sich tausende Fasnächtler zum Fötzeliregen und ab dann lebt die Stadt Luzern vom Rhythmus der Guggenmusigen.

Gibt es Benimmregeln?

Andreas: Die Basler Fasnacht hat viele Regeln – so sollte eine Fasnachtsplakette getragen werden und Betrunkene oder geschminkte Gesichter sind verpönt. 

Alexander: Die Luzerner Fasnacht hat (fast) keine Regeln – wild, laut und chaotisch soll es sein! 

Wie sieht es mit musikalischer Unterhaltung aus?

Andreas: Trommeln, Piccolos und Guggenmusiken bilden den musikalischen Kern der Basler Fasnacht – und was viele nicht wissen: Am Morgenstreich gibt es keine Guggenmusiken, dies ist ein «Gentlemen Agreement» aus dem Jahre 1962.

Alexander: Die Luzerner Fasnacht ist sehr stilsicher – musikalisch wie auch optisch. Es gibt Guuggerbühnen, Platzkonzerte und vieles mehr.

Muss ich einen Dresscode beachten?

Andreas: In Basel tragen die aktiven Fasnächtler ein Kostüm und eine Larve; so gehören zum Beispiel der Waggis, der Pierrot oder der Ueli zu den traditionellen Figuren der Basler Fasnacht. Die Zuschauer, also die passiven Fasnächtler, sind in der Regel "zivil" unterwegs.

Alexander: In Luzern verkleidet man sich als Charakter, zum Beispiel als Indianer, Biene oder Kinderbuch-Figuren – auch das Publikum. Das Sujet bastelt man jedes Jahr neu und ganz wichtig ist dabei das Tragen eines "Grinds". 

Was kann ich von den Umzügen erwarten?

Andreas: In Basel heissen die Umzüge Cortège und finden am Montag- und Mittwochnachmittag statt. 12'000 aktive Fasnächtlerinnen und Fasnächtler begeben sich auf eine sieben Kilometer lange Umzugsroute.

Alexander: Vielfältigkeit! Die Musiken, Wagenbau-Gruppen und vieles mehr prägen die zwei grossen Fasnachtsumzüge am Schmutzigen Donnerstag und Güdismontag. Das Monstercorso am Güdisdienstagabend ist der grossartige Abschluss der Luzerner Fasnacht.

Schnitzelbänke, hä?

Andreas: Die Schnitzelbänke sind ein wesentliches Element der Basler Fasnacht. Lokale und nationale Themen werden in kurze Verse zusammengestellt und rhythmisch oder gesanglich vorgetragen.

Alexander: In Luzern werden die Verse an der komischen Frytig Värsli-Brönzlete vorgetragen.

Wettbewerb für Guggen und Cliquen

Leider gibt es auch 2021 keine Fasnacht – ganz ohne möchte die Baloise aber trotz Corona nicht sein! Deshalb läuft bis zum 28. Februar auf Facebook ein schweizweiter Wettbewerb für Guggen und Cliquen.