Women@Sales | Baloise startet Offensive für mehr Frauen im Vertrieb

24. März 2021
Diversität, Kundenberater, Rund um die Baloise
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein viel diskutiertes Thema, vor allem auch in den wettbewerbsintensiven und leistungsorientierten Funktionen des Vertriebs. Mathias Zingg, Leiter Vertrieb & Marketing, setzt die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen als Schwerpunkt im Vertrieb der Baloise. Um die Diversität im Vertrieb weiter voranzutreiben, hat eine Arbeitsgruppe konkrete Massnahmen ausgearbeitet.

Seit seinem Amtseintritt als Leiter Vertrieb & Marketing Anfang 2020 setzt sich Mathias Zingg mit der Frage auseinander, wie die Zukunft des Vertriebs aussehen sollte. Für ihn war klar: Als modernes Unternehmen muss die aktuelle gesellschaftliche Diskussion rund um Diversität eine Rolle spielen. «Gender ist ein Teilaspekt von Diversität. Für mich ist es unumgänglich, dass die Frauenförderung als Schwerpunkt im Vertrieb gesetzt wird: Nebst der Wichtigkeit, sich als moderne Arbeitgeberin mit der Aktualität auseinanderzusetzen, möchten wir auch den Kundenbedürfnissen bestmöglich gerecht werden. Durch Diversität in unserer Kundenberatung bieten wir jeder Kundin und jedem Kunden den bestmöglichen Service. Das Zusammenspiel vieler Perspektiven gipfelt in gemeinsam verbesserten Resultaten.»

Inserate zukünftig in weiblicher Form ausgeschrieben

Die Funktionen im Vertrieb sind mehrheitlich männlich besetzt. «Das hat unter anderem mit dem traditionell männlich geprägten Berufsbild des Kundenberaters zu tun, was vermutlich auch dazu beiträgt, dass Frauen die vielfältigen Vertriebsrollen nur selten als Option für sich sehen», so Marc Robinson, HR Business Partner und Teil der Arbeitsgruppe Women@Sales. Ianico Minisini, Vertriebsdirektor Suisse Romande/Tessin, sieht eine verpasste Chance, wenn nicht der gesamte Pool an Kandidatinnen und Kandidaten genutzt wird: «Wir haben die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen, um Teilzeitmodelle möglich und erfolgreich zu machen. Es scheitert – wenn dann –  aufgrund unserer eigenen Vorurteile, die man meiner Meinung nach längst zur Seite schieben muss. Dafür sprechen auch die vielen Erfolgsgeschichten, die wir innerhalb der Baloise haben.»

Der Auftritt als Unternehmen kann einen Unterschied machen, damit sich auch Frauen angesprochen fühlen. Deshalb werden neu alle Stellen in weiblicher Form in den Inseraten der Deutschschweiz ausgeschrieben, jeweils mit dem Zusatz «w/m» im Titel. «Wie Inserate formuliert werden und auch, dass in der Bildauswahl im Internet ebenfalls Frauen repräsentiert sind, ist meiner Meinung nach ein Grund, weshalb wir in den letzten Jahren vermehrt auch Dossiers von Bewerberinnen bekommen», sagt Samuel Schmid, Generalagent Seeland/Emmental.

Wonder Woman

Teilzeitpensum für alle Vertriebsfunktionen möglich

Als weitere konkrete Massnahme werden ab sofort alle Funktionen im Vertrieb der Baloise mit Möglichkeit auf Teilzeit ausgeschrieben. «Das Thema Teilzeit betrifft nicht nur Frauen oder Mütter, sondern jede und jeden, über alle Funktionen hinweg», so Sabrina Steck, HR Businesspartnerin und ebenfalls Teil der Arbeitsgruppe. Christof Muri, Verkaufsleiter Zug, führt bereits heute ein diverses Team, unter anderem mit zwei Frauen, eine davon Mutter in Teilzeitpensum: «Der Mix aus Frauen, Männern, Jung und Alt – das bringt einen «drive» ins Team. Auch ein Teilzeitpensum ist machbar, es braucht allerdings Absprache und eine gute Planung im Team, etwa was Stellvertretungen betrifft», so Muri. «Wir befinden uns am Anfang von einem Lernprozess, welcher nebst einem Umdenken auch noch weitere Anpassungen braucht. Ich persönlich würde etwa Änderungen im Vertrag von Kaderpositionen begrüssen, um von idealen Rahmenbestimmungen sprechen zu können.» Bei bereits bestehenden Stellen in ein Teilzeitpensum wechseln zu können wird bei Neuantritten ab Mai möglich sein. Wichtig auch hier ist die Absprache mit dem Vorgesetzten und im Team, um die passende Lösung für alle Beteiligten zu finden

Das Brechen von Stereotypen kommt auch bei den Kundinnen und Kunden an

Barbara Moursy ist Kundenberaterin in der GA Basel. Vor fünf Jahren ist sie eingestiegen, letztes Jahr Mutter geworden und arbeitet seit Dezember in einem 80%-Pensum. «Die Arbeit bringt Selbstständigkeit mit sich und damit auch Flexibilität. Im Zentrum stehen immer die Kundenbedürfnisse und das Ziel, gemeinsam mit ihnen die für sie besten Lösungen zu erarbeiten. Die Organisation von Terminen im Teilzeitpensum ist durchaus ein Findungsprozess, allerdings gab es bis jetzt keine Probleme bei mir», sagt Moursy. Im Gegenteil: Auch bei der Kundschaft hat sie ein Umdenken bemerkt. Termine müssen nicht immer abends stattfinden, sondern eine flexible Lösungsfindung ist erwünscht. Kundinnen und Kunden reagieren teilweise positiv überrascht, wenn sie es dem gängigen Stereotypen entgegen mit einer Kundenberaterin zu tun haben.

Das sieht auch Juan-Carlos Rioja so, Generalagent in Genf. Seine Agentur weist den höchsten Frauenanteil der Region Suisse Romande/Tessin auf. «Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Frauen eine eigene, oft empathischere Vorgehensweise haben. Bei unseren Kundinnen, gerade auch solchen in Führungsfunktionen, merke ich, dass sie es schätzen, mit einer Kundenberaterin zu reden», so Rioja. «Stellt man eine junge Frau ein, kann Mutterschaft natürlich ein Thema werden. Allerdings überwiegt für mich das Positive, wenn die weibliche Sichtweise im Team vertreten ist. Und idealerweise profitieren auch junge Väter von Teilzeit. Der Rest ist dann eine Sache der Organisation. Und da sind Frauen oftmals besser als wir Männer», fügt Rioja augenzwinkernd hinzu.

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