E-Bike nie ohne Helm: Guter Sitz entscheidet über Leben und Tod

Basel, 4. April 2016. Die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs in der Schweiz ist ein Vorhaben des gesamten Schweizer Finanzplatzes. Schweizer Überweisungsverfahren von Banken und PostFinance werden in definierten Schritten vollständig harmonisiert und weitestgehend an europäische Standards angeglichen.

Die Statistik des Bundesamts für Strassen schreckt auf: 2015 wurden auf Schweizer Strassen 163 E-Bike-Fahrer schwer verletzt, 14 starben gar bei einem Unfall. Die Basler Versicherung wollte das Thema genauer untersuchen und stellte zusammen mit dem Dynamic Test Center (DTC) in Vauffelin eine typische Unfallsituation nach. Dabei kollidiert ein E-Bike-Fahrer seitlich mit einem Personenwagen.

Junge überleben, Ältere sind hoch gefährdet

Mit einem in Vergleichtests sehr gut bewerteten Velohelm wurde je ein Crash mit 20 km/h und 40 km/h durchgeführt. Raphael Murri, Bereichsleiter passive Sicherheit am DTC, sagt mit Blick auf die Messdaten: "Der Vergleich beider Crashes zeigt, dass eine junge Person beide Unfälle überlebt: Beim langsameren Aufprall mit leichten Verletzungen, beim schnelleren mit mittleren." Für ältere Fahrer, bei denen sich das E-Bike besonderer Beliebtheit erfreut, sind laut Murri beide Kollisionen kritisch, weil ältere Personen gebrechlicher sind. "Bereits die Kollision mit 20 km/h kann Rippenbrüche verursachen, die etwa die Lunge verletzen können." Der Unfall mit 40 km/h führe bei älteren Personen zu schweren Verletzungen oder gar zum Tod. Zudem würden die Crashs die Exponiertheit des Kopfes zeigen: "Ein Velohelm ist unbedingt zu empfehlen, egal bei welcher Geschwindigkeit."

Auffallen und schützen

Die Schadenstatistik der Basler Versicherung stützt die Resultate der Crashtests. Eine Auswertung der Unfallzahlen, welche Körperteile bei Velo-, Mofa- und E-Bike-Fahrern am meisten verletzt werden, listet den Kopf an zweiter Stelle; dicht hinter Verletzungen im Armbereich. Dies ist alarmierend, weil Verletzungen im Schädelbereich oft besonders schwerwiegend sind und einen langen Heilungsverlauf haben. Für Daniel Junker, Leiter Fahrzeugexperten bei der Basler, ist deswegen klar: "Es darf gar nicht zur Kollision kommen. Zudem sollten sich E-Bike-Fahrer schützen, indem sie immer einen Helm tragen, das Licht einschalten und gut sichtbar unterwegs sind." Aus eigener Erfahrung weiss Junker, dass die Geschwindigkeit von E-Bikes im Verkehr oft unterschätzt wird: "Deshalb ist vorausschauendes Fahren das A und O auf dem Stromvelo."

Guter Sitz des Helmes entscheidend

Die Tests haben die Wichtigkeit des Tragens eines Velohelmes gezeigt. Genauso wichtig wie das Tragen, ist aber auch das richtige Einstellen des Helmes, der gute Sitz und Halt. Wenn der Helm beim Aufprall mit dem Kopf die Stirn nicht mehr schützt, ist er zwecklos. "Der Helm darf auch bei starker Beschleunigung nicht verrutschen, sonst kann er das Gehirn, unser wichtigstes Organ, nicht schützen", sagt Raphael Murri.

Bei den Crashtests hat der gut bewertete Velohelm mit einer zusätzlichen Anpassungsmöglichkeit am Hinterkopf am besten abgeschlossen. Klar besser als ein qualitativ schlechterer Helm, der zudem verrutscht ist.

Spezieller E-Bike-Helm verrutscht ebenfalls

Vor gut einem Monat wurde die Geschichte bekannt, dass zwei Schweizer E-Bike-Fahrer in Italien von der Polizei angehalten und ihre E-Bikes beschlagnahmt wurden, weil sie nur mit Velohelmen statt Töffhelmen unterwegs waren. Helme, welche die Töffnorm erfüllen, sind in den an die Schweiz angrenzenden EU-Ländern auf den schnellen E-Bikes (Tretunterstützung bis 45 km/h) Pflicht.

Da Töffhelme relativ schwer und meist wenig atmungsaktiv sind, entwickeln erste Hersteller spezielle E-Bike-Helme, welche die Töffnorm erfüllen, aber nicht so schwer sind. Ein solcher Helm wurde ebenfalls getestet. Wie der schlechtere Velohelm verrutschte aber auch dieser Helm, so dass die Stirn nicht mehr ausreichend geschützt war. Raphael Murri hält nach den Tests fest: "Meiner Meinung nach sind zwei Dinge zu berücksichtigen. Die Qualität von Velohelmen variiert stark. Unbedingt ein "gutes" Modell wählen. Daneben ist der gute Sitz und Halt entscheidend. Dies hat der Vergleich mit dem vermeintlich sicheren Helm mit Töffnorm gezeigt.

Sicherheitstipps der Basler Versicherung

  • Immer einen Helm tragen, auch auf den langsameren E-Bikes
  • Ein guter Helm sollte angenehm und gut auf dem Kopf sitzen, nicht Rumrutschen und die Stirn bis zwei Finger breit über die Augen schützen. Beim Kauf eines neuen Helmes Konsumentenschutztests konsultieren und ein als "gut" ausgewiesenes Modell wählen.
  • Licht einschalten
  • Gut sichtbare Kleidung tragen
  • Mit Weitsicht fahren – andere Verkehrsteilnehmer halten E-Bikes oft für Velos, obwohl sie deutlich schneller unterwegs sind

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