Anlegern das Beste aus zwei Welten bieten

Matthias Henny
17. April 2019
Das aktuelle Tiefzins-Umfeld macht es für Anleger schwierig, nennenswerte Renditen zu erzielen, ohne gleichzeitig hohe Risiken einzugehen. Hier bietet Baloise mit ihren regelbasierten Ansätzen eine ideale Kombination aus den Kostenvorteilen des passiven Investierens und den Vorteilen aktiver, nicht prozyklischer Anlagestrategien. Was diesen Investment-Ansatz sonst noch auszeichnet und warum man die Finanzdienstleistungen der Baloise Group nun auch Dritten anbietet, erklärt CIO Matthias Henny im Interview.

Matthias Henny, vor zwei Jahren gab die Baloise Gruppe bekannt, dass man die Dienstleistungen sowie das Know-how von Baloise Asset Management neu auch Dritten verfügbar machen würde. Wie kam es zu diesem Entscheid?

Das ist richtig, im Rahmen der Baloise-Strategie «Simply Safe» haben wir entschieden, unsere Expertise im Asset Management vermehrt Drittkunden anzubieten, um dadurch zusätzliche Ertragsquellen zu erschliessen, die unabhängig vom Versicherungsgeschäft sind. Das jahrelange Tiefzinsumfeld führt zu einem Wechsel vom traditionellen Lebensversicherungsgeschäft mit Garantie hin zu Produkten, bei denen der Kunde das Anlagerisiko selber trägt. Dadurch gewinnen Drittgelder automatisch mehr und mehr an Bedeutung. Dass wir unser Angebot auch für Drittkunden öffnen, war daher aus strategischer Sicht der logische Schritt.

Wie weit sind Sie in diesem Öffnungsprozess bereits?

Seit der Entscheid zur Öffnung getroffen wurde, haben wir unsere Produktepalette erweitert, wichtige Kompetenzen aufgebaut und unsere Strukturen angepasst. Gerade 2018 sind wir einen grossen Schritt vorangekommen, mit der Lancierung des Immobilienfonds sowie dem weiteren Wachstum der teilautonomen Sammelstiftung «Perspectiva». Insgesamt sind über die letzten zwei Jahre Nettoneugelder von CHF 1.2 Mrd. bei Drittkunden generiert worden.

Wie beurteilen Sie die derzeitige Situation bezüglich Asset Management?

Für Anleger ist die Situation in zweifacher Hinsicht reich an Herausforderungen: Einerseits belastet das Tiefzinsumfeld die erzielbaren, zukünftigen Renditen und gleichzeitig befinden wir uns in einem späten Stadium des Zyklus mit entsprechend hohen Bewertungen – wodurch das Risiko einer grösseren Korrektur rein statistisch steigt. Anleger sind mehr und mehr gefordert, in Anlagen zu investieren, die eine hohe, aber dennoch verlässliche Rendite liefern. Aus unserer Sicht sind dies weiterhin Immobilien, Senior Secured Loans und Unternehmensanleihen mit einer soliden Kreditqualität.

Pensionskassen sind mehr und mehr gefordert, in Anlagen zu investieren, die eine hohe, aber dennoch verlässliche Rendite liefern.

Wodurch zeichnet sich der Investitionsansatz von Baloise Asset Management aus?

Als Asset Manager einer Versicherung haben wir eine ganz besondere Ausgangslage, denn wir befinden uns in derselben Situation wie unsere Kunden und verfolgen das gleiche Ziel. Wir haben einen langfristigen Anlagehorizont und wollen eine hohe, stabile Rendite erzielen, um unsere langfristigen Verpflichtungen zu erfüllen. Im Gegensatz zu anderen Anbietern im Markt haben wir als Asset Manager einer Versicherung mit unserem eigenen Geld in die gleichen Anlagen oder in die gleichen Strategien investiert. Wir haben also das, was man auch «Skin-in-the Game» nennt – sprich gleichgerichtete Interessen wie unsere Kunden.

Welche Kundengruppen sprechen Sie primär an?

Das Angebot von Baloise Asset Management richtet sich vor allem an Institutionelle Anleger wie zum Beispiel Pensionskassen. Mit dem modularen Lösungsangebot bieten wir solchen institutionellen Kunden massgeschneiderte und transparente Lösungen an, die bedarfsgerecht ausgerichtet sind. Für liquide Anlagen stehen dabei systematische, regelbasierte Anlagekonzepte im Vordergrund. Bei illiquiden Anlagen werden Anlagelösungen entwickelt, die eine hohe und stabile Rendite bei vertretbarem Risiko generieren wie beispielsweise Anlagen im Bereich Senior Secured Loans und Immobilien.

Gerade institutionelle Kunden verfolgen derzeit eine eher passive Strategie, z.B. in Form von klassischen ETF-Anlagen. Wie beurteilen Sie dieses Vorgehen?

In den vergangenen Jahren hat tatsächlich bei vielen Investoren eine starke Verschiebung von aktivem zu passivem Anlegen stattgefunden, meist aufgrund von Kostenüberlegungen oder weil das aktive Management die Erwartungen nicht erfüllt hat. Aus unserer Sicht haben sowohl aktives wie auch passives Management Vor- und Nachteile. Mit dem systematisch regelbasierten Anlageansatz kombinieren wir die Vorteile von aktivem und passivem Management auf ideale Weise.

Sie sprechen den neuen Obligationenfonds an, der auf dem systematisch-regelbasierten Ansatz basiert. Welche Vorteile hat dieser für Anleger?

Der Obligationenfonds der Baloise investiert in die Obligationen, die risikoadjustiert die höchste erwartete Performance liefern, abgesichert in CHF. Dies wird regelbasiert und systematisch durchgeführt. Im Vergleich zu passiven Anlagen kann durch das Ausschöpfen der Ineffizienzen am Obligationenmarkt eine systematische Mehrperformance generiert werden. Darüber hinaus ist der Fonds auf die spezifischen Bedürfnisse von Schweizer Investoren ausgerichtet und dient als Alternative für Schweizer Obligationen bei Null- und Negativzinsen.