Maximaler ist nicht immer optimaler Kundenschutz

Michael Müller
5. April 2019
Die Privatassekuranz ist eine der am strengsten regulierten Branchen. Doch wie greifen Regulierung, Konsumentenschutz und Versicherungspraxis ineinander? Eine Standortbestimmung aus Sicht der Versicherer.

Wer im Markt Erfolg haben will, kann es sich nicht leisten, den Schutz der Konsumenten zu vernachlässigen

Gleich zwei Versicherungsgesetze werden aktuell einer Revision unterzogen: das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG).

Diese Gesetze und Schutznormen bilden ein dichtes Regelwerk zum Schutz der Kunden. Diese sind speziell geschützt, weil Versicherungen Produkte von komplexer rechtlicher Natur sind. Für uns Versicherer hat die Vertrauensbeziehung zu unseren Kundinnen und Kunden höchste Priorität. Darum haben wir auch selbst die Initiative ergriffen und die staatlichen Schutznormen mit freiwilligen Massnahmen ergänzt, z.B. Mit der Ombudsstelle der Privatversicherung und der Suva, welche unentgeltlich und neutral versicherungsrechtliche Fragen beantwortet und im Konfliktfall zwischen Kunde und Versicherer vermittelt. Zudem haben wir mit dem Gütesiegel «Cicero» ein Label für hohe Beratungsqualität geschaffen. Versicherungsberaterinnen und -berater, die Cicero-zertifiziert sind, müssen sich laufend weiterbilden, damit sie Beratungen anbieten können, die den Bedürfnissen der Kunden entsprechen. Wir nehmen die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden ernst, denn sie stehen im Zentrum unserer Tätigkeit. Auch bei allfälligen Gesetzeslücken bietet die Branche Hand. Sinnvolle Konsumentenanliegen trägt sie mit. Last, but not least: Zufriedene Kunden sind auch ein gewichtiger Wettbewerbsvorteil. Wer im Markt Erfolg haben will, kann es sich nicht leisten, den Schutz der Konsumenten zu vernachlässigen.

Wehren müssen wir uns aber gegen Regulierung, die hohe Kosten nach sich zieht, ohne den Kunden einen Mehrwert zu bieten. (...)

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