Baloise versichert Pionier-Tunnel

Basel, Die Basler versichert einen Tunnel der Superlative. Der grösste je in der Schweiz eingesetzte Bohrkopf und ein ausgeklügeltes Bauverfahren machen den Sanierungstunnel Belchen einzigartig. Schadenspezialisten der Baloise haben die Röhre besichtigt – und einer hat besonders gut aufgepasst.

Durch die beiden Röhren entlang der A2 donnern täglich 55'000 Fahrzeuge, doch Gefahr kommt aus dem Innern des Berges. Der Jura ist unerbittlich. Ein tückisches Gestein namens Gipskeuper macht Probleme. Er saugt sich mit Wasser voll und presst die beiden Röhren wie ein Schraubstock zusammen. Risse an der Decke, verbogene Zwischenwände, abgeplatzter Beton am Fahrbahnrand – der Prozess ist nicht mehr aufzuhalten.

Erster Sanierungstunnel der Schweiz

Deshalb baut die Marti AG neben den beiden maroden Röhren eine dritte – sie ist der erste Sanierungstunnel der Schweiz. Was dereinst auch am Gotthard passiert, ist hier Realität. Vom Südportal bei Hägendorf her frisst sich eine 75 Meter lange Tunnelbohrmaschine durch den Fels. "Im Schnitt rechnen wir pro Woche mit 50 Metern Vortrieb", sagt Sergio Massignani, Baustellenleiter der Arge Marti Belchen. Schon in einem Jahr fällt bei Eptingen BL wieder Tageslicht auf den Bohrkopf. Dieser ist mit 14 Metern Durchmesser der grösste je eingesetzte in der Schweiz – über vier Meter grösser als jene des Gotthard-Basistunnels. Der Verkehr rollt voraussichtlich ab 2021 durch den neuen Tunnel. Dann werden die beiden anderen Röhren, mittlerweile 50-jährig, nacheinander saniert. Die Kapazität bleibt somit die gleiche.

Wände wie im Bunker

Vorgefertigte Tübbing-Elemente warten auf ihren Einbau

Statt klassisch erst durchzubohren und danach mit dem Innenausbau zu starten, werden sämtliche Arbeiten gestaffelt und gleichzeitig durchgeführt – die Marti AG setzt dieses Verfahren schweizweit als erste ein. So hat das aufquellende Gestein keine Chance, die Wände zu verziehen. Ein sogenannter Tübbingring besteht aus sieben Teilen. Diese werden aus besonders widerstandsfähigem Hochleistungsbeton gegossen, der mit Stahlfasern verstärkt ist. Der Armierungsgehalt im Innern ist sehr hoch. "Im Endausbau haben wir mit der zusätzlich armierten Innenschale eine Wandstärke von 1.16 Meter. Damit werden die Bergdrücke sicher gemeistert", sagt Sergio Massignani zuversichtlich. Schadeninspektor André Müller hört ihm aufmerksam zu, denn er ist der zuständige Schadeninspektor der Grossbaustelle. Einen Schadenfall prüft er zurzeit, aber wer ihn in der dunklen Röhre vermutet, liegt falsch. "Zur Baustelle gehört halt nicht nur der Tunnel selbst", sagt André Müller. Im Video stellt er den Betriebshaftpflicht-Fall vor. Und Baustellenleiter Sergio Massignani spricht über die Herausforderungen des Baus.

Betriebshaftpflicht für die Marti AG

Auf Einladung der Marti AG durften die Schadeninspektoren und -juristen Allgemeine Haftpflicht/Motorfahrzeug den Vortrieb des Belchentunnels besichtigen. Die Spezialisten nutzen solche Besichtigungen, um sich mit aussergewöhnlichen Bauverfahren vertraut zu machen und die Risiken solcher Grossprojekte besser einschätzen zu können. Wie bei der Kraftwerksbaustelle in Nant de Drance stellt die Basler auch beim Belchen die Betriebshaftpflicht-Versicherung.

Die Baloise Group mit Sitz in Basel, Schweiz, ist ein europäischer Anbieter von Versicherungs- und Vorsorgelösungen. Sie positioniert sich als Versicherer mit intelligenter Prävention, der "Sicherheitswelt". In der Schweiz agiert sie als fokussierter Finanzdienstleister, eine Kombination von Versicherung und Bank. Die weiteren Märkte sind Belgien, Deutschland und Luxemburg. Das Vertriebsnetz umfasst die eigene Verkaufsorganisation, Makler und weitere Partner. Das Geschäft mit innovativen Vorsorgeprodukten für Privatkunden in ganz Europa betreibt die Baloise mit ihrem Kompetenzzentrum in Luxemburg. Die Aktie der Bâloise Holding AG ist im Hauptsegment an der SIX Swiss Exchange kotiert. Die Baloise Group beschäftigt rund 7'400 Mitarbeitende.