Hinter den Kulissen des 18. Baloise Kunst-Preises

Basel, An der diesjährigen Art Basel wurde bereits zum 18. Mal der Baloise Kunst-Preis verliehen. Der mit CHF 30'000.- dotierte Preis wird im Sektor Statements von einer mit internationalen Fachleuten besetzten Jury vergeben. Die Jury hat sich für die kanadische Künstlerin Sara Cwynar und Mary Reid Kelley aus den USA entschieden. Zusätzlich erwirbt die Baloise Arbeiten der Preis¬trägerinnen und schenkt diese Kunstwerke zwei bedeutenden europäischen Museen, dem MMK, Museum für Moderne Kunst, Frankfurt a.M., und dem MUDAM, Luxemburg.

Die Jury hat sich die Arbeit nicht leicht gemacht, denn der Jahrgang 2016 "war ein ausserordentlicher", so Martin Schwander, Vorsitzender der Jury. Der Jury gehören dieses Jahr zudem an: Marie-Noëlle Farcy, Kuratorin/Leiterin der Sammlung, MUDAM, Luxemburg; Sabine Schaschl, Direktorin, Museum Haus Konstruktiv, Zürich; Peter Gorschlüter, Stellvertretender Direktor MMK Museum für Moderne Kunst, Frankfurt a.M. und Dr. Yilmaz Dziewior, Direktor Museum Ludwig, Köln. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit der Jury:

Sara Cwynar

Mit ihrer Arbeit Soft Film gelingt es Sara Cwynar grundsätzliche Aspekte der Fotografie, ihrer Produktion und Verbreitung in digitalen und analogen Systemen unterhaltsam und dennoch komplex zu verhandeln. In ihrem Video-Essay, der grösstenteils im 16-Millimeterformat entstand, verbindet sie performative Elemente mit einer Reflektion über die Konstruktion des fotografischen Bildes. Cwynar sammelt, ordnet und archiviert ihre auf Ebay gekauften ausrangierten Objekte sowie in einem Second-Hand-Geschäft erworbene Fotografien nach Farbe, Material und inhaltlicher Bedeutung. Gesellschaftliche Themen, wie die Zirkulation und der Wert von Objekten, spielen dabei ebenso eine Rolle wie feministische Themen und die Bedeutung von persönlichen und historischen Begebenheiten. Dabei stellt sie wesentliche Fragen, was das fotografische Bild individuell und gesellschaftlich für uns heute bedeutet. Ihre Ästhetik variiert zwischen bewusster Zurschaustellung eines Do-it-yourself-Charakters und der verführerischen Kraft von professioneller Produktwerbung.

Die Arbeit von Sara Cwynar geht als Schenkung an das Museum für Moderne Kunst, Frankfurt.

Mary Reid Kelley

Mary Reid Kelley erhält den Baloise Kunst-Preis für ihren Film This Is Offal, der sich unerbittlich und exzentrisch mit dem heiklen Thema des weiblichen Suizids befasst. Der Film steht in der Tradition des Absurden und spielt in einer Leichenhalle, wo die Tote auf einem Tisch aufgebahrt ist. Entscheidend ist der vom Geist der Verstorbenen geführte Dialog mit ihren Organen und Körperteilen: der Leber, dem Herzen und dem Hirn und schliesslich einem abgetrennten Fuss und einer abgetrennten Hand. Der rhythmisch skandierte, mit Wortspielen gespickte Dialog untersucht die Unausweichlichkeit des Todes, den Wert des Lebens und die Rolle der Organe im menschlichen Körper und in der Gesellschaft. Die Arbeit besticht durch die innovative Technologie und vor allem durch die abgründige und aberwitzige Darstellung eines gesellschaftlich brisanten Themas.

Die Arbeit von Mary Reid Kelley geht als Schenkung an das MUDAM in Luxemburg.

Die Baloise Group mit Sitz in Basel, Schweiz, ist ein europäischer Anbieter von Versicherungs- und Vorsorgelösungen. Sie positioniert sich als Versicherer mit intelligenter Prävention, der "Sicherheitswelt". In der Schweiz agiert sie als fokussierter Finanzdienstleister, eine Kombination von Versicherung und Bank. Die weiteren Märkte sind Belgien, Deutschland und Luxemburg. Das Vertriebsnetz umfasst die eigene Verkaufsorganisation, Makler und weitere Partner. Das Geschäft mit innovativen Vorsorgeprodukten für Privatkunden in ganz Europa betreibt die Baloise mit ihrem Kompetenzzentrum in Luxemburg. Die Aktie der Bâloise Holding AG ist im Hauptsegment an der SIX Swiss Exchange kotiert. Die Baloise Group beschäftigt rund 7'400 Mitarbeitende.