Grafische Darstellung einer Statue mit dem Logo der Baloise als Wappen

Geschichte

Die "Basler Versicherungs-Gesellschaft gegen Feuerschaden" wird 1863 gegründet. Heute ist sie bekannt als Baloise Group und unter dem Dach der Bâloise Holding AG in vier Ländern tätig. Zur Zeit ihrer grössten geographischen Ausbreitung, um 1938, war sie in 51 Ländern weltweit vertreten. Die Baloise kann hierbei auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Trotz ihrer Geschichte sowie der sich verändernden Kundenbedürfnisse gibt es allerdings ein Prinzip, welchem die Baloise über alle Zeiten hinweg treu bleibt: Dem Prinzip der Sicherheit.

19. Jahrhundert: Gründung und Positionierung

Die Baloise kann auf eine bewegte Anfangszeit nach ihrer Gründung zurückblicken. Angetrieben von einer lokalen Katastrophe sowie einem guten Wirtschaftsklima entwickelte sich das Geschäft sehr positiv, es konnten schnell neue Geschäftstätigkeiten erschlossen werden und auch der Sprung ins Ausland gelang weltweit.

Gründung der Basler Feuer

Gebäude am Nadelberg in Basel
Der erste Sitz der Basler am Nadelberg 20.

Die "Basler Versicherungs-Gesellschaft gegen Feuerschaden" erhält am 2. Mai 1863 die kantonale Bewilligung der hohen Regierung des Kantons Basel-Stadt. Auslöser der Unternehmensgründung ist das verheerende Feuer von Glarus 1861, der grössten Brandkatastrophe, die sich in der Schweiz je ereignet hat, welches zur Gründung verschiedener Versicherungsgesellschaften in der Schweiz führt. In der Nacht vom 10. zum 11. Mai 1861 brannten innert weniger Stunden in Glarus über 600 Gebäude, 2257 Menschen – beinahe die Hälfte der Bevölkerung – wurden obdachlos. Der Gesamtschaden erreicht den damals astronomischen Betrag von annähernd zehn Millionen Franken. Der Schrecken, der nach der beispiellosen Katastrophe durch das ganze Land ging, verdeutlicht schmerzhaft das wachsende Bedürfnis für eine Versicherung. Im Juli 1863, kaum einen Monat nach ihrer Gründung, begann die junge Basler Feuerversicherung erste Policen abzuschliessen. Die Basler profitiert von einer für Anlagegeschäfte vorteilhaften Zeit; das Wirtschaftsklima sowie die politischen Verhältnisse sind vor dem Gründungsakt überaus günstig. In dieser Zeit wird auch das Post-, Zoll- und Münzwesen gesamtschweizerisch vereinheitlicht – eine wichtige Voraussetzung für das wirtschaftliche Wachstum. Ebenso nimmt die Mobilisierung durch den Eisenbahnbau stark zu, der die Schweiz mit den umgebenen Ländern besser vernetzt.

Erweiterung der Geschäftstätigkeit

Areal mit Chemiefabriken am Rheinknie in Basel
Das Areal der späteren Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel am Rhein, um 1879.

1864 weitet die Basler ihr Geschäft auf zwei weitere Bereiche aus. Mit der Versicherung von Transporten und Leben soll das ursprüngliche Ziel, das Versicherungswesen "in allen seinen Zweigen und Richtungen" zu betreiben, weiter verfolgt werden. Die neuen Unternehmen wurden nach ihrem Zweck benannt: "Basler Lebens-Versicherungs-Gesellschaft" und "Basler Transport-Versicherungs-Gesellschaft". Das Wachstum in der Schweiz erreicht die noch junge Basler durch Zukauf von anderen kantonalen Portfolios. Am 4. August 1864 erhält die Basler Feuer eine Betriebsbewilligung im Grossherzogtum Baden, am 29. März 1886 liegt mit dem Königreich Sachsen die letzte Bewilligung aus den ehemaligen deutschen Nationalstaaten vor. Andere Länder folgen: Skandinavien, Grossbritannien, Frankreich, Italien und die Donaufürstentümer sowie das heutige Rumänien. In der Region stieg hingegen der Versicherungsbedarf bei den chemischen Fabriken in Basel in den Sparten Feuer, Transport und zunehmend auch Leben.

Sprung nach Übersee

Gebäude des Hotel Angleterre
Das Geschäftsgebäude der Basler Feuer in Berlin, erbaut 1891 - 1893. Noch heute thront ein Basilisk über dessen Eingang.

1869 wird die "Basler Rückversicherungs-Gesellschaft", unter Federführung der Basler Transport, ins Leben gerufen. Im Jahr 1885 nimmt die Basler Leben das Unfallversicherungsgeschäft auf. Die geographische Tätigkeit weitet sich aus und die Basler Feuer wird in Hamburg, Bremen, Konstantinopel, Alexandria, Smyrna, Yokohama, Mexiko, Buenos Aires und Rio de Janeiro aktiv. 1874 gründet die Basler eine Tochtergesellschaft in Österreich. 1891 baut die Basler einen repräsentativen Palais in Berlin, um die wachsende Bedeutung der Gesellschaft auch nach aussen deutlich zu machen. In diesem Haus befindet sich heute das Hotel Angleterre, auf dessen Portal noch immer der Basilisk wacht. Im gleichen Jahr zeichnet die Basler Feuer direktes Geschäft in San Francisco, sechs Jahre später wird eine Filiale in New York eröffnet, doch bereits 1902 soll die Basler das gesamte USA-Geschäft – auch dasjenige an der Pazifikküste – aufgeben, was sich noch als grosses Glück im Unglück erweisen soll.

20. Jahrhundert: Wachstum und Konsolidierung

Die erste Hälfte des 20. Jahrhundert war geprägt von Krieg und Katastrophen, die ein weiteres Wachstum der Basler verunmöglichten. Die Lage besserte sich jedoch und aufgrund des engagierten Einsatzes der Mitarbeitenden entwickelte sich die Basler positiv bis hin zu ihrer Gründung als Bâloise Holding.

Technologisierung als Wirtschaftsmotor

Auto am Strassenrand, Mann daneben, der ein tief fliegendes Flugzeug beobachtet
Anflug auf Basel anlässlich einer Flugschau um 1920. Die Technologisierung sorgt für grossen wirtschaftlichen Aufschwung, gleichsam wuchs das Bedürfnis, die neue Technik zu versichern.

In den USA saniert die Basler Feuer ihr Portfolio und versucht ab 1901, aus unrentablen Teilen des USA-Geschäftes auszusteigen. Das profitable Geschäft der Pazifikküste möchte sie jedoch behalten. Da das Versicherungsamt in New York den Rückzug verweigert, solange noch eine Police in den USA in Kraft ist, wird allerdings auch dieses Geschäft verkauft. Zum Glück, wie sich später herausstellt: Am 18. April 1906 zerstört ein schweres Erdbeben San Francisco. Die Basler Feuer ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in den USA tätig, sodass ihr riesige Schadenszahlungen erspart bleiben. Europa hingegen erlebt zu Beginn des Jahrhunderts einen erfreulichen wirtschaftlichen Aufstieg, an dem auch die Basler-Gesellschaften teilhaben. Gleichzeitig setzt ein Siegeszug der Technologie ein, durch den sich die Lebensbedingungen innert kürzester Zeit wandeln. Mit der wachsenden Technologisierung, wie durch motorisierte Fahrzeuge, ändern sich auch die Gefahren, welche die materielle Existenz der Menschen bedrohen. Folgerichtig entscheidet die Basler, 1916 in die Autoversicherung einzusteigen. 1912 eröffnet der neue Hauptsitz der Basler Leben am Aeschenplatz. Leider bleibt auch dieses Jahr nicht ohne Katastrophe, kollidiert am 15. April 1912 die Titanic mit einem Eisberg und sinkt in dessen Folge – die Basler Transport beteiligt sich mit 4 Millionen Franken am Schaden, was heute knapp 40 Millionen Franken entspricht.

Unterbruch der Wachstumsphase

Krankenlager
Notaufnahmelager um 1918 zur Bekämpfung der Grippe-Pandemie.

Der 1. Weltkrieg beendet die angehende Blüte der Versicherungswirtschaft abrupt. Zusätzliche Belastung verursacht eine Grippe-Pandemie im Jahr 1918, bei der sich die Anzahl der Todesfälle gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Die Mehrzahl der Verstorbenen gehört der jüngeren und mittleren Altersklasse an, welche somit erst seit Kurzem versichert. Insgesamt fordert die Pandemie mehr Tote als der 1. Weltkrieg. In der Nachkriegszeit haben die Gesellschaften vor allem mit der Währungsinflation zu kämpfen. Darüber hinaus werden während den Kriegsjahren grosse materielle Werte zerstört, für die nun kein Versicherungsschutz mehr nötig ist. Mitte der zwanziger Jahre scheint die Krise die Talsohle durchschritten zu haben. Die Weiterentwicklung ist jedoch nicht mehr von Nachhaltigkeit geprägt. So rutscht die Weltwirtschaft Anfang der dreissiger Jahre wieder in eine tiefe Krise, die von hoher Arbeitslosigkeit geprägt ist.

Fall ins Kriegselend

Einblick in Tresorraum
Tresoranlage des Chalets im militärisch bewachten Reduit. Hier lagern bis zu 115 Tonnen an Gütern.

Zu Beginn des 2. Weltkrieges stehen die internationalen Geschäfte der Basler-Gesellschaften vorübergehend still. Man konzentriert sich auf die Schweiz. Hier werden die grössten Zugänge an Kapital seit der Gründung des Unternehmens verzeichnet. Die Basler befürchtet derweil die Zerstörung ihres Hauptsitzes in Basel. Sie baut deshalb in Saanen bei Gstaad im militärisch bewachten Reduit ein Chalet. Im Keller ist eine begehbare Tresoranlage mit meterdickem Armierungsbeton. 50 Mitarbeiter und teilweise deren Angehörige betreuen hier bis 1945 über 115 Tonnen an Gütern, unter anderem Wertschriften und 700'000 Leben-Policen. Kurz vor dem Fall Frankreichs wird die Basler evakuiert und geschlossen. Nach Ende des 2. Weltkriegs liegt Europa in Trümmern, die Basler verliert durch den Krieg nach heutigem Wert über 1 Milliarde Franken.

Gründung der Bâloise Holding

Grafische Darstellung der Entwicklung des Logos der Baloise
Die Entstehung des Holding-Logos: Ein liegender Basilisk. Das Fabelwesen steht für ein wachsames Auge, eine hohe Abwehrkraft und die Einschüchterung von gefährlichen Feinden.

In der Nachkriegszeit hat die Basler kein Geld für Akquisitionen oder Investitionen im Ausland. Umso wichtiger ist es daher, erfolgreiche Agenten im Aussendienst zu haben, welche von langjährigen Mitarbeitern geführt werden. Aufgrund des Engagements der Mitarbeitenden sowie der rasanten wirtschaftlichen Erholung Westeuropas nach dem 2. Weltkrieg kann sich die Basler wieder in den europäischen Ländern als Versicherungsgesellschaft positionieren. Mit der Technologisierung und der Anhebung des nationalen Wohlstandes gibt es immer mehr Werte, die gegen Risiken abgesichert werden. Als Folge dessen, wird 1958 die Basler Unfall gegründet. Doch nicht nur in Europa ist die Basler aktiv, eröffnet sie zur gleichen Zeit Filialen in Peru, Venezuela und Ecuador. Um die Risiken zwischen den einzelnen Basler-Gesellschaften besser auszugleichen, wird 1962 die Bâloise Holding gegründet. Sie dient als Dach aller Ländergesellschaften und hat ihren Sitz in Basel. Das Logo stellt einen Basilisken dar. 1968 beziehen die deutschen Gesellschaften ihren Sitz in Bad Homburg. 1971 fusionieren die Basler-Gesellschaften Feuer, Transport und Unfall zur "Basler Versicherungs-Gesellschaft". In Österreich, wo die Basler seit 1874 tätig ist, wird hingegen das Industriegeschäft verkauft.

Expansion der Baloise

Gebäude der Mercator in Antwerpen
Ehemaliger Sitz der Mercator in Antwerpen.

In den Achtzigern expandiert die Baloise im europäischen Ausland, unter anderem 1983 mit der Gründung der Basler Versicherungs-Aktiengesellschaft in Österreich. 1985 wird der Deutsche Ring Leben / Sach erworben, im gleichen Jahr die Baloise Insurance Company of America gegründet. 1986 wird die Baloise Mehrheitsaktionärin der belgischen Versicherungsgesellschaft Mercator in Flandern, zwei Jahre später kauft die Baloise die Providence Washington Insurance Company. Nach den Jahren der Expansion folgen in den 90er Jahren bewegte Zeiten der Bereinigung. Sie steigt aus den Geschäften in Italien, Frankreich und den USA aus und die 1991 erworbene Rhein Rück wird 1997 wieder verkauft. Der Verkauf des Geschäfts in Spanien folgt 2001. Die Bereinigung wird mit dem Verkauf der Mercator Bank im Jahr 2004 abgeschlossen. Zwischenzeitlich gelingt es der Basler einen Übernahmeversuch abzuwehren. Ab 1991 halten zwei Grossaktionäre unabhängig voneinander über 40% der Aktien – auf Grund der Stimmrechtsbeschränkung werden sie im Aktienregister jedoch mit je 2% Stimmen eingetragen. 2003 wird der Übernahmeversuch letztlich abgewehrt und der grösste Aktionär hält seit diesem Zeitpunkt noch 3.8% der Baloise-Aktien.

21. Jahrhundert: Exzellenz und Fokussierung

Durch die zunehmende Fokussierung auf ihre Kernmärkte kann die Baloise ihre Profitabilität massgeblich steigern und zu einem der ertragsreichsten Versicherer Europas werden.

Erste Schritte im neuen Jahrtausend

Fassade des Haupsitz der Baloise Bank Soba in Solothurn
Der Hauptsitz der Baloise Bank SoBa am Amtshausplatz 4, Solothurn.

Die Baloise erwirbt zu Beginn des neuen Jahrtausends die Solothurner Bank SoBa, vormals Solothurner Kantonalbank und heute Baloise Bank SoBa. Sie vollzieht so den ersten Schritt auf dem Weg zum Geschäftsmodell des fokussierten Finanzdienstleisters. Zur gleichen Zeit wird in Zagreb in Kroatien eine Niederlassung gegründet. Das neue Jahrtausend bietet gleichsam grosse Herausforderungen: Nach den Terroranschlägen in den USA am 11. September 2001 brechen die Finanzmärkte zusammen, woraufhin die Baloise im Jahr 2002 ihr einziges Verlustjahr vermelden muss. Schon im Jahr darauf gelingt es ihr wieder, das Geschäft in den Kernmärkten zu stärken. So übernimmt sie die deutsche Versicherungsgesellschaft Securitas und schliesst sie mit der eigenen Niederlassung in Deutschland zur Basler Securitas zusammen.

Operative Exzellenz und Neupositionierug

Fassade des Hauptgebäudes der Basler Versicherung in Bad Homburg
Erweiterungsbau in Bad Homburg, Hauptsitz der Basler Gruppe Deutschland.

Mit ihrer Strategie der operativen Exzellenz verbessert die Baloise ihr Geschäft nachhaltig. 2006 erwirbt die Baloise in Luxemburg die Winterthur Europe Vie. Mit einem Marktanteil von 9% ist sie mit ihren Produkten des freien Dienstleistungsverkehrs neu unter den Top-5 Versicherern. Im folgenden Jahr übernimmt sie in Kroatien die Osiguranje Zagreb und startet in Serbien die Geschäftstätigkeit. In Balzers erfolgt hingegen die Gründung der Baloise Life (Liechtenstein). Das Geschäft in Deutschland wird 2008 neu geordnet. Alle deutschen Gesellschaften der Baloise inkl. Deutscher Ring Leben / Sach werden unter einheitliche Führung mit Sitz in Bad Homburg unter dem Namen Basler Gruppe Deutschland gestellt. Der Konzern unter dem Dach der Bâloise Holding AG tritt neu als Baloise Group nach aussen in Erscheinung. 2009 startet die Baloise ihre Neupositionierung im Zentrum der Unternehmensleistung: "Wir machen Sie sicherer.".

Fokus auf Erfolg

Gebäudefassaden des Baloise Park bestehend aus einem Hochhaus und einem kleineren Gebäude
Bis 2020 entsteht der neue Hauptsitz der Baloise in Basel.

2013 kündigt die Baloise das Bauprojekt Baloise Park an, bis 2020 werden drei neue Gebäude in Basel gebaut; ein Hotelturm und zwei Bürokomplexe mit neuem Konzernsitz. Die Baloise verkauft die Geschäfte in Serbien und Kroatien im Jahr 2013. Das Geschäft in Österreich wird 2014 verkauft. Die Aktivitäten in Belgien und Luxemburg werden hingegen ausgebaut. Der Marktanteil in Belgien wird durch Akquisitionen von Avéro und Nateus gesteigert, die Baloise Insurance gehört im Nichtlebengeschäft zu den Top 5 in Belgien. Mit dem Kauf des Nichtlebenversicherers HDI-Gerling Assurances SA Luxembourg im Jahr 2015 stärkt die Baloise ihre Marktposition in Luxemburg. Durch die Fokussierung auf die Kernmärkte wird die Profitabilität gesteigert, die Baloise wird zu einem der ertragsreichsten Versicherer Europas.