Rettungsring an Wand

Risk Management

Das Risikomanagement der Baloise ist Risiko- und Wertmanagement zugleich. Ihr Risikomodell orientiert sich an innovativen Standards, damit sie ihr Versprechen «Wir machen Sie sicherer.» jederzeit einlösen kann.

Unser Risikomanagement ist ein wichtiger Eckpfeiler unseres Geschäftsmodells

Als Teil des strategischen Managements leistet das Risikomanagement einen wesentlichen Beitrag zur Positionierung der Baloise. Als europäische Versicherung mit Schweizer Wurzeln haben wir eine starke Bilanz und eine hohe operative Ertragskraft, die hinsichtlich Risikonahme einerseits und Ertragschancen andererseits optimiert sind.

Das Risikomanagement der Baloise ist Risiko- und Wertmanagement zugleich. Unser Risikomodell orientiert sich an innovativen Standards, damit wir unser Versprechen «Wir machen Sie sicherer.» jederzeit einlösen können.

Standard & Poor's bestätigte im Jahr 2015 das starke Rating der Baloise mit "A" bei stabilem Ausblick. Damit würdigt Standard & Poor's die sehr starke Kapitalisierung, die hohe operative Ertragskraft und die starke Wettbewerberposition in den Kernmärkten der Baloise. Zudem bewertet die Rating Agentur das Risikomanagement als stark.

Unser Risikomanagement ist ein einheitliches, konzernweites strategisches und operatives System mit den folgenden Teilgebieten:

  • Risk Map

    Die Risk Map unterscheidet die folgenden für die Baloise massgeblichen Risikokategorien:

    • Versicherungstechnische Risiken
    • Marktrisiken
    • Finanzstrukturrisiken
    • Geschäftsumfeldrisiken
    • Operationelle Risiken
    • Strategische / Informationsrisiken

    Die Risk Map ist in die Organisation und die Verantwortlichkeiten des gesamten Konzerns eingebettet. Jedes Risiko hat einen Risk Owner (Gesamtverantwortung) und einen davon unabhängigen Risk Controller (Kontrolle und Steuerung des Risikos).

  • Risikogovernance und Risikokultur

    Der Ausbau der Risikogovernance und der Risikokultur hat bei der Baloise eine lange Tradition. Wir entwickeln die Kultur ständig weiter, und zwar innerhalb der gesamten Organisation. Bezeichnete Risk Owner und Risk Controller für Einzelrisikothemen gehören dabei ebenso dazu wie regelmässig tagende Gremien, die sich mit Risiken befassen. Parallel dazu werden die Risikomodelle und Risikoprozesse laufend verfeinert. Das interne Kontrollsystem (IKS) und die Compliance sind weitere wesentliche Eckpfeiler.

    Oberstes Entscheidungsgremium der Risikoorganisation der Baloise ist der Verwaltungsrat der Bâloise Holding AG, oberste Risikocontrollinginstanz der Prüfungs- und Risikoausschuss des Verwaltungsrats. Der Chief Risk Officer der Gruppe berichtet an beide Gremien regelmässig und vertritt Risikothemen teils persönlich.

    Der Entscheid über die Risikostrategie, die aus der Geschäftsstrategie und den Geschäftszielen abgeleitet ist und die die Fragen nach dem Risikoappetit und der Risikotoleranz der Bâloise behandelt, liegt beim Verwaltungsrat.

    Das Gruppen-Risikokomitee und die lokalen Risikokomitees in allen Geschäftseinheiten, die mit Mitgliedern der Konzernleitung beziehungsweise Mitgliedern der lokalen Geschäftsleitung besetzt sind, entscheiden in der Erarbeitung der Konzepte der Risikostrategie und der operativen Umsetzung von risikostrategischen Fragen. Zusätzlich erarbeiten Spezialgremien zu einzelnen Risikokomplexen wie der Asset-Liability-Steuerung, der Compliance, den IT-Risiken und der Reservierung Entscheidvorlagen für die Komitees. Eine enge Zusammenarbeit des Konzern-Risikomanagements mit den lokalen Risikospezialisten vervollständigt das Bild. Diese umfassende Risikoorganisation bildet unsere Plattform für den Austausch und die ständige Weiterentwicklung von «Best Practices».

    Das Konzern-Risikomanagement verantwortet:

    • die Entwicklung konsistenter und verbindlicher gruppenweiter Risikomodelle,
    • die Überwachung der konzernweiten Standards,
    • das Reporting,
    • die Einhaltung der Risikoprozesse,
    • die Kommunikation mit externen Partnern wie Revision, Gruppenaufsicht und Ratingagenturen.

    Die Geschäftseinheiten sind verantwortlich für die lokale Umsetzung der Vorgaben des Konzerns. Die Gesamtverantwortung liegt beim Finanzchef des Konzerns, danach beim Chief Risk Officer der Gruppe.

  • Risikomessung

    Unser Risikomodell sorgt für die einheitliche quantitative Behandlung sämtlicher Geschäfts- und Finanzmarktrisiken in allen strategischen Geschäftseinheiten. Es orientiert sich an den Prinzipien und Kalkulationsmethoden des Swiss Solvency Test und an den Solvency-II-Richtlinien der Europäischen Union. Als wegweisendes Werkzeug der Risikosteuerung liefert es die Grundlage für strategische und operative Entscheide des Managements.

    Das aus den Modellen der Baloise abgeleitete ökonomische Risikokapital stellt den heute am weitesten fortgeschrittenen Marktstandard dar. Hierbei wird allein aus risikomathematischen Überlegungen – unabhängig von der Behandlung in der Finanzbuchhaltung oder der regulatorischen Kapitalunterlegung gemäss Solvency I – ein Sollkapital hergeleitet, damit das Unternehmen auch unter ungünstigen Umständen solvent bleibt und seine Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern jederzeit erfüllen kann. Dieses Sollkapital vergleichen wir laufend mit dem vorhandenen Kapital, dem Istkapital.

    Neben diesem ganzheitlichen Risikomodell identifizieren, beschreiben und bewerten wir Einzelrisiken auf der Grundlage der Risk Map hinsichtlich ihrer wahrscheinlichen Auswirkung auf das Geschäftsergebnis. Aus diesem Standardprozess entsteht unsere unternehmensweite Datenbank über Einzelrisiken, in der die detaillierte Beschreibung der Risiken, ihre Einordnung in die Risk Map und Frühwarnindikatoren hinterlegt sind. Auf der quantitativen Seite wird diese Beschreibung ergänzt durch die Messung der Risiken in ihrer wahrscheinlichen finanziellen Auswirkung auf die Bilanz der Gesellschaft. Jedes Risiko ist dabei mit risikominimierenden Massnahmen hinterlegt. Die Datenbank wird halbjährlich aktualisiert.

    Die Kombination aus dem Gesamtrisikomodell einerseits und der Einzelrisikobetrachtung anderseits gewährleistet der Baloise zu jeder Zeit einen angemessenen Überblick über die aktuelle Risikosituation.

  • Riskoprozesse

    Die «Groupwide Risk Management Standards» liefern die verbindliche Basis für den Risikoprozess. Dieses Regelwerk legt konzernweit Methoden, Regeln und Grenzwerte verbindlich fest. Die Standards bestimmen, wie die verschiedenen Risikothemen bewertet, gesteuert und berichtet werden. Ein System von Risikolimiten als Frühwarnindikatoren begrenzt die eingegangenen Risiken.

    Der Konzern verwendet auf aggregierter Ebene ein Limitensystem auf Basis des ökonomischen Risikokapitals, um die Risiken umfassend zu beschränken. Dieses System verfolgt zeitnah das Risikokapital des Konzerns und der einzelnen Geschäftseinheiten. Zusätzlich kontrollieren wir einzelne Risiken themenspezifisch durch Limiten, wie die folgenden Beispiele verdeutlichen:

    • Die versicherungstechnischen Risiken basieren auf Zeichnungsrichtlinien, aufgrund deren die lokalen Underwriter entscheiden. Risikomathematische Selbstbehaltsanalysen begleiten die zentrale Rückversicherungspolitik.
    • Die Markt- und Finanzstrukturrisiken kontrollieren wir in allen Investmenteinheiten mit entsprechenden Berichtsprozessen. Es gibt beispielsweise (neben Höchstgrenzen für Aktienexposures) klare und verbindliche Richtlinien für das Rating von Obligationen. Kreditrisiken werden nach dem geltenden «Basel»-Ansatz, aber auch nach weitergehenden statistischen Methoden bewertet. Zusätzlich wird die gesamte Solvenzsituation mit unserer Risikoanalyse monatlich überwacht.
    • Risiken des Geschäftsumfelds sowie operationelle und strategische Risiken erfassen wir standardisiert und einzeln; wir bewerten sie in ihrer Auswirkung auf das Kapital.

    Halbjährliche umfassende Risikoberichte werden mit den Entscheidungsträgern diskutiert, um entsprechende Massnahmen ableiten zu können. Berichte an Aufsichtsbehörden vervollständigen das Bild. Darüber hinaus wird die durch das Risikomanagement bewertete Risikosituation auch bei der Vergütung der Führungskräfte berücksichtigt. Die individuellen Zuteilungen an die Mitarbeiter aus dem Performance Pool erfolgen nach folgenden drei Kriterien: Leistung, Führung und Verhalten des Mitarbeiters. Der Vorschlag des Vorgesetzten zur individuellen Zuteilung wird im jeweiligen Führungskreis diskutiert und bereichs- und abteilungsübergreifend verglichen und gegebenenfalls angepasst. Dadurch wird sichergestellt, dass Verhaltenskomponenten, die auch risikorelevant sind, bei der individuellen Zuteilung ebenfalls berücksichtigt werden.

  • Strategische Risikosteuerung

    Unser internes Risikomodell, das sämtliche Geschäfts- und Finanzmarktrisiken quantitativ einheitlich darstellt, bildet auch die Basis für die strategische Diskussion über die Risikobereitschaft der Baloise. Die aus diesem Modell hergeleiteten Kapitalanforderungen sind dabei Minimalanforderungen an das Istkapital.

    Es besteht ein umfassender Blick auf strategische Hauptrisiken und deren Management: Die strategische Risikosteuerung bietet eine klare Perspektive zur Erschliessung neuer Geschäftsfelder und zur Risiko-Return-Optimierung unseres bestehenden Geschäfts.

    Ein wesentliches Element der Steuerung sind die Ergebnisvorgaben für einzelne Geschäftseinheiten, die ihre spezifische Risikosituation berücksichtigen. Diese Vorgaben fliessen in die Zielvereinbarungen des lokalen Managements ein.

Kontakt

Stefan Nölker

Leiter Group Risk Management
Baloise Group

Telefon +41 58 285 78 78
stefan.noelker@baloise.com