Nachhaltigkeit

Risikomanagement

Das Risikomanagement der Baloise ist Risiko- und Wertmanagement zugleich.
silvia-kalbermatten

"Nachhaltigkeit setzt für mich auf verschiedenen Ebenen an. Aus meinem Kerngebiet, der Compliance, ist es mir wichtig, dass die Baloise so Geschäfte tätigt, dass keine Reputationsschäden entstehen und die Baloise nicht durch die Medien oder durch Bussen "durchgeschüttelt" wird. In Bezug auf unsere Kunden und auch Mitarbeitenden bin ich der Meinung, dass nur wenn die Baloise gute Produkte und gute Konditionen anbietet, wir lange und ertragreiche Beziehungen pflegen können. Geben und Nehmen muss sozusagen in Balance stehen. Last but not least sehe ich unter dem Thema Nachhaltigkeit natürlich auch den Umgang mit globalen Ressourcen. Wie gehen wir mit Umweltthemen um, wo investieren wir - oder wo eben nicht - und wo unterstützen wir sinnvolle Projekte. Wenn wir etwas verkaufen möchten, müssen wir es auch selber tun."

Silvia Kalbermatten, Compliance

Risikomanagement bei der Baloise

Als Teil des strategischen Managements ist das Risikomanagement integraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsaktivitäten der Baloise. Die gesamtheitliche Ausrichtung unseres Risikomanagements ermöglicht die interne sowie externe Absicherung von Risiken.

Unser Risikomanagement ist ein einheitliches, konzernweites strategisches und operatives System mit den folgenden Teilgebieten: Risk Map, Risikogovernance & Risikokultur, Risikomessung, Risikoprozesse und Strategische Risikosteuerung.

Das nachhaltige Bestehen der Baloise und somit das Ziel unserer Versicherungsgemeinschaft, für eine sichere Zukunft unserer Kunden, Mitarbeitenden und Investoren zu sorgen, wird durch das Risikomanagement der Baloise gesichert. Zur internen Absicherung zählen beispielsweise die Berücksichtigung von Naturkatastrophen, die den Geschäftsbetrieb der Baloise beeinflussen können, sowie die Informationssicherheit und IT Compliance. Für unterschiedliche Szenarien sind externe Ereignisse in der Risk Map integriert und dazugehörige risikominimierende Massnahmen vorgesehen.

Neben der Sicherstellung unseres Geschäftsbetriebs steht die Absicherung unserer Kunden durch die strategische Ausrichtung "Simply Safe" für uns an erster Stelle. Doch nicht nur jeder einzelne Kunde soll sich, mit der Baloise als Partner, einfach sicherer fühlen. Durch die Behandlung von Themen wie Umweltrisiken, Cyber Security & Digitalisierung, Compliance, Globalisierung sowie soziale, ökologische und wirtschaftliche Megatrends leistet das Risikomanagement der Baloise seinen Beitrag für eine sichere Zukunft der Gesellschaft.

Die Risk Map unterscheidet die folgenden für die Baloise massgeblichen Risikokategorien

  • Versicherungstechnische Risiken
  • Marktrisiken
  • Finanzstrukturrisiken
  • Geschäftsumfeldrisiken
  • Operationelle Risiken
  • Strategische / Informationsrisiken

Die Risk Map ist in die Organisation und die Verantwortlichkeiten des gesamten Konzerns eingebettet. Jedes Risiko hat einen Risk Owner (Gesamtverantwortung) und einen davon unabhängigen Risk Controller (Kontrolle und Steuerung des Risikos).

Der Ausbau der Risikogovernance und der Risikokultur hat bei der Baloise eine lange Tradition. Wir entwickeln die Kultur ständig weiter, und zwar innerhalb der gesamten Organisation. Bezeichnete Risk Owner und Risk Controller für Einzelrisikothemen gehören dabei ebenso dazu wie regelmässig tagende Gremien, die sich mit Risiken befassen. Parallel dazu werden die Risikomodelle und Risikoprozesse laufend verfeinert. Das interne Kontrollsystem (IKS) und die Compliance sind weitere wesentliche Eckpfeiler.

Oberstes Entscheidungsgremium der Risikoorganisation der Baloise ist der Verwaltungsrat der Bâloise Holding AG, oberste Risikocontrollinginstanz der Prüfungs- und Risikoausschuss des Verwaltungsrats. Der Chief Risk Officer der Gruppe berichtet an beide Gremien regelmässig und vertritt Risikothemen teils persönlich.

Der Entscheid über die Risikostrategie, die aus der Geschäftsstrategie und den Geschäftszielen abgeleitet ist und die die Fragen nach dem Risikoappetit und der Risikotoleranz der Bâloise behandelt, liegt beim Verwaltungsrat.

Das Gruppen-Risikokomitee und die lokalen Risikokomitees in allen Geschäftseinheiten, die mit Mitgliedern der Konzernleitung beziehungsweise Mitgliedern der lokalen Geschäftsleitung besetzt sind, entscheiden in der Erarbeitung der Konzepte der Risikostrategie und der operativen Umsetzung von risikostrategischen Fragen. Zusätzlich erarbeiten Spezialgremien zu einzelnen Risikokomplexen wie der Asset-Liability-Steuerung, der Compliance, den IT-Risiken und der Reservierung Entscheidvorlagen für die Komitees. Eine enge Zusammenarbeit des Konzern-Risikomanagements mit den lokalen Risikospezialisten vervollständigt das Bild. Diese umfassende Risikoorganisation bildet unsere Plattform für den Austausch und die ständige Weiterentwicklung von «Best Practices».

Das Konzern-Risikomanagement verantwortet:

  • die Entwicklung konsistenter und verbindlicher gruppenweiter Risikomodelle,
  • die Überwachung der konzernweiten Standards,
  • das Reporting,
  • die Einhaltung der Risikoprozesse,
  • die Kommunikation mit externen Partnern wie Revision, Gruppenaufsicht und Ratingagenturen.

Die Geschäftseinheiten sind verantwortlich für die lokale Umsetzung der Vorgaben des Konzerns. Die Gesamtverantwortung liegt beim Finanzchef des Konzerns, danach beim Chief Risk Officer der Gruppe.

Unser Risikomodell sorgt für die einheitliche quantitative Behandlung sämtlicher Geschäfts- und Finanzmarktrisiken in allen strategischen Geschäftseinheiten. Es orientiert sich an den Prinzipien und Kalkulationsmethoden des Swiss Solvency Test und an den Solvency-II-Richtlinien der Europäischen Union. Als wegweisendes Werkzeug der Risikosteuerung liefert es die Grundlage für strategische und operative Entscheide des Managements.

Das aus den Modellen der Baloise abgeleitete ökonomische Risikokapital stellt den heute am weitesten fortgeschrittenen Marktstandard dar. Hierbei wird allein aus risikomathematischen Überlegungen – unabhängig von der Behandlung in der Finanzbuchhaltung oder der regulatorischen Kapitalunterlegung gemäss Solvency I – ein Sollkapital hergeleitet, damit das Unternehmen auch unter ungünstigen Umständen solvent bleibt und seine Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern jederzeit erfüllen kann. Dieses Sollkapital vergleichen wir laufend mit dem vorhandenen Kapital, dem Istkapital.

Neben diesem ganzheitlichen Risikomodell identifizieren, beschreiben und bewerten wir Einzelrisiken auf der Grundlage der Risk Map hinsichtlich ihrer wahrscheinlichen Auswirkung auf das Geschäftsergebnis. Aus diesem Standardprozess entsteht unsere unternehmensweite Datenbank über Einzelrisiken, in der die detaillierte Beschreibung der Risiken, ihre Einordnung in die Risk Map und Frühwarnindikatoren hinterlegt sind. Auf der quantitativen Seite wird diese Beschreibung ergänzt durch die Messung der Risiken in ihrer wahrscheinlichen finanziellen Auswirkung auf die Bilanz der Gesellschaft. Jedes Risiko ist dabei mit risikominimierenden Massnahmen hinterlegt. Die Datenbank wird halbjährlich aktualisiert.

Die Kombination aus dem Gesamtrisikomodell einerseits und der Einzelrisikobetrachtung anderseits gewährleistet der Baloise zu jeder Zeit einen angemessenen Überblick über die aktuelle Risikosituation.

Die «Groupwide Risk Management Standards» liefern die verbindliche Basis für den Risikoprozess. Dieses Regelwerk legt konzernweit Methoden, Regeln und Grenzwerte verbindlich fest. Die Standards bestimmen, wie die verschiedenen Risikothemen bewertet, gesteuert und berichtet werden. Ein System von Risikolimiten als Frühwarnindikatoren begrenzt die eingegangenen Risiken.

Der Konzern verwendet auf aggregierter Ebene ein Limitensystem auf Basis des ökonomischen Risikokapitals, um die Risiken umfassend zu beschränken. Dieses System verfolgt zeitnah das Risikokapital des Konzerns und der einzelnen Geschäftseinheiten. Zusätzlich kontrollieren wir einzelne Risiken themenspezifisch durch Limiten, wie die folgenden Beispiele verdeutlichen:

  • Die versicherungstechnischen Risiken basieren auf Zeichnungsrichtlinien, aufgrund deren die lokalen Underwriter entscheiden. Risikomathematische Selbstbehaltsanalysen begleiten die zentrale Rückversicherungspolitik.
  • Die Markt- und Finanzstrukturrisiken kontrollieren wir in allen Investmenteinheiten mit entsprechenden Berichtsprozessen. Es gibt beispielsweise (neben Höchstgrenzen für Aktienexposures) klare und verbindliche Richtlinien für das Rating von Obligationen. Kreditrisiken werden nach dem geltenden «Basel»-Ansatz, aber auch nach weitergehenden statistischen Methoden bewertet. Zusätzlich wird die gesamte Solvenzsituation mit unserer Risikoanalyse monatlich überwacht.
  • Risiken des Geschäftsumfelds sowie operationelle und strategische Risiken erfassen wir standardisiert und einzeln; wir bewerten sie in ihrer Auswirkung auf das Kapital.

Umfassende Risikoberichte werden mit dem Verwaltungsrat, derr Konzernleitung und den zuständigen Geschäftsleitungen als Entscheidungsträgern diskutiert, um entsprechende Massnahmen ableiten zu können. Berichte an Aufsichtsbehörden vervollständigen das Bild. Darüber hinaus wird die durch das Risikomanagement bewertete Risikosituation auch bei der Vergütung der Führungskräfte berücksichtigt. Die individuellen

Zuteilungen an die Mitarbeitenden aus dem Performance Pool erfolgen nach folgenden drei Kriterien: Leistung des Teams, Führung und Verhalten der Mitarbeitenden. Der Vorschlag des Vorgesetzten zur Zuteilung wird im jeweiligen Führungskreis diskutiert und bereichs- und abteilungsübergreifend verglichen und gegebenenfalls angepasst. Dadurch wird sichergestellt, dass Verhaltenskomponenten, die auch risikorelevant sind, bei der Zuteilung ebenfalls berücksichtigt werden.

Mehr Informationen über die Vergütung und das Performance Management System finden Sie im Corporate Governance Bericht der Baloise.

Unser internes Risikomodell, das sämtliche Geschäfts- und Finanzmarktrisiken quantitativ einheitlich darstellt, bildet auch die Basis für die strategische Diskussion über die Risikobereitschaft der Baloise. Die aus diesem Modell hergeleiteten Kapitalanforderungen sind dabei Minimalanforderungen an das Istkapital.

Es besteht ein umfassender Blick auf strategische Hauptrisiken und deren Management: Die strategische Risikosteuerung bietet eine klare Perspektive zur Erschliessung neuer Geschäftsfelder und zur Risiko-Return-Optimierung unseres bestehenden Geschäfts.

Ein wesentliches Element der Steuerung sind die Ergebnisvorgaben für einzelne Geschäftseinheiten, die ihre spezifische Risikosituation berücksichtigen. Diese Vorgaben fliessen in die Zielvereinbarungen des lokalen Managements ein.

Als europäische Versicherung mit Schweizer Wurzeln haben wir eine starke Bilanz und eine hohe operative Ertragskraft, die hinsichtlich Risikonahme einerseits und Ertragschancen andererseits optimiert sind.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat am 27. Juni 2018 das Rating der Kerngesellschaften der Baloise Gruppe von "A" mit positivem Ausblick auf "A+" mit stabilem Ausblick verbessert. Standard & Poor's würdigt die ausgezeichnete Kapitalisierung der Baloise, welche gemäss dem S&P-Kapitalmodell komfortabel oberhalb dem AAA-Niveau liegt, die hohe operative Ertragskraft, das starke Risikomanagement und die starke Wettbewerberposition in den ertragsreichen Kernmärkten.

Stefan Nölker

Leiter Group Risk Management

Telefon

Telefon +41 58 285 78 78

E-Mail

stefan.noelker@baloise.com

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