Künstliche Intelligenz | Testen, Lernen, besser werden

Corinna Fröschke
30. August 2018
Asset Management, Berufserfahrene
Benjamin Nägele (33) ist seit sechs Jahren bei der Baloise, als Portfolio- bzw. Währungsmanager im Asset Management, dort im Bereich Treasury. Alles Begriffe, die man sich schnell mal zuwirft, aber wer weiss, was Benjamin genau macht?
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Zur Erklärung

Das Asset Management ist unsere Vermögensverwaltung, im Treasury werden u.a. die Finanzanlagen in Fremdwährungen vor Wechsel­kursverlusten abgesichert. Der Devisenhandel ist ein schnelllebiges Geschäft. Wechselkurse können sich aus diversen Gründen (Politik, Wirtschaft, Marktpsychologie, etc.) binnen Minuten dramatisch ändern. Benjamin vertritt die Baloise nach aussen als Kunde gegenüber Banken, um optimale Konditionen für die Absicherungsgeschäfte auszuhandeln.

"Die Welt verändert sich und mit ihr auch unsere Jobs"

"... erzählt Benjamin. "Routinearbeit soll möglichst immer stärker automatisiert werden. Dafür gibt es bei uns im Asset Management reichlich Potenzial." Um diese Prozesse zu identifizieren und zu überlegen, wie sie zukünftig im Hintergrund verarbeitet werden können, wurde Benjamin Kopf einer Fokusgruppe zu AI im Asset Management. "Nehmen wir z.B. die Aktienanalyse. Wie werden sie sich für die Unternehmen entwickeln? Das ist für unsere Kunden und ihre Positionierung natürlich immens wichtig. Um dahingehend Annahmen treffen zu können, müssen wir derzeit mühselig manuell viele Daten eingeben. Zukünftig soll das AI übernehmen." Noch sind es Testumgebungen, in denen Benjamin und seine Kollegen Rechenmodelle durchspielen, "aber das kommt", sagt er. "Auch in anderen Bereichen werden wir künftig Aussagen über ökonomische Entwicklungen treffen und z.B. Risiken besser einschätzen können."

Künstliche Intelligenz | Wie funktioniert das?

AI ist die Simulation menschlicher Intelligenz durch Maschinen/ Computer. "Einfach erklärt. Wir füttern die Systeme mit Daten, anhand derer sie lernen. Erste Ansätze an Grossrechnern gab es in den 50er Jahren, während der 70er entstanden bereits einfache so genannte neuronale Netze, aber die Fortschritte blieben lange bescheiden. Erst seit der Jahrtausendwende entwickelt sich alles rasant." Neuronale Netze sind gewissermassen dem menschlichen Gehirn nachempfunden. Sie sind ein Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz. Die Systeme arbeiten mit Neuronen, die Informationen von aussen aufnehmen und weiterleiten können. Sie verbinden Informationen untereinander, gewichten und kommen zu einem Ergebnis. So lassen sich Anwendungsprobleme aus verschiedenen Bereichen wie der Statistik, der Technik oder der Wirtschaftswissenschaften computerbasiert lösen.

Benjamins Werdegang | Welche Qualifikationen helfen ihm?

"Im VWL-Diplomstudium habe ich mich mit den Grundlagen der Finanzmärkte beschäftigt. Ein gewisser Fokus Richtung Finance/ Banking ist sicher wichtig für meine Arbeit. Später in einem Praktikum bei einer Investmentbank habe ich mich auf den Währungshandel spezialisiert und mir zunehmend IT-Kenntnisse angeeignet. Heutzutage sind sie unverzichtbar für eine zeitgemässe Portfoliomanager-Position." Benjamin erinnert sich an die Finanzkrise und die damit verbundene Zunahme regulatorischer Vorschriften für den Handel. "Da muss man in meinem Geschäft auf dem Laufenden bleiben, und sich überhaupt ständig weiterentwickeln. Sonst ist der Zug abgefahren." Bezogen auf die Künstliche Intelligenz ist das letztlich auch nicht klassisch Benjamins Fachgebiet. Vielmehr haben ihn die Veränderungen in der Welt und seine Bereitschaft, Neues zu erlernen zu dieser Expertise geführt.

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