Zwischen Kummerkasten und Sparringspartner | Rekrutierung

Corinna Fröschke
30. April 2019
Berufserfahrene, Rund um die Baloise
Das Rekrutierungsteam der Baloise hat sich neu aufgestellt. Aus zwei Frauen wurden vier, aus vier offenen Ohren acht. Aber natürlich gehört zum Jobprofil weitaus mehr als "nur" zuhören können.
vier Frauen lachen und sprechen miteinander im Büro

Zufriedenheit hoch vier

Bevor wir überhaupt so richtig ins Gespräch kommen, spürt man sofort wie gut sich die vier Damen verstehen. Sie lachen, sie ergänzen einander, sie vergewissern sich gegenseitiger Zustimmung. Ein sehr wertschätzender, freundschaftlicher Umgang. "Wir sind zwar erst seit kurzem zusammen, seit Ende 2018", sagt Melanie, "aber es hat sofort geklickt." "Das ist wichtig", ergänzt Tatjana, "denn wir arbeiten in einem Viererbüro, der Austausch ist eng. Wenn wir uns hier nicht verstehen würden, wär das ungünstig." "Obwohl man sagen muss, dass nie alle von uns an ihren Schreibtischen sind", erzählt Rebecca. "Irgendwer ist immer woanders in einem Gespräch." Alle vier lachen. Ein bisschen wie in einem Bienenstock muss man sich das wohl vorstellen. Sie kommen und gehen.

Alle Fäden beieinander

Ein Vorteil dieses neuen Rekrutierungsteams: alle Jobs und Inserate laufen zentralisiert über die Tische der vier Frauen. Ruth: "Wir alle kennen alle offenen Stellen und falls nicht, gleisen wir uns untereinander auf." "Das ist u.a. für die Wiederansprache wichtig", erklärt Rebecca. "Wenn es z.B. bei meinen Rekrutierungen Kandidaten gibt, die top sind, aber nicht auf die gesuchte Rolle passen, dann matchen sie vielleicht anderswo." "So sparen wir uns erneute lange Bewerbungsprozesse, weil wir die Jobsuchenden ja bereits kennen. Ein immenser Zeitgewinn", ist sich Melanie sicher. Ruth erweitert das Aufgabenspektrum. "Wir verstehen uns vor allem als Dienstleister in enger Zusammenarbeit mit den HR Business Partnern und Fachbereichen. Wir erstellen Jobprofile, verfassen Inserate, führen Bewerbungsgespräche, machen Zu- bzw. Absagen. Wir spielen Schicksal. Wir haben es mit Menschen zu tun und entscheiden über Werdegänge. Eine grosse Verantwortung."

Rekrutierung | Mal Sparringspartner, mal Kummerkasten

"Das Schöne ist", schwärmt Melanie, "die Menschen, die du eingestellt hast, bleiben meist sehr lang mit dir in Verbindung. Hast du sie von Anfang begeistert und gut betreut, stellt das ein grosses Vertrauen her und sie werden dich auch als Mitarbeitende um Rat bitten. Nicht selten sind wir der Kummerkasten." "Das heisst natürlich", ergänzt Ruth, "dass wir immer wach, immer konzentriert sein müssen. Wir sind immer gefordert und versuchen uns auf jeden einzelnen einzustellen." "Manchmal bleibt der Kontakt so lange so eng, bis ein Kollege oder eine Kollegin wieder aus der Baloise ausscheidet. Dann schauen wir sogar über neue Bewerbungen für andere Firmen." Melanie lacht. Tatjana: "Jeder, der zu uns kommt, weiss wir sind bereichsübergreifend neutral unterwegs. Das gibt den Gesprächen mit uns sicher eine besondere Bedeutung. Ob Bewerber, Mitarbeitender, Führungskraft – die Menschen schätzen unseren Rat, dies gibt uns wiederum ein gutes Gefühl."

vier Frauen lehnen auf einem Stehtisch

Wir sind uns bewusst, dass es um Menschen und Hoffnungen geht.

Bewerber und Bewerberinnen begeistern

Pro Woche führt jede unserer Rekruterinnen etwa fünf bis acht Bewerbungsgespräche. Darüber hinaus screenen sie unzählige Dossiers. Rebecca: "Wir bemühen uns, die Kandidaten möglichst zeitnah über den Stand ihrer Bewerbung auf dem Laufenden zu halten. Zu- und Absagen versuchen wir persönlich am Telefon zu überbringen." "Nicht immer gelingt das", räumt Melanie ein. "Es sind einfach sehr viele. Aber wir sind uns bewusst, dass es um Menschen und Hoffnungen geht. Dem wollen wir gerecht werden." In den Job-Interviews erzählen die Vier möglichst viel von der Kultur, von den Teams und der Arbeitsatmosphäre. "Bewerbungsgespräche sind keine Einbahnstrasse mehr", so beschreibt es Tatjana. "Die Baloise bewirbt sich beim Arbeitnehmer. Es ist ein Austausch inwiefern man zueinander passt. Da ist es praktisch, dass wir viel aus der Firma wissen."

Rekrutierung | Vorbild sein

Die Baloise erlebt seit einiger Zeit einen Kulturwandel: Vom "Sie" zum "Du", von Hierarchien zu Diskussion auf Augenhöhe, von der Krawatte zum Business Casual Look. "In diesem Change sind auch wir als Rekrutierungsteam gefragt", erzählt Ruth. "Nicht jeder Mitarbeitende, nicht jede Führungskraft fühlt sich in der neuen Arbeitswelt wohl. Manchen verleiht das "Sie" Sicherheit und bewusste Distanz. Manche haben nur gelernt, Gespräche top down zu führen. Da ist es an uns, immer wieder die neue Kultur vorzuleben und ihre Erfolge aufzuzeigen." "Wir texten z.B. seit einiger Zeit viele unserer Stelleninserate authentischer und nahbarer. Wenn wir dann von den Bewerbern das Feedback bekommen, sie hätten sich nur aufgrund der neuen Ansprache beworben, ist das unter vielen anderen tollen Rückmeldungen eine wundervolle Bestätigung unserer Arbeit."

Kurz vorgestellt

(Titelfoto v.l.n.r.)

Melanie Leimgruber (45) gehört knapp 19 Jahre zum Unternehmen, u.a. war sie beim Aufbau der Private Banking Centers dabei, wechselte später ins HR und arbeitete 10 Jahre als CEO-Assistentin im Konzernbereich.

Ruth Wolf (61) ist die Chefin und seit 15 Jahren bei der Baloise. Begonnen hat sie als HR-Leiterin in Zürich, ging später als interne Head Hunterin für Kundenberater nach Basel und übernahm danach die Leitung des HR-Vertriebs Zürich, Bern und Lausanne. Seit 2016 ist sie im Recruiting.

Tatjana Janson (28) studierte Wirtschaftswissenschaften und hat 2016 im Payroll Team der Baloise angefangen.

Rebecca Bisang (29) kam nach dem Studium der Wirtschaftspsychologie zur Baloise. Los gings im Team Talent Acquisition und Ende 2018 weiter im HR.

Sehr unterschiedliche Lebensläufe gipfeln nun im Recruiting.

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