Projektleiter IT Services | Dolmetscher bei der SoBa

Corinna Fröschke
17. Mai 2019
Berufserfahrene, Projektmanagement
Stellen wir uns folgende Situation vor: Ein Fachbereich bei der Baloise Bank SoBa steht vor einer Anforderung, die seitens der IT einer Umsetzung bedarf. Wie macht man das? Wie lässt man die IT-Kollegen/innen jene fachspezifischen Bedürfnisse so verstehen, dass sie diese in eine Anwendung bringen können? Hier kommt Christopher Jost (47) ins Spiel – als Übersetzer zwischen den Welten.

Mit Fingerspitzengefühl und Herzblut

"Jedes Projekt", betont Christopher, "verlangt deinen vollen Einsatz. Du bist der, der pusht. Du bist der, der Menschen zusammenbringt, Konflikte schlichtet und Lösungen finden muss. Du behältst den Überblick, setzt Deadlines, planst, strukturierst und machst alle Stakeholder glücklich." Er lacht und schiebt nach: "Im Idealfall." Im Wesentlichen ist Christopher seit 25 Jahren – nahezu sein ganzes Berufsleben - zwischen Business und IT unterwegs, dies fast immer bankspezifisch. "Was mir an meinem Job gefällt, ist die Abwechslung. Jedes Projekt, das ich leite, ist anders. Was sie alle gemein haben? Dass du Herzblut einbringen musst und Fingerspitzengefühl im Umgang mit verschiedenen Leuten."

ein Mann mit kurzem dunklem Haar sitzt an einem Schreibtisch am Laptop

Ein Beispiel-Projekt

Christopher erinnert sich an den Automatischen Informationsaustausch der OECD: Konto- und Depotinformationen von Bankkunden, die ihr Steuerdomizil im Ausland haben, müssen den Steuerbehörden eben jenen Landes zur Verfügung gestellt werden. Wie macht man das? "Mit dieser Anforderung kommt der Fachbereich zu mir, ich übernehme die Projektleitung und dann beginnt die Zusammenarbeit zwischen Fachbereich, der IT und allenfalls Drittanbietern – mit mir als Dolmetscher. Was bedeutet diese Anforderung organisatorisch? Wie lässt sich das IT-seitig umsetzen? Welche technischen Gegebenheiten in den SoBa Systemen müssen angepasst werden? Wie liefern wir die gewünschten Daten zu?" Über das Gespräch und die Zeit wächst der Plan wie der automatische Informationsaustausch technisch, aber auch fachlich-prozessual gelingen kann.

"Drive im Hintern"

"In meinem Job ist es wichtig", resümiert Christopher, "dass du Veränderung annimmst und etwas bewegen willst. Du brauchst Drive im Hintern. Die Digitalisierung hat uns alle fest im Griff und wir müssen offensiv damit umgehen." Christopher beschreibt jene Gratwanderung, alle am Projekt Beteiligten stets mitzunehmen. "Du hast immer auch Alteingesessene, die sich wünschen, dass alles so bleibt wie sie es kennen. Du musst ihnen den Sinn des Neuen erklären, ihnen den Mehrwert aufzeigen. Dann – so habe ich es oft erlebt – sind sie auch bereit, diesen Weg zu unterstützen."

Diversität im Team kann in diesem Prozess helfen, weil sich verschiedene Erfahrungen befruchten. Meinungsverschiedenheiten sind gewünscht: Konstruktiv ausgetauscht entwickeln sie jeden weiter.

Reibungen zulassen | Unterschiede nutzen

Das Team um Christopher lebt diesen Dialog. "Wir haben im Alter von 30 bis nahe zur Pension unterschiedlichste Persönlichkeiten bei uns. Die einen, die die x-te Umstrukturierung erleben und nur noch müde lächeln, die anderen, die Eingeschliffenes hinterfragen und voller Eifer in die neue Welt aufbrechen wollen. Das Schöne ist, wir begegnen uns in unseren Unterschieden auf Augenhöhe. Wir können uns wertschätzend hinterfragen. Die Teamstimmung ist gesund, unsere Zusammenarbeit gut. Ich glaube, letztlich ist es das, was uns alle jeden Tag motiviert, mit Freude unseren Job zu machen.

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