«Du musst Verbindungen haben, bekannt sein, überall dabei sein.» | Kundenberatung

Corinna Fröschke
24. November 2021
Aussendienst, Haltung / Einstellung, Produktivität, Kundenberater, Motivation
Roger Matters (49) grosse Leidenschaft waren von jeher Autos. Mehr als 20 Jahre ist er ihr gefolgt und hat gemeinsam mit seinem Stiefvater eine eigene Werkstatt gegründet. Dann musste etwas Neues her, und so ist er im Toggenburg im Versicherungsgeschäft gelandet. Warum ihm seine alten Verbindungen heute helfen? Lies weiter.

Das eigene Geschäft. Die grosse Verantwortung.

«Mein Traum waren schon immer Autos», eröffnet Roger unser Interview. «Ich liebe laute Motoren» und so stieg er nach der Schule mit einer Lehre als Automechaniker ein. Als sein Stiefvater den Grundstein für eine eigene Werkstatt legte, liess sich viel lernen. «All die Eigenleistung, die es zu investieren galt, die Genehmigungen und Geldsorgen: Der Weg war steinig, aber hier haben wir fürs Leben gelernt. Du bist dein eigener Unternehmer. Du zahlst dir selbst einen niedrigen Lohn. Du musst erstmal ankommen im Geschäft. Es war eine lustige Zeit und der Zusammenhalt in der Werkstatt gross: Ob Kunde oder Kollege, wir waren alle eins. Meist sind wir erst spät am Abend nach 22 Uhr heim.»

In der Kundenberatung agierst du wie ein Unternehmer in seinem eigenen Unternehmen.

Zwischen Werkstattarbeit und Kundenkontakt

15 Jahre arbeitet Roger in der Werkstatt, im Laufe der Zeit beschäftigen sie 5-6 Angestellte. Mit Anfang 30 fragt er sich zum ersten Mal, was ihm noch Spass machen könnte und beginnt, sich neu zu orientieren.

«Eigentlich wollte ich zur Polizei, aber für Zürich hatte ich zu viele Tattoos und für die Wache in St.Gallen war ich zu alt.» Roger lacht. Final landet er wieder im Autogewerbe, diesmal im Kundendienst. Hier lernt er den Umgang mit Kunden und findet 7 Jahre lang Gefallen daran. Mit 40 kehrt er doch nochmal ins Werkstattgeschäft zurück - diesmal in Ebnat-Kappel für weitere 6 Jahre. Auch privat passiert viel. Roger heiratet und wird Vater von zwei Kindern.

Schluss mit Autos | Rein ins Versicherungsgeschäft

«Irgendwann im Frühjahr 2017 kam der Punkt, an dem ich einfach keinen Bock mehr auf Autos hatte. Ich hatte mich als Werkstattchef mit dem Service, Rechnungswesen und dem Personalwesen beschäftigt, ich hatte jahrelang an Autos geschraubt und Kunden beraten – nun brauchte ich was Anderes.»

Roger entscheidet sich fürs Versicherungsgeschäft und wird Kundenberater bei der Baloise im Toggenburg. «Kaum angekommen, gings direkt in die Ausbildung. Man lernt blockweise in Kursen am Hauptsitz in Basel: vom Versicherungsrecht über Personenversicherung bis hin zu Sach- und Sozialversicherungsfragen.»

Es ist ein Vorteil, als Kundenberater dort arbeiten zu können, wo man wohnt. Man hat das Netzwerk, ist bekannt und überall dabei.

«Jeder weiss, wo ich arbeite. Jeder sieht mich jeden Tag.»

Im zweiwöchigen Wechsel heisst es Lernen und Praxis; Letzteres um das neue Wissen anzuwenden und zu vertiefen. «Ich bin von Anfang an bewusst sofort allein losgezogen. Ich wollte herausfinden, wie mein Zugang zu den Kunden ist. Wie ich es mache? Für mich war es vor allem spannend zu sehen, wie unterschiedliche Menschen reagieren und wie genau ich ihnen helfen kann. Ich habe schnell gemerkt, dass es ein Vorteil ist, als Kundenberater dort arbeiten zu können, wo man auch wohnt. Man hat das Netzwerk, ist bekannt und überall dabei. Das sind ganz authentische Verbindungen und die helfen in einem Beziehungsgeschäft wie dem Versicherungswesen

"Ich bin überall sichtbar."

Zuverlässigkeit, die man spürt. | Kundenberatung

8 bis 10 Kundentermine die Woche sind keine Seltenheit. On top kommen unzählige Telefonate. «Die Leute wollen ihre Sachen erledigt haben, deshalb bin ich immer erreichbar oder rufe sofort zurück. Das muss man mögen, auch ehrgeizig und fleissig sein. Sonst passt dieser Beruf nicht.»

Roger erzählt, dass er von seiner Werkstatt-Zeit profitiert: «Ich habe gelernt, unternehmerisch zu denken, Verantwortung zu übernehmen. Genau dieselbe Einstellung braucht man auch in der Kundenberatung. Klar, hab auch ich mal schlechte Tage. Das ist menschlich – aber dennoch sind wir immer für unsere Kunden da.»

Ich habe gelernt, unternehmerisch zu denken, Verantwortung zu übernehmen. Dieselbe Einstellung braucht man in der Kundenberatung.

Freiheit und Flexibilität | «Man ist eigentlich wie selbständig.»

Roger kann seine Arbeitstage selbstbestimmt gestalten. «Mir ist es wichtig, meine Kinder zu wecken und mit ihnen zu frühstücken. Auch am Mittag bin ich gern daheim. Dazwischen teile ich mir meine Arbeit in Bürozeit und Kundentermine auf. Wenn meine Tochter nachmittags ins Badi will, kann ich mir das ebenso einrichten.» Wichtig ist, dass alle Kunden stets zufrieden sind, dass die Abschlüsse und Zahlen stimmen: Wie Roger das erreicht, bleibt ihm überlassen.

Leistungsdruck spornt mich an!

Das Thema Geld ist Fluch und Segen zugleich. Man ist für sich allein verantwortlich – wie selbständig – und aus diesem Leistungsdruck muss man Energie beziehen. Nur dann ist man gut, zufrieden und happy in diesem Job.

Hast du Rogers Mindset und Lust auf Kundenberatung?

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