«Brücken zu bauen, macht mir Freude» | Vernetzt denken

Corinna Fröschke
8. November 2019
Digitalisierung, Motivation, Projektmanagement, Berufserfahrene
Patrick Friedrich (48) ist halb deutsch, halb französisch, er spricht fünf Sprachen, ist in Deutschland und Belgien aufgewachsen, hat eine Europaschule besucht – das Gefühl von Integration steckt in seinem Blut. Kein Wunder, dass er auch bei uns diesen Gedanken verfolgt.

Berufseinstieg Gastronomie

Angefangen hat alles mit einem Studium, das nicht von langer Dauer sein sollte. «Ich hatte damals noch ziemliche Flausen im Kopf, das falsche Umfeld, und habe den nötigen Ernst vermissen lassen. Das ging nicht lang gut, und ich musste mich neu orientieren.» Im Sinne einer soliden Ausbildung entschied sich Patrick für eine Restaurantfachlehre in Köln. «Ein fordernder Job. Da musst du als junger Mensch erstmal ranklotzen, 12 bis 14 Stunden-Tage sind keine Seltenheit, und es ist ebenso körperlich anstrengend. Eine gute Schule.»

Nach vier Jahren ging er in seine Geburtsstadt zurück und wurde Barkeeper in Hamburgs höchster Bar. «Hier habe ich viel über Menschen gelernt. Eine exklusive Location mit entsprechend vielen VIPs, und schon mixt du Drinks für Fury in the Slaughterhouse. Du musst dich auf die unterschiedlichsten Persönlichkeiten einstellen. Da wächst man automatisch.»

ein Mann mit Glatze lehnt in schwarzem Hemd an einer Glaswand

Vom Restaurantfachmann zum IT Support

Von Hamburg ging es nach Hannover und dort als Serviceleiter mitten ins Opening eines neuen Hotels. «Auch eine tolle Zeit. Zu unseren Gästen gehörten die schwedische Königsfamilie und Tennisspielerin Steffi Graf. Aber für mich war es von Anfang an eine Durchgangsstation. Ich wollte weitere Erfahrungen sammeln.» Zu Patricks Aufgaben gehörte ebenso die Pflege des hoteleigenen Kassensystems und das führte ihn immer wieder an die Hotline zum IT Support. «Es war mein erster Kontakt mit dem Thema Programmierung. Ich musste mir sehr viel selbst beibringen und das hat meinen Spieltrieb geweckt. Ich bin also als Nichtwissender recht organisch in das Thema IT gewachsen. Das funktionierte damals noch gut, weil Netzwerke und andere Komponenten noch weniger komplex waren.»

Zweite Karriere: Anwendersupport

Über den engen Austausch mit dem Helpdesk erfuhr Patrick, dass viele der Kolleginnen und Kollegen ursprünglich aus der Gastronomie kamen – ganz bewusst abgeworben aufgrund ihrer Servicementalität. «Ich spürte damals dieses Kribbeln, woanders neu durchzustarten. Irgendwie hatte ich meinen Idealismus für die Gastronomie verloren, und so landete ich 2001 in Köln auf der anderen Seite der Telefonleitung.» Patrick lacht. «Meine früheren Kollegen und Kolleginnen waren nun meine Kunden, und ich half ihnen als IT-Support.»

Jahre fliegen vorbei und für mich war es immer wichtig, nie stehenzubleiben.

Wechsel in die Schweiz

10 Jahre lang blieb Patrick bei Micros in Köln, das heute Oracle heisst - und ging - als er feststellte, dass seine Karriere stagnierte. «Ich bin kein Typ, der sich der Routine hingibt. Also habe ich mir vergegenwärtigt, was ich kann und was ich will.» Als Kundendienstler mit IT-Kenntnissen, der mehrere Sprachen spricht, landete er bei seiner Jobsuche immer wieder auf Stellen in der Schweiz. Als er dann auf eine Anzeige bei der Baloise stiess, die Unterstützung für den Helpdesk suchte, zogen er und seine Familie nach Basel um. «Ein Schritt ins Ungewisse, der sich gelohnt hat.»

Vom Telefon-Agent gings zum Service Desk Koordinator, Teamleiter und heute in die Projektleitung. Nebenbei hat sich Patrick weitergebildet. «Eigentlich ist es nicht unbedingt in meinem Wesen verankert, sich so oft zu verändern, aber ich habe mich angepasst weil ich es musste und weil mich letztlich jeder Schritt weiterbrachte.»

IT ist schnelllebig. Es ist unser tägliches Geschäft mit massiven Veränderungen umzugehen.

«Brücken bauen macht mir Freude»

Als Projektleiter ist Patrick in vielen grösseren Businesskontexten unterwegs: Es geht um gruppenweite, länderübergreifende Zusammenarbeit und um neue Arbeitsumgebungen. Wie installieren wir moderne Digital Workplaces und sorgen dafür, dass die Umstellung überall reibungslos gelingt? «Jedes der Baloise Länder tickt anders in seiner Kultur und in diesem internationalen Miteinander finde ich mich wieder.» Jede Entwicklung, die Patricks Karriere genommen hat, hat letztendlich Sinn gemacht. Es ist kein geradliniger Weg, aber es gibt einen roten Faden. «Die Dinge haben sich immer ergänzt und deshalb kann ich heute genau so arbeiten und wirken wie ich will. Mein Job und der Baloise-Spirit passen gut zu mir.»

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