Rund um die Baloise

Situativ Führen. Überzeugend führen. Vertrauensvoll führen.

Corinna Fröschke
28. Februar 2019
Führung
Eine Diskussionsrunde dreier Führungskräfte, wie sich das Verständnis von Führung bei der Baloise verändert und was es für sie bedeutet.

Ein Montagvormittag in Oensingen. Auf der Generalagentur der Baloise Bank SoBa treffe ich mich mit drei unserer Führungskräfte. Das Thema: Inwiefern verändert sich unser Verständnis von Führung? Wie gelingt es, Mitarbeitende nachhaltig mitzunehmen? Teilnehmer der Diskussionsrunde sind Martin Rothweiler (47), Leiter Fachbereich Anforderungsmanagement / Testmanagement bei der Prevo System AG, einer Tochtergesellschaft der Baloise. Markus Reist (42), Verkaufsleiter der Generalagentur Berner Oberland / Thun. Daniel Zumstein (57), Niederlassungsleiter bei der Baloise Bank SoBa in Oensingen. Alle drei führen Teams zwischen 7 bis 10 Mitarbeitenden.

Kein Team ist homogen

Immer agieren verschiedene Charaktere miteinander, immer müssen sich Führungskräfte auf unterschiedliche Persönlichkeiten einstellen. Situativ führen nennt man das. Darüber sprechen wir zuerst. In Führungs-Workshops wie dem “Leaders in Action”- Programm der Baloise werden entsprechende Situationen nachgestellt. “Die Erlebnisse sind sehr spannend”, eröffnet Daniel unser Gespräch. “In Rollenspielen simulieren wir z.B. Meetings und erkennen in der Theorie Muster unseres eigenen praktischen Verhaltens. Danach wird mit den Coaches reflektiert, warum wir so oder so agiert haben. Die Learnings nehmen wir mit in den Alltag.” “Hoffentlich”, lacht Martin. Aber ich spüre von Anfang an, dass alle Drei offen sind für eine moderne Personalführung. Sie besitzen eine natürliche Intuition im Umgang mit Menschen, die ihnen hilft.

Es ist nicht immer einfach, so offen miteinander zu sprechen, aber im Ergebnis wachsen wir zusammen.

Herausforderungen und wie man sie meistert

Markus erzählt, dass er als Verkaufsleiter für eine grössere Region in der Schweiz die Distanz zu seinen Kundenberatern im Team als fordernd empfindet. “Einige arbeiten eine halbe bis anderthalb Stunde(n) von mir entfernt oder sind ständig unterwegs. Das erschwert den Austausch. Alle zwei Wochen wenigstens treffen wir uns und profitieren – gerade wenn wir uns länger nicht sehen – von einem insgesamt sehr offenen, fast freundschaftlichen Verhältnis. Die Basis stimmt.” Den Raum für Feedback schafft Markus aktiv. “In bilateralen Gesprächen frage ich meine Mitarbeitenden direkt, wie sie ihre Arbeit oder mich erleben, was ihnen gefällt, was sie stört. Ich möchte, dass wir voneinander lernen und uns über diesen Austausch a) besser verstehen bzw. b) weiterentwickeln. Es ist nicht immer einfach, so offen miteinander zu sprechen, aber im Ergebnis wachsen wir zusammen.”

Wir müssen raus und netzwerken: Es geht nicht mehr nur um Bestandspflege.

Rausgehen. Proaktiv sein. Veränderungen verstehen.

“Ich sehe eine grosse Challenge darin, dass sich unsere Mitarbeitenden exponieren”, erzählt Daniel. “Kundenberater der Bank sind es gewöhnt, dass der Kunde zu ihnen an den Schalter kommt. Inzwischen aber ist der Konkurrenzdruck zu gross. Wir müssen raus und netzwerken. Es geht nicht mehr nur um Bestandspflege sondern ebenso um Neuakquise, und hier ist es mir wichtig, dass alle verstehen, warum wir diesen Weg gehen.” Daniel bezieht sich auf das Thema überzeugend führen. “Wenn ich meinem Team Hintergründe erkläre, Vorteile aufzeige, den gemeinsamen Weg transparent darlege, wird es mir hoffentlich gelingen, sie nachhaltig an Bord zu holen. Sie werden aus Überzeugung mitziehen und das ist das Beste, was uns alle passieren kann.”

Ich bestärke meine Mitarbeitenden in ihrem eigenen Antrieb.

Menschen motivieren, aus sich herauszukommen

Für Martin steckt gerade darin die Nachhaltigkeit in der Zusammenarbeit. “Indem ich allen Beteiligten den Sinn einer Sache klar mache, beziehe ich jeden mit seinem Know-how und seinen Fähigkeiten mit ein. Ich animiere zur Mitgestaltung und generiere wesentlich mehr bzw. vielfältigeren Output. Offen gesprochen: Seitdem ich so führe, fällt es mir viel leichter. Ich bestärke meine Mitarbeitenden in ihrem eigenen Antrieb. Sie nehmen sich Aufgaben selbständig an und machen sie zu ihren eigenen Projekten, die sie vorantreiben wollen. So macht Zusammenarbeit Spass.”

Führung ja, aber wertschätzend

“Für mich ist klar”, sagt Daniel und es wirkt fast wie ein Fazit, “es braucht jemanden, der führt. Jemanden, der das grosse Ganze, die Strategie oder den Masterplan im Kopf behält. Aber ich möchte überall klare Zeichen geben “eure Ideen sind gewünscht, euer Einsatz wird honoriert, eure Meinung ist wichtig”. “Für manche bedeutet das”, ergänzen Markus und Martin, “dass sie umlernen müssen. Einige haben bisher nur auf Anweisung agiert, nun sollen sie Eigenverantwortung übernehmen. Das ist ein Prozess bei Führenden wie Geführten.” “Aber”, und da sind sich alle einig, “die Baloise gibt uns immens viele Tools an die Hand – wie z.B. die Führungs-Workshops – damit wir uns miteinander entwickeln.”

Erkenntnis

Die Haltung ist wichtig! Wenn wir Veränderung als Chance begreifen, Feedback konstruktiv geben bzw. verstehen und untereinander Energie darauf verwenden, “Warum machen wir etwas?” – dann zahlt das auf das Ergebnis ein und bringt uns gemeinsam auf einen guten Weg.

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