Rund um die Baloise

Red Bull Basement Festival: (B)right Brainers unter sich

Katja Rubin
21. Dezember 2018
Digitalisierung, Innovation
Red Bull Basement Festival. Ein Name der viel verheisst. Allem voran Flügel, Action und Sommer. Aber die Kombination von Red Bull und Festival geht auch anders, so miterlebt letzten Samstag im vorweihnachtlichen Zürich.
Ein Bildschirm auf dem das Red Bull Logo sowie den Veranstaltungstitel zu lesen sind.

Aber erst einmal von vorne: was ist ein Basement Festival und was hat das mit Versicherung zu tun? Mit diesen zwei von gefühlt hundert Fragen machte ich mich letzten Samstag auf den Weg zum Impact Hub im Herzen von Zürich. Red Bull hat zusammen mit der Baloise und weiteren Partnern eingeladen, den positiven Nutzen von Technologie für die Gesellschaft zu diskutieren. Im Publikum: Social Entrepreneurs und solche, die es werden wollen. Social Entrepreneurship, zu Deutsch soziales Unternehmertum, ist unternehmerisches Handeln, das sich für einen positiven Wandel der Gesellschaft einsetzt. Mögliche Ziele von sozialen Unternehmern können so zum Beispiel die Reduktion von Foodwaste, eine engere Einbindung von Flüchtlingen in die Gesellschaft oder die Entwicklung des Schulsystems der Zukunft sein.

Baloise unter Social Entrepreneurs

Direkt betroffen von den Auswirkungen neuer Technologien im Markt und als Arbeitgeberin der Zukunft klinkt sich auch die Baloise in die Diskussion ein. Wie sieht die Versicherung der Zukunft aus und welchen Fähigkeiten brauchen unsere (zukünftigen) Mitarbeitenden, um auch weiterhin vorne mitzureiten? Kreativität, Flexibilität und Emotionen sind gefragt, da sind sich alle vor Ort einig. Dinge, die Menschen (zumindest heute noch) von Maschinen unterscheiden. Fähigkeiten, die zum grössten Teil über die rechte Hirnhälfte gesteuert werden und heute in unserer Gesellschaft und insbesondere in unserem Bildungssystem im Vergleich zur linken Hirnhälfte, die logisches und analytisches Denken steuert, immer noch weniger Aufmerksamkeit erhalten.

Ein Saal von oben in dem viele Stühle zu sehen sind. Oberhalb hängt ein grosser Kronleuchter.

Lernen macht Spass?

Doch es gibt wie immer auch Ausnahmen, Vorreiter und Querdenker. Und genau ihnen ist ein grosser Teil des Festivals gewidmet. Einer davon ist Denis Bitterli, Schulleiter der neu gegründeten Tagesschule Gallenacher in Pratteln und an diesem Samstagnachmittag Teil des Baloise Teams. Denis hat eine Überzeugung, die viele stutzig macht: Lernen macht Spass. Und zwar allen. Damit es so weit kommen kann, müssen sich Kinder und Jugendliche laut Denis aber erst einmal persönlich und als Teil einer Gruppe entwickeln und verstehen. Und selbst beim Lernen macht man in der Gallenacher Schule so vieles anders. Unterrichtet wird co-kreativ und gelernt in Lernateliers. Für alle, die sich das Ganze mehr schlecht als recht vorstellen können, steht Denis zusammen mit einem seiner Erstklässler, Thierry, Rede und Antwort. Für die Baloise extrem spannend: was hält das Publikum von neuen Schulsystemen? Was sollte man ihrer Meinung nach in der Schule von heute und morgen lernen? Und was ist die Rolle von Unternehmen im Bildungssystem? Gibt es überhaupt eine solche?

Dieser Raum für schon fast philosophische Fragen an einem der grössten Finanzmarktplätze der Welt, wo Zeit Geld ist, macht für mich den Reiz des Red Bull Basement Festivals aus. Ideen, für die einem sonst Zeit, Inspiration und das richtige Publikum fehlen, werden hier entwickelt, weitergesponnen und vorgestellt. Und noch schöner: die Erfolgsgeschichten, die aus solchen Ideen entstanden sind, werden erzählt und gefeiert.

Innovation am Laufmeter

Eine der wohl beeindruckendsten Erfolgsgeschichten des Festivals ist die der Powercoders.  Sie präsentieren eine überzeugend pragmatische Lösung für zwei grosse Herausforderungen unserer Zeit. Die erste Herausforderung ist die der über 68 Millionen Menschen auf der Flucht. Die zweite die, der Millionen offenen IT Stellen, die durch die Digitalisierung entstehen aber nicht besetzt werden können. Der Lösungsansatz der Powercoders: eine Programmier-Akademie für Flüchtlinge. In einem dreimonatigen Intensivkurs gefolgt von einem Praktikum lernen Flüchtlinge in der Schweiz und bald auch im Ausland programmieren. Auf diese Weise hat in den letzten Abschlussklassen eine Mehrheit der Absolventen eine Stelle gefunden oder anschliessend ein IT Studium begonnen. Ein schönes Beispiel dafür, dass Social Entrepreneurship funktioniert. Für uns auch eine Bestätigung, dass Unternehmen, Bildungsinstitute und weitere Player durchaus kritisch zum Erfolg beitragen können, in dem sie neue Wege flexibel zulassen.

An Inspiration fehlt es an diesem Samstagnachmittag generell nicht. Selbstversorgende Kräutergärten, Plattformen, die Korruption bekämpfen, Computerprogramme, die Senioren fit halten. Hier wird klar, zu was die rechte Hirnhälfte fähig ist und dass sie gemeinsam mit den Technologien von heute und morgen durchaus Flügel für den Weg in Richtung Zukunft verleihen kann.

Links an rechts: denk mal

So hat das Social Entrepreneurship Festival in Zürich doch noch was mit Flügeln zu tun. Für Energie und Action sorgen nebst Red Bull Dosen verschiedene Vorträge, Virtual Reality Brillen und das bunt durchmischte Publikum. Das Festival stimmt einem optimistisch, dass die vielen Herausforderungen, die noch auf uns warten, mit Kreativität, Technologie und einem gemeinsamen Wille gemeistert werden können. Einzig das mit der Beantwortung meiner hundert Fragen hat nicht so geklappt. Nun habe ich eher gegen die Tausend. Aber wer weiss, vielleicht lassen sich ja einige mit meiner eigenen rechten Hirnhälfte beantworten. We’ll see.

Eine Halle in der eine Bar zu sehen ist. Dahinter sind gestapelte Container zu sehen.
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