Karrieretipps

Teamrollen | Warum sie unserem Miteinander helfen?

Corinna Fröschke
11. Mai 2021
Haltung / Einstellung, Mitgestalten, Produktivität, Veränderung / Change, Weiterentwicklung
Unsere Welt wird immer selbstorganisierter. Wir hinterfragen Hierarchien, teilen unser Wissen, sehen den Wert unserer Unterschiede, suchen nach Eigenverantwortung. Aber wer hat in diesem neuen Miteinander welche Rolle? Eine klare Verteilung wird euch helfen.

Warum brauchen wir Teamrollen?

Jochen Pilger und Fabienne Gisiger sind Teil unseres Bets-Team, dem Innovationsteam der IT Schweiz. Um möglichst direkt, möglichst schnell, möglichst flexibel unterwegs sein zu können, arbeiten sie als agiles Team weitestgehend hierarchiefrei.

«Das bringt viele Vorteile mit sich, aber auch manche Herausforderungen», sagt Fabienne. «Entscheidungen oder To Do’s, die klassischerweise eine Teamleitung übernimmt oder delegiert, liegen in unser aller Verantwortung.» «Doch wer erledigt diese Dinge wirklich?», fragt Jochen. «Wir brauchten klare Rollen.»

"Wir standen vor der Frage: Wie lassen sich Themen und Verantwortlichkeiten im Alltag schneller zuordnen?"

Fabienne, Baloise Bets Team

Welche Rollen brauchen wir?

«Zunächst einmal haben wir uns mit unserem Bedarf im Team auseinandergesetzt», erinnert sich Fabienne und dann geschaut, wer kann diese Rolle übernehmen, zu wem passt sie vielleicht ganz natürlich?» «Die Rollen bekamen Namen», ergänzt Jochen. «So hats gleich mehr Spass gemacht.»

Fabienne wurde z.B. zur Queen of Ideas – jemand, der Innovationen treibt und nach spannenden Ideen sucht bzw. sie kanalisiert. Eine andere Rolle hiess Aussenminister. «Das ist ganz klar jemand, der unser Team nach aussen vermarktet/ bekannt macht und sich gern vernetzt.» «Eine dritte Rolle», fügt Jochen hinzu, «haben wir Internal Staff Sergeant genannt, mit Blick auf unser Zeitmanagement und darauf, den Fokus zu behalten.»

vier Superhelden Fäuste mit bunten Handschuhen

Verschafft euch ein klareres Bild, wer ist wofür verantwortlich?

Teamrollen nehmen Mitarbeitende in Verantwortung

Die ersten Effekte waren im Team schnell spürbar. «Die Themen haben einen regelrechten Boost bekommen», sagt Fabienne. «Wir konnten sehr viel konsistenter und effizienter vorgehen.» Jochen: «Mit Verantwortung in einer bestimmten Rolle zu agieren, kommt mit einer ganz anderen Akzeptanz aller daher. Wir haben uns viel fokussierter in unserer Arbeit erlebt, weil von nun an klar war, wer was macht. Die Legitimation, bestimmte Dinge im Team anzusprechen, ist automatisch höher.»

Die Frage, wer sich worum kümmert, fällt weg. Wir kommen schneller voran. Verantwortung zu übernehmen, heisst auch: Anerkennung zu bekommen.

Review | Teamrollen hinterfragen

Ein halbes Jahr lang hat das Bets Team der Baloise seine neuen Teamrollen getestet. Dann kamen sie wieder zusammen, um zu besprechen: Was funktioniert? Was muss nachgebessert werden?

«Im Ergebnis», erzählt Jochen, «haben wir uns von einer Rolle getrennt und einige weitere dazu genommen. Auch, weil neue Teammitglieder zu uns gestossen sind.» «Heute agieren wir in zehn Rollen», bemerkt Fabienne und haben unseren Bedarf abgedeckt. Loslassen zu können, von ursprünglich Beschlossenem, ist eine Stärke. Sich immer wieder zu hinterfragen: Passt das noch oder brauchen wir es jetzt anders?» «Wichtig ist auch, die Vereinbarungen nachvollziehbar festzuhalten», betont Jochen. «Das ist ein für alle einsehbares Bekenntnis «Ja, so wollen wir gemeinsam arbeiten.»

 

Zeichnung: mehrere Personen unterschreiben einen Vertrag

Haltet eure Entscheidungen schriftlich fest und habt den Mut, euch zu hinterfragen. Vereinbartes loszulassen und erneut anzupassen, ist eine Stärke.

Jochen, Baloise Bets Team

Willst du deine Rolle bei uns im Team finden? Bewirb dich.

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