KV-Lehre in Schwyz | "Spannend und fordernd"

Corinna Fröschke
22. August 2019
Schüler, KV, Lehre, Ausbildung, Berufseinstieg
Niclas Schumacher (21) ist ein sehr straighter Typ: feste Stimme, verbindlich, sehr klar in seinen Formulierungen. Ich bin beeindruckt, dass er in seinen jungen Jahren so fokussiert daher kommt. Keine Selbstverständlichkeit in dem Alter. Niclas ist Lernender in Schwyz. Hier ist seine Geschichte.

Nach der Schule | Einfach mal schnuppern

Als Niclas seine Zeit am Gymnasium abgeschlossen hatte, sah er sich zunächst etwas unsortiert. Was könnten seine Optionen sein, um seinem Leben nun eine Richtung zu geben? Über seine Eltern lernte er den Generalagenten der Baloise in Schwyz/Uri kennen. "Hier wurde gerade ein Lehrling gesucht", erzählt Niclas. "Um herauszufinden, ob die KV-Lehre etwas für mich ist, bin ich einen Tag lang schnuppern gegangen, konnte mir verschiedene Bereiche anschauen. Was mir besonders gut gefiel, waren der lockere Umgang und das Ausbildungskonzept. Das war mir sympathisch, also sagte ich zu."

Studenten haben es besser?

Viele seiner früheren Mitschüler haben sich nach der Matur für ein Studium entschieden. "Wenn ich mich heute mit ihnen vergleiche, habe ich das Gefühl, sie seien nur am Chillen", lacht Niclas. "Mir macht meine KV-Lehre Spass – keine Frage – aber sie ist auch sehr lernintensiv. Das scheint zumindest in der aktuellen Phase ein grosser Unterschied zu sein." Für Niclas ist es wichtig, einen Lehrabschluss in der Tasche zu haben. Was danach kommt, weiss er noch nicht.

ein junger Mann mit dunklen Haaren und Brille am Computer

Aufgaben eines Lernenden

Seine Arbeitszeit in der Generalagentur Schwyz verbringt Niclas mit vielen organisatorischen wie logistischen Aufgaben: Er kümmert sich darum, Werbeartikel für Kundenberater zu bestellen, auch darum, dass Büromaterialien stets ausreichend vorhanden sind. Am Morgen verteilt Niclas die Post, am Abend bringt er sie zum Schalter. "Gerade im 1. Lehrjahr habe ich viel rund um das Erstellen von Offerten gelernt; wie man sie im Bereich Gebäude, Motorfahrzeuge, Hausrat berechnet. Heute setze ich dieses Wissen ein. Ich bin ebenso derjenige, der die Kundenberater unterstützt, z.B. auch die komplette Einladungs-Logistik für ein Kundenevent organisiert. Ich merke, dass ich sehr selbständig unterwegs bin. Das gefällt mir." Niclas ist sich der Wichtigkeit seines Postens in einer Generalagentur absolut bewusst. Alle müssen sich auf ihn verlassen können.

Mir macht meine KV-Lehre Spass, aber sie ist auch sehr lernintensiv.

Von Schwyz nach Basel | Neue Eindrücke am Hauptsitz

Zu jeder Lehrzeit für unsere Jüngsten auf den Generalagenturen gehört auch ein Stage am Hauptsitz in Basel. "Das ist eine andere Welt", beschreibt Niclas. "Man kommt in ein riesen Lernendenteam aus Gleichaltrigen, erlebt entsprechend ein viel grösseres Miteinander, man unterstützt sich – und das ist gerade bei den ersten Kunden-Telefonaten sehr hilfreich." Die Bearbeitung erster Schadenfälle ist für viele Lernende aufregend. Durch den Erfahrungsaustausch profitieren sie voneinander. In Schwyz ist Niclas der einzige Lernende und der einzige Jugendliche. "In Basel wird es natürlich schneller mal laut und lustig wenn so viele Junge aufeinander treffen. Toll, finde ich auch, wie sie sich ihr Lernendenbüro gestaltet haben. Eigene Ideen, Fotos und Farben. Das gibt ein lebendiges Flair."

KV-Lehre | Berufsschule und Praxis

Im ersten und zweiten Lehrjahr besuchen unsere KV-Lernenden zwei Tage die Berufsschule, drei Tage sind sie im Büro. Später im dritten Lehrjahr reduziert sich die Theorie auf einen Schultag. "Gefühlt", sagt Niclas, "ist der Unterrichtsstoff relativ leicht. Deutsch, Französisch, Englisch, Sport, Informatik, Wirtschaft und ein überbetrieblicher Kurs, der sich mit spezifischem Versicherungswissen beschäftigt. Wir haben gute Lehrer und viele Inhalte sind für mich Wiederholung. Wir hatten sie bereits am Gymnasium. Dadurch fällt es mir leicht."

junger Mann mit dunklen Haaren und Brille an einem Aktenschrank

Für mich ist es wichtig, dass ich etwas zu tun habe, Neues lerne und mich weiterentwickle. Dann bin ich happy.

Fazit

"Für mich war die Zeit am Hauptsitz besonders spannend: Ich gebe zu, dass ich der einzige Lehrling in Schwyz bin, fordert mich mitunter. Auch würde ich mir mehr Abwechslung wünschen. Für mich ist es wichtig, dass ich etwas zu tun habe, Neues lerne und mich weiterentwickle. Dann bin ich happy." Empfehlen würde Niclas die KV-Lehre all jenen, die gern im Büro arbeiten und Spass an einer anspruchsvollen Lehre haben. "Der Lehrstoff kommt geballt, die Terminplanung ist eng gesteckt. Man muss stets Nachweise liefern, alles erledigt zu haben, unser Verhalten wird benotet. Ich mag diesen Druck, denn damit ist niemand allein: Der Austausch mit dem Ausbilder ist sehr intensiv. Man spürt einfach, dass die Baloise ihre Mitarbeitenden ausbilden und fördern will. Wer Engagement zeigt, wird belohnt. Ich fühle mich sehr wohl und gut aufgehoben."

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