Rund um die Baloise

«Die Baloise hat viel in meinem Leben verändert.» | IV – Ausbildungsplatz

Corinna Fröschke
24. Februar 2021
Ausbildung, Diversität, Entwicklung, Kultur, Lehre, KV, Weiterentwicklung
«Karosseriespengler zu werden, war mein Traum. Mit Autos zu arbeiten, hat mich glücklich gemacht», sagt Yousef Tariq (29), aber sein Leben sah etwas Anderes für ihn vor. Zwar hat er die Ausbildung beendet und in seinem Traumjob gearbeitet, aber ein Autounfall und eine Verletzung machten körperliche Arbeit unmöglich. Yousef musste sich neu orientieren.

Was ist passiert?

Als Yousef 2018 - zwei Jahre nach einem Unfall mit Bandscheibenverletzung - feststellt, dass er aufgrund permanenter Schmerzen seine Arbeit in einer Autowerkstatt aufgeben muss, hilft ihm ein Freund. Er schlägt ihm vor, noch einmal in eine neue Ausbildung zu gehen und sich finanziell von der IV unterstützen zu lassen.

Sein Rat: «Besprich dich mit dem Gesundheitsmanagement der Baloise. Sie gehen auf dich und deine Bedürfnisse ein. Sie unterstützen dich physisch wie mental, damit du wieder im Jobleben ankommst und glücklich bist, mit dem, was du heute leisten kannst.» Yousef folgt diesem Rat und beginnt im August 2019 seine Lehre bei uns. Ein Glücksfall, der ihn persönlich weiterentwickelt.

"Erst bei der Baloise habe ich gelernt, mehr auf meinen Körper zu hören."

«Ich habe nicht auf meinen Körper gehört»

Bevor Yousef zur Baloise kam, hatte er zwei Jahre lang gekämpft. «Ich wollte unbedingt Karosseriespengler bleiben, habe nach dem Unfall dauerhaft unter Schmerzen gearbeitet – nur um mir nicht eingestehen zu müssen, dass mein Traum vorbei ist. Ich konnte nur mit Medikamenten durchhalten. 2016 bin ich operiert worden, aber dauerhaft hat auch das nicht geholfen.»

Yousef überhört alle inneren Stimmen und Schmerzen, vernachlässigt seine Therapie, wird gar noch stellvertretender Leiter in einer Aarauer Werkstatt, dann aber muss er kapitulieren. «Nach nur knapp 6 Monaten in diesem Betrieb war Schluss. Mein Körper hat mir meine Grenzen aufgezeigt.»

Früher war ich jemand, der sehr ehrgeizig unterwegs war. Ich habe viel gearbeitet, viel von mir verlangt und dabei meine Gesundheit vernachlässigt. Erst bei der Baloise habe ich gelernt, mehr auf meinen Körper zu hören.

Neuer Job, dieselben Verhaltensweisen

In den ersten Monaten bei der Baloise zeigt Yousef typische Persönlichkeitsmuster. «Er verlangte sich alles ab», erinnert sich Alessandra Rivas vom BGM, «brachte 100% Einsatz, wollte verlässlich sein und mit Leistung glänzen. Allerdings musste er schnell merken, dass er aufgrund seiner Schmerzen nicht mehr voll leistungsfähig ist» «und das hat mich deprimiert», sagt Yousef. «Ich war niedergeschlagen, weil ich wusste, wie ich früher agieren konnte.»

Dann allerdings bitten ihn andere Lernende, seine Praxisausbildenden und auch die Mitarbeitenden des BGM, etwas kürzer zu treten, mehr für sich selbst zu tun. Fortan reduziert Yousef sein Pensum auf 80% und nutzt die frei gewordenen 20% für Sport.

Sein Verhalten zu ändern, ist selten leicht

«Ich musste hier umlernen. Sowas war ich nicht gewohnt, dass es um mich als Mensch und nicht ausschliesslich um die Arbeit geht. Aber es hat sich sehr schnell gezeigt, wie gut mir das tut. Der Sport kräftigt meinen Körper und ein gesunder Körper ohne Schmerzen meinen Kopf. Schule und Praxis im Unternehmen sind auf meine 80% Lehre angepasst und das tut mir gut.»

«Für uns im BGM steht nicht im Vordergrund, wieviel Yousef arbeitet», sagt Alessandra. «Wichtig ist, wie er sich gesund und deshalb effektiv einbringen kann, damit es für alle stimmt. Für uns und das Lernendenteam war es schwer zu sehen, wenn ihn seine Schmerzen ausbremsten. Umso schöner ist es, nun erleben zu dürfen, wie Yousef aufblüht, fit ist und mit Spass lernt.»

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IV in der Ausbildung

Die Zusammenarbeit mit der IV im Bereich der beruflichen Bildung ist ein Grund, wieso die Baloise seit 2010 das Label «friendly workspace» besitzt.

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