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Wir kompensieren unsere unvermeidbaren CO2 Emissionen
Blog Wir kompensieren unsere unvermeidbaren CO2 Emissionen
Michelle Unternährer 16. August 2021

Ob wir wollen oder nicht: Als Unternehmen verursachen wir täglich Treibhausgasemissionen und tragen damit zur Klimakrise bei. Was nach Vermeidung von Emissionen und Effizienzsteigerung noch übrig bleibt, kompensieren wir bei Baloise seit 2020. Im Beitrag stellen wir unsere dafür ausgewählten Projekte aus der Schweiz, Deutschland und Brasilien vor und erklären, warum Kompensation nicht die Lösung, aber ein wichtiger Teil unserer Anstrengungen für eine intakte Umwelt ist.

Die Idee: Kompensation mit Zertifikaten

«Unser Commitment zum Klimaschutz erreichen wir nicht ausschliesslich durch Kompensation unserer Emissionen. Wir wollen so gut wie möglich vermeiden, maximal reduzieren und erst dann unsere direkten, nicht zu vermeidenden Emissionen kompensieren.»

Zu viel CO2 in der Atmosphäre

Öl zum Heizen, Sprit für das Auto, Kohlestrom für den Kühlschrank: Um unseren Alltag zu meistern, werden Stand heute immer noch mehrheitlich fossile Energieträger genutzt. Diese fossilen Energieträger wurden über Jahrhunderte abgelagert. Die Darin gebundenen Treibhausgase – zusammengefasst in CO2-Äquivalenten – werden durch ihre Verbrennung wieder freigesetzt und gelangt in die Atmosphäre. Die Folge: Dank dem Mehr an Treibhausgasen wird es langsam aber stetig immer wärmer, ungemütlicher und unberechenbarer auf unserem Planeten.

Wir gleichen unsere unvermeidbaren Emissionen aus

Für das Jahr 2020 kompensieren wir erstmals alle Emissionen, welche durch den direkten Nutzen von Energie u.a  für Elektrizität, Heizen und Geschäftsverkehr aufkommen.  Das alles haben wir in unserer Ökobilanz (pdf, 83 KB). dargelegt. Aber machen wir uns das so nicht zu einfach? «Nein», sagt Kim Berrendorf, Verantwortliche für Nachhaltigkeitskommunikation bei der Baloise Gruppe: «Im ersten Schritt versuchen wir Emissionen so gut wie es geht zu vermeiden, also gar nicht entstehen zu lassen. Wo es nicht geht, reduzieren wir auf das Minimum. Erst dann kommt Kompensation für uns in Frage.»

1. Vermeiden,
2. Reduzieren

Unsere CO2-Emissionen wurden seit dem Jahr 2000 kontinuierlich um 74,4% reduziert, so dass 2020 noch 1,9 Tonnen CO2 pro Mitarbeitende emittiert wurden. Dazu beigetragen haben u.a. unsere klimafreundlichen Betriebsgebäude und der Bezug von Strom aus erneuerbaren Energiequellen an allen Standorten, wo wir den Mix selbst bestimmen können. Auch unsere indirekten Emissionen, welche noch nicht komplett in unserer Ökobilanz dokumentiert sind, wirken wir mit unserer Richtlinie für verantwortungsbewusstes Investieren entgegen.

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3. Kompensieren - aber wie?
Die Idee der CO2 Kompensation

Unternehmen und Privatpersonen können den eigenen Ausstoss klimaschädlicher Gase ausgleichen, indem sie CO2-Zertifikate aus Klimaschutzprojekten kaufen. Solche Projekte fördern beispielsweise den Ausbau von erneuerbaren Energien (Solarstrom, Biogas, Wasserkraft) und reduzieren so den Verbrauch fossiler Energie oder binden Treibhausgase (z.B. durch Aufforstung). Jedes Zertifikat entspricht einer Tonne CO2, die dank diesem Projekt nicht entsteht. Kauft man genug Zertifikate um entstandene Emissionen auszugleichen, darf man sich klimaneutral nennen. Für uns steckt hinter Klimaneutralität allerdings mehr als einfach alles zu kompensieren. Wir wollen so gut wie möglich vermeiden, maximal reduzieren und erst dann unsere gesamten nicht zu vermeidenden Emissionen kompensieren. Um dies in Zukunft noch sorgfältiger umsetzen zu können, verschaffen wir uns aktuell einen besseren Überblick über unsere direkten und indirekten Emissionen.

Gemeinsam mit Swiss Climate

Um die rund 11 Tausend Tonnen, die wir als Unternehmen gruppenweite 2020 emittiert haben, auszugleichen, haben wir in Zusammenarbeit mit Swiss Climate drei zertifizierte Projekte ausgewählt. Die Projekte haben sowohl einen Bezug zu Ländern, in denen wir tätig sind, als auch internationalen Charakter – denn Emissionen kennen keine Landesgrenzen:

Waldklimaschutzprojekt in der Schweiz

Mit der gezielten Bewirtschaftung von Wäldern lässt sich der CO2- Speicher über die Jahre natürlich vergrössern: Das Waldklimaschutzprojekt Frenkentäler im Kanton Baselland bewirtschaftet den Wald so, dass der Holzvorrat bis ins Jahr 2050 kontinuierlich von 368 auf 389 m3/ha gesteigert wird. Durch den Vorratsaufbau können jährlich schätzungsweise 900 Tonnen CO2 im Bestand gespeichert werden. Durch den Verzicht auf geplanten Abbau werden zusätzlich 1'850 Tonnen CO2 im Bestand bleiben. Insgesamt stehen dadurch pro Jahr 2'750 Zertifikate à 1 Tonne CO2 zur Verfügung.

Das Forstrevier Frenktäler bewirtschaftet aktuell 1'076 ha aktiv und überlässt 170 ha der Natur. Der Wald setzt sich zu rund 60 Prozent aus Laubbäumen und 40 Prozent aus Nadelbäumen zusammen.

Waldklimaschutzprojekt in Brasilien

Durch Zusammenarbeit mit der ansässigen Bevölkerung verhindert das Waldschutzprojekt im Amazonas die drohende Abholzung einer Fläche von rund 150'000 ha und schützt dadurch nicht nur die natürliche CO2 Senke, sondern auch die vielfältige Pflanzen- und Tierwelt des brasilianischen Regenwaldes. Dadurch werden über die Laufzeit von insgesamt 40 Jahren Emissionen von 22 Millionen Tonnen CO2 verhindert.

Seit 2008 arbeitet das Projekt mit Familien aus der Ribeirinhos-Gemeinde zusammen, um ihnen eine nachhaltige Landnutzung im brasilianischen Regenwald sicherzustellen. Das Projekt unterstützt den Aufbau lokaler Handlungsmöglichkeiten und ermöglicht den Übergang legaler Landnutzungsrechte von Wäldern im Besitz der Regierung an lokale Familien.

Kraft-Wärme-Kopplung in Deutschland

Das Projekt verwertet umweltschädliches Methangas aus stillgelegten Kohleminen im Westen Deutschlands, wo auch nach Stilllegung oft Grubengas übrig bleibt. Dieses besteht hauptsächlich aus Methan: Ein Klimagas, welches einen ca. 20 mal stärkeren Treibhauseffekt aufweist wie CO2 und hochexplosiv ist

Im Rahmen des Projektes wird Grubengas kontrolliert vernichtet und damit Wärme und Strom erzeugt. So reduziert das Projekt nicht nur die Umweltauswirkungen, sondern nutzt das Gas produktiv für Energieherstellung. Gleichzeitig werden Arbeitsplätze geschaffen und innovative Technologien gefördert. . Das Projekt verhindert insgesamt den Austritt von jährlich 200'000 Tonnen CO2.

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