Kommentar zum Geschäftsgang | Semesterabschluss 2021

26. August 2021
Geschäftsgangkommentierung zum Halbjahresresultat 2021 der Baloise Group.

Kommentar zum Geschäftsgang

Überblick, Gewinn, Geschäftsvolumen und Kapitalisierung

Die Baloise blickt auf ein erfolgreiches erstes Semester 2021 zurück und stellt erneut unter Beweis, dass ihr auf nachhaltigen Erfolg ausgelegtes Geschäftsmodell resilient in Krisenzeiten ist. Obwohl die hauptsächlich in der Schweiz sehr starken Unwetter im Juni 2021 zu Nettobelastungen von 40.1 Mio. CHF führten, konnte das Unternehmen einen starken Leistungsausweis präsentieren. Aufgrund der extremen Flut- und Unwetterereignisse im Juli 2021, welche alle Baloise-Märkte stark getroffen haben, rechnet die Baloise nach aktuellem Kenntnisstand mit einer zusätzlichen Nettobelastung für das zweite Semester in Höhe eines hohen zweistelligen Millionenbetrags. Die Einflüsse der Unwetter im ersten Semester zeigen sich auch im Schaden-Kosten-Satz netto, der mit 2.1 Prozentpunkten belastet wurde und bei 92.3% lag. Trotz der Schadensituation im ersten Halbjahr konnte die Baloise mit einem Aktionärsgewinn von 302.3 Mio. CHF, der 70.1% über jenem der Vorperiode lag, einen starken Leistungsausweis zum Semesterabschluss zeigen.

Nicht nur die Covid-19-Pandemie sondern auch die jüngsten Unwetterereignisse zeigen, dass Versicherungen eine unverzichtbare Institution in Gesellschaften darstellen, um finanzielle Schäden abzufedern und Existenzen zu sichern. Diesem Versprechen ist die Baloise stets nachgekommen und hat tausende Kunden mit ihrer verlässlichen Leistung unterstützt. Dass dieses kundenorientierte Handeln geschätzt wird, spiegelt sich auch im Wachstum des Geschäftsvolumens, das um gute 9.2% gesteigert werden konnte.

Entwicklung Schaden-Kosten-Satz netto (in Prozent, erstes Semester)

Combined Ratio 2021 Baloise

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahrs 2021 hat die Baloise weiter an ihren Fokusfeldern gearbeitet. So wurden das Versicherungskerngeschäft weiter optimiert, die "Asset Management & Banking"-Dienstleistungen weiter ausgebaut und zahlreiche vielversprechenden Kooperationen in den Ökosystemen "Heim" und "Mobilität" eingegangen. Die einzigartige Unternehmenskultur der Baloise, die Fortschritte in der digitalen Transformation sowie die anhaltend starke Ertragskraft zeigen die Resilienz des Unternehmens, auch in herausfordernden Zeiten. Somit sieht sich die Baloise auf der Zielgeraden, alle strategischen Ziele für die Phase von 2017 bis 2021 bis Ende dieses Jahres zu erreichen und auf einem starken Fundament in die neue strategische Phase "Simply Safe: Season 2" zu starten.

Gewinn

Der Aktionärsgewinn zum Semesterabschluss 2021 liegt mit 302.3 Mio. CHF um 70.1% über jenem der Vorjahresperiode von 177.7 Mio. CHF. Der Semesterabschluss 2020 war stark von pandemiebedingten Schadenaufwendungen sowie Verwerfungen an den Kapitalmärkten betroffen. Vor dem Hintergrund der letztjährigen Ereignisse zeigte sich im ersten Semester 2021 somit eine Erholung des Gewinns, der trotz der erheblichen Leistungen aufgrund der Unwetterschäden im Juni in der Schweiz erzielt werden konnte. Zu dem Gewinnanstieg haben alle Geschäftsfelder beigetragen. Positiv wirkte die Erholung der Kapitalmärkte sowie der Zinsen.

Der Vorsteuergewinn (EBIT) befand sich mit 365.5 Mio. CHF um 36.1% über dem Vorjahr (Vorjahr: 268.6 Mio. CHF).

Geschäftsvolumen und Schaden-Kosten-Satz

Das Geschäftsvolumen entwickelte sich im ersten Semester 2021 sehr erfreulich. Mit einem Wachstum von 9.2% auf 5'885.3 Mio. CHF konnte die Vorjahresperiode deutlich übertroffen werden (Vorjahr: 5'389.2 Mio. CHF). Alle Ländereinheiten trugen zu dieser starken Entwicklung bei. In Lokalwährung konnte ein Wachstum von 7.8% erzielt werden. Neben dem guten organischen Wachstum in allen Ländergesellschaften, insbesondere im attraktiven Nichtlebengeschäft, trägt auch die vollständige Integration des Nichtlebenportfolios von Athora in Belgien zu dieser positiven Entwicklung bei.

Dass dieses Wachstum nachhaltig profitabel ist, zeigt die Entwicklung des Netto-Schaden-Kosten-Satzes. Trotz der Aufwendungen aufgrund der Unwetterereignisse im Juni, die den Schaden-Kosten-Satz mit 2.1 Prozentpunkten belasteten, lag dieser mit 92.3% in der unteren Hälfte des kommunizierten Zielbands von 90% bis 95% (Vorjahr: 91.1%). 

Kapitalisierung und Eigenkapital

Die Baloise zeigt sich auch im aktuell herausfordernden Umfeld als kapitalstarke und solide Unternehmung, die eine starke Bilanz ausweisen kann. Das konsolidierte Eigenkapital zum Semesterabschluss 2021 hat sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2020 um 1.6% erhöht und liegt bei 7'100.8 Mio. CHF (2020: 6'985.7 Mio. CHF). Standard & Poor’s bestätigte im Juni 2021 das «A+»-Rating der Baloise Group. Sie würdigte die ausgezeichnete Kapitalisierung der Baloise, die gemäss dem S&P-Kapitalmodell komfortabel oberhalb des AAA-Niveaus liegt, die hohe operative Ertragskraft, das starke Risikomanagement und die starke Wettbewerbsposition in den ertragreichen Kernmärkten. Für die deutsche Basler Sachversicherungs-AG wurde das Rating von “A“ (mit positivem Ausblick) auf “A+“ (mit stabilem Ausblick) angehoben, dies aufgrund ihrer nachhaltig verbesserten Profitabilität.

Das im April 2017 begonnene Programm zum Rückkauf von über 3 Mio. Aktien wurde im März 2020 vollständig abgeschlossen und die Aktien wurden im Juli 2021 wie angekündigt vernichtet. Mittels des Programms wurden 481.2 Mio. CHF an die Aktionäre zurückgeführt.

Sparte Nichtleben: Sehr gutes Wachstum in allen Märkten und erneut solider Schaden-Kosten-Satz

Das Prämienvolumen im Nichtlebengeschäft entwickelte sich im ersten Semester 2021 positiv. Neben organischem Wachstum in allen Geschäftseinheiten hat auch die im ersten Halbjahr 2021 vollständig zum Tragen kommende Akquisition des Athora-Portfolios zu dieser erfreulichen Entwicklung beigetragen. Das Prämienvolumen des Nichtlebengeschäfts stieg um starke 8.2% auf 2'617.3 Mio. CHF (Vorjahr: 2'419.5 Mio. CHF). In Lokalwährung lag das Wachstum bei 6.4%.

In der Schweiz lag das Prämienvolumen mit 1'067.2 Mio. CHF gute 1.0% über der Vorjahresperiode (Vorjahr: 1'056.5 Mio. CHF). Das Prämienvolumen des Nichtlebengeschäfts in Deutschland konnte um sehr gute 6.0% auf 518.3 Mio. CHF gesteigert werden (Vorjahr: 488.8 Mio. CHF). Dabei wuchs die Basler Deutschland im attraktiven Privat- sowie Firmenkundengeschäft und verbessert so weiter wie angestrebt den Geschäftsmix. Belgien profitierte in der Berichterstattungsperiode deutlich vom Athora-Portfolio-Zukauf und erhöhte das Volumen der Nichtlebenprämien um 17.3% auf 906.5 Mio. CHF (Vorjahr: 772.7 Mio. CHF). Das organische Wachstum ohne die Akquisition betrug in Lokalwährung 4.6% und gesamthaft 14.1%. Das belgische Geschäft trägt so auf Gruppenebene zu einer stabilisierenden Portfoliodiversifikation bei. Auch Luxemburg erzielte ein sehr gutes Wachstum von 7.2% auf 90.4 Mio. CHF (Vorjahr: 84.3 Mio. CHF). In Lokalwährung entspricht dies einem Wachstum von 4.2%. Die guten Wachstumszahlen bestätigen die neu implementierte Vertriebsstrategie im Kundensegment der attraktiven kleinen und mittleren Unternehmen.

Geschäftsvolumen 2021 (brutto) nach strategischen Geschäftseinheiten (in Prozent)

Geschaeftsgang Halbjahresabschluss 2021 Baloise

Der Vorsteuergewinn (EBIT) des Nichtlebengeschäfts liegt mit 166.2 Mio. CHF beziehungsweise einer Steigerung um 22.5% deutlich über dem Vorjahresvergleichswert, der stark durch die Covid-19-Pandemie belastet war (Vorjahr: 135.7 Mio. CHF). Die Unwetterereignisse im Juni belasteten den Vorsteuergewinn mit 40.1 Mio. CHF. Zudem hat sich die Schadenfrequenz aufgrund der gelockerten Covid-19-Massnahmen im Vergleich zur Vorperiode spürbar normalisiert. Die Profitabilität des Nichtlebengeschäfts bleibt dennoch sehr gut, was die hohe Qualität des Nichtlebenportfolios der Baloise untermauert. Der Schaden-Kosten-Satz netto konnte mit 92.3% auf gutem Niveau gehalten werden (Vorjahr: 91.1%). Der Anstieg resultierte durch eine Normalisierung der Schadenfrequenz und tiefere Abwicklungsgewinne. Auf positivem Niveau blieb der Netto-Schaden-Kosten-Satz in Belgien und Deutschland mit 92.5% (Vorjahr: 92.0%) beziehungsweise 92.7% (Vorjahr: 93.1%). Die Schweiz konnte trotz Unwetter einen guten Wert von 91.2% ausweisen.

Der starke Anstieg des Schaden-Kosten-Satzes in Luxemburg auf 96.7% ist auf positive Effekte im Vorhalbjahr, auf Sturm- und Unwetterschäden aus dem Frühjahr 2021 sowie ein tieferes Abwicklungsergebnis zurückzuführen. Während die Sommerunwetter bis zum 30. Juni hauptsächlich die Schweizer Einheit getroffen haben, werden sich die Flutereignisse im Juli auf die Ergebnisse aller Geschäftseinheiten niederschlagen. Aufgrund der extremen Flut- und Unwetterereignisse im Juli 2021, die alle Baloise-Märkte stark betroffen haben, rechnet die Baloise mit einer erheblichen zusätzlichen Nettobelastung für das zweite Semester in Höhe eines hohen zweistelligen Millionenbetrags.

Sparte Leben: Starker Gewinnbeitrag

Das Lebengeschäft zeigte sich in guter Verfassung. Das Geschäftsvolumen stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 10.0% auf 3'268.0 Mio. CHF an (Vorjahr: 2'969.7 Mio. CHF), wobei insbesondere der Volumenzuwachs der Prämien mit Anlagecharakter zu dieser Steigerung beigetragen hat. In Lokalwährung resultierte ein Anstieg von 8.9%. 

Die gebuchten Bruttoprämien im traditionellen Lebengeschäft konnten trotz selektiver Zeichnungspolitik um 2.4% auf 2'220.8 Mio. CHF gesteigert werden (Vorjahr: 2'168.1 Mio. CHF). In Lokalwährung entsprach das Wachstum 2.0%. Das Schweizer Geschäft zeichnete mit 1'879.4 Mio. CHF insgesamt 1.4% mehr Bruttoprämien als in der Vorjahresperiode (Vorjahr: 1'852.6 Mio. CHF). Auch das deutsche Geschäft verzeichnet ein ansprechendes Wachstum im Lebengeschäft mit einer Steigerung der Bruttoprämien um 11.2% auf 199.3 Mio. CHF (Vorjahr: 179.2 Mio. CHF). In Lokalwährung waren es 8.1% Wachstum. Der Volumenzuwachs konnte durch die intensivierte Zusammenarbeit mit Maklern sowie ein neues Lebensversicherungsprodukt erzielt werden und wurde im attraktiven Segment mit biometrischen Risiken beziehungsweise mit Produkten mit tiefen Kapitalanforderungen erreicht.

In Belgien verblieben die gebuchten Bruttoprämien mit 92.1 Mio. CHF auf dem Niveau der Vorjahresperiode (Vorjahr: 92.2 Mio. CHF). In Luxemburg konnten die gebuchten Bruttoprämien des Lebengeschäfts um starke 13.5% auf 50 Mio. CHF gesteigert werden (Vorjahr: 44.1 Mio. CHF), wobei sich hier insbesondere neue Vertriebspartnerschaften mit Brokern bewährt haben. In Lokalwährung entsprach das Wachstum 10.3%.

Eine starke Erholung erfuhr das Volumen der Prämien mit Anlagecharakter. Dieses ist im Vergleich zur Vorjahresperiode um sehr gute 30.6% auf 1'047.2 Mio. CHF angestiegen (Vorjahr: 801.6 Mio. CHF). Der Hauptgrund für das starke Wachstum ist die Erholung im "Freedom of Service"-Geschäft, das in den Vorjahren stark unter Marktvolatilitäten gelitten hat. Mit über 13 Mrd. CHF Assets under Management positioniert sich die Baloise somit unverändert als wichtiger Player in diesem Segment.

Auch in der Schweiz und Deutschland sind die Prämien mit Anlagecharakter gestiegen. In der Schweiz konnte ein Anstieg um 32.1% auf 53.2 Mio. CHF verzeichnet werden (Vorjahr: 40.2 Mio. CHF).

Der EBIT im Lebengeschäft lag zum Semesterabschluss bei sehr guten 194.6 Mio. CHF und 48.2% über dem EBIT der Vorjahresperiode (Vorjahr: 131.3 Mio. CHF). Insbesondere die gute Entwicklung an den Kapitalmärkten sowie die leicht verbesserte Zinssituation haben zu diesem sehr guten Resultat beigetragen. Der Geschäftsmix im Lebengeschäft konnte weiter verbessert werden.  

Die Zinsmarge ging leicht zurück, liegt mit 97 Basispunkten aber nach wie vor auf einem sehr guten Niveau (2020: 102 Basispunkte). Der durchschnittliche Garantiezins im traditionellen Lebengeschäft hat sich um 4 Basispunkte reduziert und liegt gerundet bei 1.1% (2020: 1.1%).

Die Neugeschäftsmarge im Lebengeschäft stieg im ersten Semester 2021 insbesondere durch einen verbesserten Neugeschäftsmix in Belgien und der Schweiz auf 47.6% (Vorjahr: 44.9%).
 

Die Wirtschaft und die Börsen haben sich im ersten Halbjahr 2021 deutlich erholt. Die Aktienanleger konnten auf ein sehr erfreuliches erstes Semester zurückblicken. Der Swiss Market Index lag Ende Juni 12% über dem Jahresanfangswert. Mit der wirtschaftlichen Wiedereröffnung und den weiterhin grosszügigen wirtschaftspolitischen Massnahmen zogen aber auch die Inflationserwartungen wieder an, was zu einem Zinsanstieg führte. In Deutschland und der Schweiz stiegen die risikolosen Zinsen im ersten Halbjahr um 36 respektive 33 Basispunkte an. Die Aufschläge für Unternehmensanleihen haben sich weiter reduziert.

Versicherungsgelder: Solide Anlagerendite

Das Anlageergebnis auf Versicherungsgeldern liegt mit 649.2 Mio. CHF über dem Vorjahresniveau von 615.8 Mio. CHF, das durch die Marktverwerfungen im ersten Semester 2020 belastet war. Die laufenden Erträge sind infolge des anhaltenden Tiefzinsumfeldes gegenüber dem Vorjahr leicht auf 556.7 Mio. CHF gesunken (571.6 Mio. CHF). Der negative Trend wurde durch die Umschichtungen in Private Debt und den Aufbau von Unternehmensanleihen zu attraktiven Credit Spreads etwas gemindert. 

Die in der Erfolgsrechnung erfassten Gewinne liegen mit 177.2 Mio. CHF um 134.2 Mio. CHF unter jenen des Vorjahrs. Die Wertberichtigungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert und liegen um 138.6 Mio. CHF tiefer, was eine Folge der guten Marktentwicklung im ersten Halbjahr 2021 ist.

Das Ergebnis aus Währungsabsicherungskosten und Währungseffekten hat sich aufgrund der gesunkenen Währungsabsicherungskosten und der Währungskursentwicklungen auf dem nicht abgesicherten Teil um 50.6 Mio. CHF auf -4.8 Mio. CHF verbessert.

Das für Versicherungsgelder erwirtschaftete Anlageergebnis entspricht einer Nettorendite von 1.1% und liegt über jenem des Vorjahrs (1.0%). Die nicht realisierten Mehrwerte sind aufgrund des Zinsanstiegs um 382.8 Mio. CHF gesunken. Die IFRS-Performance der Versicherungsgelder (einschliesslich der nicht erfolgswirksamen Netto-Wertveränderungen der Kapitalanlagen, aber ohne Wertänderungen der bis zum Verfall gehaltenen Fremdkapitalinstrumente) liegt mit 0.4% leicht tiefer als jene des Vorjahrs (0.6%).

Anhaltendes Wachstum der Drittkundengelder

Die gesamten von Baloise Asset Management verwalteten Vermögen lagen per 30. Juni 2021 bei 67.2 Mrd. CHF (2020: 66.2 Mrd. CHF). Das Volumenwachstum ist neben der Performance auf zusätzliches Neugeld im Drittkundengeschäft zurückzuführen.

Im ersten Semester 2021 flossen im Drittkundengeschäft Net New Assets in Höhe von 505.5 Mio. CHF zu. Dies entspricht einem Wachstum von 48% gegenüber dem Halbjahreswert aus dem Vorjahr. Das Volumen im Drittkundengeschäft wurde somit deutlich gesteigert und das Wachstum hat signifikant an Dynamik zugelegt. Haupttreiber für das Wachstum waren Zuflüsse im Mandatsgeschäft und das Vermögensverwaltungsgeschäft der Schweizer Einheit.

Das Gesamtergebnis des Segments Asset Management & Banking liegt mit 42.3 Mio. CHF deutlich über dem Vorjahresniveau von 37.0 Mio. CHF. Die Differenz ist primär auf Sondereffekte im Jahr 2020 aufgrund von Rückstellungen für die Lancierung der Omnikanal-Strategie bei der Baloise Bank SoBa zurückzuführen. 

Der Baloise Swiss Property Fund führte vom 10. August 2021 bis 19. August 2021 eine weitere Kapitalerhöhung von rund 135 Mio. CHF durch, womit dem Bedürfnis der Investoren nach einem Ausbau der Immobilienanlagen Rechnung getragen wird.

Die im Sommer 2020 durch eine Beteiligung an der Tolomeo Capital AG eingegangene strategische Kooperation konnte erfolgreich operativ umgesetzt werden. Unter anderem erfuhr die Produktpalette der BFI Systematic Fonds, die sich an individuelle Anleger richtet, durch einen innovativen regelbasierten Ansatz eine deutliche Verbesserung der Produktqualität und eine Anpassung an die sich verändernden Gegebenheiten an den Kapitalmärkten.

Ökosystem Heim

Auch in der ersten Jahreshälfte trieb die Baloise den Ausbau ihres Ökosystems Heim weiter voran. Ein entscheidender Schritt bei der Vergrösserung des Partnernetzwerks war die Ankündigung, dass die UBS zusammen mit der Baloise beabsichtigt, eine strategische Partnerschaft im gemeinsamen Ökosystem "Home & Living" einzugehen. Mit der strategischen Zusammenarbeit sollen Kundinnen und Kunden Zugang zu komplementären Services erhalten, die wesentliche Bedürfnisse von Immobilienbesitzenden von der Finanzierung über die Absicherung bis hin zum Unterhalt abdecken. Grundlage dafür sollen die etablierten Plattformen Atrium und key4 von UBS, die "Heim"-Initiativen der Baloise, bereits bestehende und etwaige neue Firmenbeteiligungen beider Unternehmen sowie mögliche weitere Partnerschaften mit Drittparteien bilden. Mit den Kooperationen sowie der Beteiligung an innovativen Schweizer Startups wie Houzy, Devis, MOVU, Bubble Box oder Batmaid wurde der Grundstein für ein Dienstleistungsnetzwerk gelegt, das das alltägliche Leben ihrer Kundinnen und Kunden bereits heute einfacher macht.

Ökosystem Mobilität

Auch der Ausbau des Ökosystems Mobilität wurde im ersten Semester 2021 weiter vorangetrieben. 

Im Januar gab das Tochterunternehmen der Baloise "Mobly" in Belgien bekannt, dass seine Suchplattform VROOM.be neu mit der Kreditplattform Mozzeno zusammenarbeitet. Mit rund 17 Mio. Besuchern und über 32 000 Werbeanzeigen pro Jahr erreicht VROOM.be ein grosses Publikum. Mobly konzentriert sich auf ein vollumfänglicheres Mobilitäts-Leistungspaket mit höchster Benutzerfreundlichkeit. Dank der digitalen und effizienten Autokredit-Dienstleistung von Mozzeno ermöglicht Mobly faire Kredite mit lokalen Investoren. Die Mobilitätsplattform Mobly ist seit 2018 Teil des Ökosystems Mobilität der Baloise.

Im April kündigte die Baloise die Investition in das dänische Peer-to-Peer-Carsharing-Unternehmen GoMore an. Mit der Investition von rund 5 Mio. EUR zielt sie auf den schnell wachsenden Markt für nachhaltige Mobilität. GoMore ermöglicht es seinen Mitgliedern, private Autos, die zu einem wesentlichen Teil auch als Leasingfahrzeuge über GoMore günstig zur Verfügung gestellt werden, durch Autovermietung und Ridesharing zu teilen. Diese Angebote ergänzen ideal die Services im Ökosystem Mobilität, die durch bestehende Partner wie zum Beispiel Mobly, Gowago, Ben Fleet Services, Stratos*, Drivolution oder aboDeinauto erbracht werden. 

Um innovative Ideen frühestmöglich zu fördern, startete die Baloise im Mai unter der Positionierung Mobility@Baloise einen eigenen Mobility-Accelerator. Die Initiative geht Hand in Hand mit der Lancierung der Informationsplattform www.baloise.com/mobility, die für interessierte Startups und Jungunternehmer das neue Eingangstor in das Ökosystem Mobility@Baloise bildet. Die Initiative erfreute sich einer grossen Nachfrage, über drei Dutzend spannende Startups sind in die engere Auswahl gekommen. Ein Drittel davon beteiligt sich nun am Mobility-Acceleratorprogramm.

Im Juli 2021 gab die Baloise die Gründung des Corporate Start-ups Parcandi bekannt, das aus einer internen Innovationskampagne entstanden ist. Parcandi bringt Parkplatzsuchende und Besitzer von ungenutzten Parkflächen zusammen. Die Parkplatzreservation erfolgt per Web-Applikation in wenigen Klicks. Parcandi definiert so das Parken neu: Das lange, nervenstrapazierende Parkplatzsuchen gehört der Vergangenheit an. Auf www.parcandi.ch können Autofahrer bis zu zwei Stunden im Voraus den gewünschten Parkplatz reservieren oder spontan direkt parken – und das, solange wie man möchte. Die Bezahlung erfolgt im Anschluss online per Kreditkarte. Berechnet wird nur die effektiv genutzte Parkzeit, die Reservierung ist bis zu zwei Stunden kostenfrei. Das eigens entwickelte System zur Steuerung der Parkhausöffnung und Verfügbarkeitsanzeige ist für den Vermieter flexibel anpassbar und kann beliebig auf weitere Parkhäuser skaliert werden, sodass Parcandi rasch neue Parkflächen und Städte erschliessen kann. Die Einfahrt in die Wohn- und Geschäftsgebäude sowie die Parkplätze sind am Parcandi-Logo erkennbar und mittels Angabe von Kontrollschild und Telefonnummer ist der Parkplatz am Zielort in wenigen Sekunden über www.parcandi.ch buchbar.

*ehemals Carhelper.

Das Insurtech FRIDAY lancierte am 30. Juni 2021 erfolgreich sein Versicherungsgeschäft in Frankreich mit einem Multi-Risk-Hausratversicherungsprodukt. Damit treibt FRIDAY den Ausbau einer mehrländerfähigen Plattform und weiteres Wachstum rasch voran. Es wird zudem geprüft, ob sich das Insurtech im Rahmen einer Finanzierungsrunde für weitere Drittinvestoren öffnen möchte. Die Bruttoprämien von FRIDAY haben sich seit Gründung jedes Jahr ungefähr verdoppelt und lagen Ende 2020 bei über 30 Mio. CHF. Das Wachstum erfolgte bei hoher Kundenzufriedenheit und mit kontinuierlich verbesserter Schadenquote. Im Jahr 2021 will FRIDAY sein Wachstum weiter vorantreiben. Gemäss der Planung soll FRIDAY bis 2025 einen Geschäftsvolumenbeitrag von über 160 Mio. CHF erreichen.

Hier geht es zum Überblick über die Innovationsprojekte der Baloise seit dem Start von "Simply Safe": www.baloise.com/innovationen.

Die Baloise hat auch im ersten Semester 2021 bewiesen, dass sie dank ihrer vorausschauenden und nachhaltigen Geschäftstätigkeit in widrigen Umständen starke Resultate zeigen kann. Die unveränderte starke Bilanz, die gute Profitabilität und die sehr erfreuliche Entwicklung des Geschäftsvolumens demonstrieren dies eindrücklich zum Semesterabschluss 2021. Sie befindet sich auf der Zielgeraden, ihre bis Ende 2021 laufenden strategischen Ziele erfolgreich zu erreichen. Damit hat die Baloise die Basis gelegt, mit hoher Dynamik in die nächste strategische Phase «Simply Safe: Season 2» zu starten. Das Unternehmen will bis 2025 innerhalb von vier Jahren zu den Top 5% aller Arbeitgeberinnen in Europa gehören, 1.5 Mio. neue Kunden gewinnen und 2 Mrd. CHF Barmittel generieren. Hiervon beabsichtigt sie, 60% bis 80% als Dividende auszuschütten. Zudem hat die Baloise die Ambition, das erhebliche Wachstumspotenzial ihres Digitalversicherers FRIDAY weiter auszuschöpfen. Des Weiteren sollen neben den beiden Geschäftspfeilern «Versicherung» und «Asset Management & Banking» mit den Ökosystemen Heim und Mobilität, sowie weiteren Innovationen als neuem drittem Pfeiler zusätzliches Geschäftsvolumen von 350 Mio. CHF und eine Zielbewertung in den neuen Geschäftsfeldern von 1 Mrd. CHF erreicht werden.

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