Von der Metallveredelung in die Kundenberatung | Quereinsteiger

Corinna Fröschke
11. Juni 2020
Aussendienst, Entwicklung, Motivation, gute Seele
«Ende der 80er», erzählt Amit Michel Joshi, «herrschte eine Goldgräberstimmung am Arbeitsmarkt. Gesucht wurde alles und jeder. Quereinsteiger hatten es leicht.» Und so kam es, dass Amit als gelernter Galvaniseur einen Wechsel in die Kundenberatung der Baloise hinlegte. Heute ist diese Haltung wieder gefragt: Stell dich breit auf, probier Neues! Amits bewegter Werdegang ist aktueller denn je.

Lehre in der Metallveredelung

Amit ist 58 und seit 30 Jahren Kundenberater bei der Baloise in Luzern. Das ist rückblickend überraschend, denn zunächst hatte sich der junge Amit zum Metallveredler ausbilden lassen. «Ein toller Beruf mit viel technischer Kreativität. Allerdings musste ich nach zwei Jahren aufhören, weil ich eine Nickelallergie entwickelt hatte.» Amit wechselte sein Aufgabengebiet und wurde learning by doing ein CAD - ein digitaler Designer - für Stromlaufpläne, die er am Computer erstellte. «Ich habe Papierentwürfe in Pläne umgewandelt und anschliessend auf dem Bildschirm digitalisiert. Daraus entstand ein Fotofilm, anhand dessen eine Leiterplatte hergestellt werden konnte.»

Umstieg in eine komplett fremde Welt

Wenn man Amit zuhört, spürt man, dieser Job hat ihm Spass gemacht, «aber irgendwie wollte sich kein Teamgefühl einstellen», sagt er. «Damals war die Lage am Arbeitsmarkt so lukrativ, dass viele ständig wechselten und man stets mit neuen Leuten konfrontiert war. Das hat es mir leicht gemacht, selbst zu gehen.» Als ihn ein alter Schulfreund auf eine freie Stelle bei der Baloise ansprach, fühlte sich das nach etwas Konstantem an. Amit bewarb sich und bekam den Job. «Es war ein Leben in Saus und Braus», beschreibt er seine Anfangszeit und lacht. «Wir haben als Kundenberater wirklich gut verdient und nicht selten mit Mitte 30 eine Eigentumswohnung besessen. Jedoch mussten wir auch was dafür tun.»

Umlernen und Überwindung

«Generell», sagt Amit, «ist der Quereinstieg in die Versicherung damals wie heute möglich. Du brauchst dieses Gespür für Menschen und ihre Bedürfnisse und du solltest performen wollen. Aber das Fachwissen muss man sich aneignen. Das ist nicht zu unterschätzen.

Auch der allererste Kundenkontakt ist eine Herausforderung. Ich habe damals ganz schön geschwitzt, aber man wird mit jedem Beratungstermin souveräner.» Amit erzählt, dass die neuen Kundenberaterinnen und -berater heute mehr Support erhalten wenn sie anfangen. «Wir bieten interne Schulungen, Verkaufsleiter und Generalagenten​​​​​​​ unterstützen ihrerseits bei der Performance. Auch gibt es einen Willkommenstag für alle Neulinge bei der Baloise.»

ein Mann im Anzug steht vor einem abstrakten Bild

Faszination Kundenberatung

30 Jahre nach seinem Einstieg hat Amit wenig von seiner Begeisterung für den Job des Kundenberaters eingebüsst. «Aber es ist alles schneller geworden», erzählt er. «Als Lebensbegleiter hatten wir früher mehr Zeit für die Kunden. Heute sind die Veränderungen permanent, die Produktpalette ist grösser und die Kunden sind weniger selbständig. Heute wird viel mehr Betreuung auf allen Kanälen von uns erwartet.»

Amit selbst hat seine Karriere in zwei Entwicklungsphasen erlebt. «Erst war ich ausschliesslich Verkäufer und im Jagdfieber, später bin ich echter Berater geworden. Ich habe irgendwann angefangen zuzuhören und Bedürfnisse abzuholen. Bis heute bekomme ich Dankes-Kärtchen oder kleine Geschenke. Das ist die Belohnung für alles und ich sammle sie.»

«Joshi-versichert» | Kundenbegleitung ein Leben lang

30% seiner Kunden begleitet Amit bereits seine gesamte Karriere über. «Sie sind «Joshi-versichert» sagen sie. «Teils steckt man tief in Familien drin und wird über die Jahre ein Teil von ihnen. Authentizität und Ehrlichkeit sind spürbar für meine Kunden. Das honorieren sie, und umgekehrt sind diese Menschen meine grösste Freude.» Neben der Kundennähe beschreibt Amit die Freiheit in seinem Job. «Wir sind Unternehmer im Unternehmen, gestalten unsere Tage selbst, arbeiten im Home Office. Im Vergleich zu Mitbewerbern erlebe ich bei uns eine sehr soziale Atmosphäre. Bei der Baloise zählen noch gewisse Schweizer Werte. Es geht um Menschen und nicht um Aktienkurse. So fühlt es sich für mich an.»

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