Rund um die Baloise

Kann man intern den Job wechseln und trotzdem neu anfangen?

Corinna Fröschke
4. Juli 2019
Entwicklung, Kultur, Motivation, Mitarbeiterportraits
Die Baloise ermöglicht ihren Mitarbeitenden Perspektivenwechsel: temporäre, interne Jobwechsel, die einen in verschiedene Teams und Bereiche, zu neuen Aufgaben und Verantwortlichkeiten führen. Ohne Risiko schnuppert man so in andere Jobs, lernt und entwickelt sich weiter.

Von Schülern und Erwachsenen

Dominik Steinwarz (38) ist Praxisausbilder im Lernendenteam. Hier betreut und schult er unsere KV-Lehrlinge. "Als man mir für sechs Monate eine Teamleitung im Kundenservice anbot, hat mir das spontan gefallen. Hier würde ich meine Führungsfähigkeiten vertiefen können. Dass es mich aber auch menschlich entwickeln würde – weil Schüler dich mit ganz anderen Themen konfrontieren als Erwachsene, das erfuhr ich learning by doing." Im Lernendenteam ist Dominik Ansprechpartner für alles, schulisch wie zwischenmenschlich. Es geht um Noten, Liebeskummer, das Lernpensum – eben um die Sorgen Jugendlicher. In der Führung von Erwachsenen wird es existenzieller. Der eine kämpft mit Überlastung, ein anderer verarbeitet einen Todesfall, der nächste hat Angst um seinen Job weil die Digitalisierung alles verändert. "Dass ich auch in der neuen Funktion als guter Zuhörer und Unterstützer wahrgenommen wurde, war für mich ein wichtiges Feedback.

zwei Kollegen stehen im Büro am Schreibtisch

Vom Mut auch etwas abzubrechen

In seiner Unvoreingenommenheit als neuer Teamleiter begann Dominik schnell, Prozesse zu hinterfragen und damit auch seine eigene Rolle. "Ich habe meine Mitarbeitenden als unglaublich pflichtbewusst erlebt und eigenständig. Ich dachte immer, ja – sie wünschen sich jemanden, der ihnen zuhört, aber eine fachliche Führung brauchen sie nicht. Ich durfte ein sehr gesundes, reifes Teamgefüge erleben." Dieses Wissen hat am Ende in die Erkenntnis geführt, dass die Ressource der Teamleiterrolle besser genutzt werden kann. Auch die eigentliche Führungskraft bestätigte dies. Sie entwickelt sich nun – selbst in einem Perspektivenwechsel - in eine neue Position weiter.

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Während Dominik bereits nach vier Monaten wieder in sein ursprüngliches Team zurückkehrte, weil sie ihn dort mehr brauchten als im Kundenservice, nahm er doch wichtige Erkenntnisse mit. "Ich besitze den Mut, die Dinge zu hinterfragen sowie die Souveränität, ein Projekt abzubrechen wenn ich erkenne, dass dies der sinnvollere Weg ist. Transparenz nach allen Seiten hat hier immens geholfen. Dass mir die Baloise in Aufgaben das Vertrauen schenkt, in die ich erst wachsen muss, ist ein Privileg. Ohne Risiko wechseln wir intern den Job und erweitern so unsere Fähigkeiten – fachlich wie zwischenmenschlich. Das ist eine Chance, die ich ergreifen wollte. Eine wertvolle Erfahrung!"

zwei Männer im Büro an einem Schreibtisch

Fazit

Wir verstehen die internen Jobwechsel als Geben und Nehmen. Neue Teammitglieder bringen andere Dynamiken in Gruppen, sie hinterfragen und lernen ihrerseits. Das bereichert beide Seiten. Eine Vertretungssituation lässt sich schnell intern auflösen und idealerweise nehmen alle Akteure spannende Einsichten mit. Die einen bemerken, dass der alte Job sie nicht mehr ausfüllt, andere erleben, wo sie wirklich gebraucht werden. Den grössten Nachhall hat jedoch bei nahezu allen die Erkenntnis, dass es spannend ist, wieder einmal zu lernen – vor allem, dass man selbst in der Lage ist, Dinge zu tun, die man sich vielleicht bisher nicht zugetraut hatte.

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