«Investoren wollen verstehen, welche Nachhaltigkeitskriterien wir anwenden»

Alexandra Engesser
28. Juni 2022
Nachhaltigkeit, Investoren, Strategie
Nachhaltigkeit ist für Investoren ein immer wichtigeres Thema. Dies zeigt sich auch bei den regelmässigen Gesprächen mit unseren Investoren. Im Interview berichtet Alexandra Engesser von Baloise Investor Relations ihre Erfahrungen.

Nachhaltigkeit wird auch für Investoren immer wichtiger. Was wollen sie von Baloise zu dieser Thematik erfahren?

Die Fragen sind sehr unterschiedlich. Wenn ich eine Thematik nennen müsste, die im Kontext von ESG (Economic-, Social- und Governance-Kriterien) sehr häufig aufkommt, dann ist es die Responsible-Investment-Policy im Asset Management. Weitere Themen sind auch der starke Fokus auf unsere Unternehmenskultur sowie unser strategisches Ziel, bei welchem wir beabsichtigen, zu den Top 5%-Arbeitgebern in Europa zu gehören. Viele Investoren erkundigen sich nach der Diversität im Unternehmen und sind daran interessiert, dass im Verwaltungsrat, im Management und unter den Mitarbeitenden der Frauen- und Männeranteil ausgeglichen ist. Darüber hinaus sind Investoren aber auch oft daran interessiert, in welchen Bereichen wir Nachhaltigkeitskriterien in unsere Geschäftstätigkeit integriert haben und was wir in Bezug auf Nachhaltigkeit in den nächsten Monaten planen.  

Wie häufig kommt das Thema Nachhaltigkeit in Gesprächen mit Investoren auf?

Dies variiert von Gespräch zu Gespräch. Im Durchschnitt wird bei einem einstündigen Gespräch fünf bis zehn Minuten über Nachhaltigkeit gesprochen. Wir bieten jedoch im Herbst jeweils Gespräche mit reinem Fokus auf Nachhaltigkeit im Rahmen unserer ESG-Roadshow an. Hier wird dann natürlich die gesamte Zeit den Themen Diversität, Vergütung, CO2-Reduktion, etc. gewidmet.  

Welche Aspekte der betrieblichen Nachhaltigkeit stehen für Anleger im Vordergrund?

Hier ist aktuell sicherlich unsere Risiko-Zeichnungspolitik zu nennen. Im vergangenen Jahr haben wir Geschäftstätigkeiten von Kunden identifiziert, die wir als kritisch einstufen. Mit diesen Kunden treten wir in den Dialog und es gab auch Ausschlüsse. Seit diesem Jahr befinden wir uns in diesem Bereich in einer Lernphase und wenden diese neuen Grundsätze auf das Bestands- und Neugeschäft an.  

Gibt es auch Fragen zu unserer Anlagestrategie?

Die Anlagestrategie betreffend wird häufig nach den Pfeilern unserer nachhaltigen Investment-Strategie gefragt, also nach Ausschluss von bestimmten Sektoren und Unternehmen bei unseren Anlagen, die Vorgehensweise bei der Integration von ESG-Faktoren und unsere Active-Ownership-Policy, also das Ausüben von Stimmrechten sowie den Dialog mit Unternehmen zu Nachhaltigkeitsthemen. Die Investoren wollen verstehen, welche Kriterien wir dabei anwenden und insbesondere auch, wieso wir dies tun. 

Wie schätzen Investoren uns im Vergleich zur Konkurrenz diesbezüglich ein?

Es ist nicht einfach sich zu differenzieren und die meisten Versicherer verfolgen recht ähnliche Ansätze. Bezogen auf die CO2-Reduktion sind viele andere Versicherungsunternehmen bereits konkreter als wir. In unserer Zeichnungspolitik gehen wir Herausforderungen direkt an und stellen uns der Komplexität. Dies wird sehr positiv aufgenommen. Am meisten unterscheiden wir uns aber mit unserem starken Fokus auf unsere Kultur. Dank der Verbesserungen, welche die Baloise in den letzten Jahren erreicht hat, erhalten wir häufig positives Feedback. Für uns ist Nachhaltigkeit ein integraler Bestandteil der Strategie und somit auch ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Kommunikation gegenüber Investoren und Analysten.

baloise.com/nachhaltigkeit

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