Entwicklung | «Manchmal braucht's den Stups von aussen.»

Corinna Fröschke
16. Dezember 2020
Diversität, Entwicklung, flexible Arbeitszeitmodelle, Führung, Haltung / Einstellung, Schaden, #worklifebaloise
Was will ich? Was kann ich? Was trau ich mir zu? Studien belegen, dass sich Frauen im Arbeitsleben eher selbstkritisch einschätzen und weniger zutrauen als Männer. Kathrin Brunner (47) spürt diese Tendenz hin und wieder ebenso in sich. «Manchmal braucht es diesen Stups von aussen», meint die Leiterin unseres Leistungscenters Leben. «Jemand, der sagt: Hey, bewirb dich auf diese Rolle. Das bist voll du!»

Wenn Ambitionen wachsen …

Kathrins Weg in die Berufswelt führte sie anfangs in die Handelsschule und erst im Anschluss in ein Fernstudium, in dem sie ihre Matura absolvierte. «Irgendwie hab ich den Zwischenschritt Handelsschule gebraucht, um mich pro Matura entscheiden zu können.» Nebenbei jobbte sie im Service-Bereich und nahm dann ein Jura-Studium in Angriff. Ihre Ziele waren über die Zeit deutlich ambitionierter geworden. «An der Handelsschule hatte ich einen coolen Lehrer in Recht und BWL, der mich begeistert hat. So war der Schritt logisch.»

Im Austausch mit anderen kann ich leichter herausfinden, was zu mir passt.

Aus dem Jurastudium in die Wirtschaft

Schon hier zeigt sich, dass Kathrin stets dankbar war für diesen Blick von aussen auf sich selbst. «Ich glaube, im Austausch mit anderen kann ich leichter herausfinden, was zu mir passt. Es ist dieser Abgleich von Eigen- und Fremdwahrnehmung.»

Nach sieben Jahren hat Kathrin ihr Anwaltspatent in der Tasche, wird aber nie als selbständige Anwältin arbeiten. Sie landet in der Wirtschaft, im Schadenrechtsdienst einer Versicherung: es geht um Schadenregulierungen und die juristische Prüfung rechtlicher Grundlagen. 2007 wechselt sie in die Baloise, in den Bereich Einzelleben, und dort zum ersten Mal in Führung.

Wer nicht wagt, der nicht lernt

Mit Mitte 30 führt sie 15 bis 20 Mitarbeitende. «Ich hab schnell gespürt, dass ich gern mit anderen Menschen zusammenarbeite, um gemeinsam etwas zu bewegen oder zu gestalten. Deshalb war es ein ganz bewusster Schritt weg von der Juristerei.» Im Nachhinein räumt Kathrin ein, vielleicht etwas blauäugig Führungsverantwortung übernommen zu haben, «aber genau das war gut. Ich musste sehr schnell sehr viel lernen und bin dankbar, das entsprechende Vertrauen bekommen zu haben.»

«Wir können gemeinsam etwas bewegen.»

In den folgenden Jahren wechselt Kathrin durch verschiedene Führungsrollen. Sie leitet den Schaden-Rechtsdienst und unser Leistungscenter Leben. Jetzt geht es in die Leitung HR sowie Recht & Compliance bei der Baloise Bank SoBa.

«Ich habe schnell gespürt, dass jeder Mitarbeitende bei der Baloise Strahlkraft besitzt. Wenn ich mich verändere, verändert sich auch mein Umfeld. So habe ich es erfahren.»

Ein weiteres Learning liegt für Kathrin im Bereich Geduld. «Alles braucht seine Zeit», weiss sie heute, «und diese Zeit müssen wir uns geben. Ich kann sehr glaubhaft sagen, dass die Identifikation mit unserer Arbeit und dem Unternehmen gross sind. Sehr sehr viele möchten mitgestalten, aber es ist ein Prozess und er dauert.»

eine blonde Frau lehnt an einer Milchglasscheibe

Wenn ich mich verändere, verändert sich auch mein Umfeld.

Weiterentwicklung ein Leben lang

Weil Veränderung heutzutage permanent ist, müssen auch wir Schritt halten. Deshalb fördert die Baloise ein Umfeld, in dem wir voneinander und miteinander lernen. Jeder Mitarbeitende hat LinkedIn Learning Zugang. Zudem wünschen wir uns einen kontinuierlichen Austausch rund um das Thema Entwicklung.

«In der Auseinandersetzung mit meiner Weiterentwicklung», sagt Kathrin, «standen die Themen Menschen und Kultur beständig im Vordergrund. Deshalb war dieser Schritt ins HR ein logischer.» Erneut hat ihr der Austausch mit anderen geholfen. So entstand z.B. die Idee zu einer betrieblichen Mentoren-/ Coaching-Ausbildung. «Diese zusätzliche Qualifikation passt gut zu mir und zu meiner neuen Rolle.»

Seit der Geburt meines Sohnes kann ich meine Arbeit in Teilzeit erledigen – auch in Führung.

Führung in Teilzeit

«Das Schöne», ergänzt Kathrin, «ist, dass ich meine Arbeit seit der Geburt meines Sohnes in Teilzeit erledigen kann – auch in Führung. Ich habe mich nie erklären müssen, wenn ich daheim unvorhersehbar gebraucht wurde. Die Menschen um mich herum, wie auch ich, bringen viel Selbständigkeit und Eigenverantwortung mit. Wir unterstützen uns gegenseitig.

Für mich persönlich funktionieren Beruf und Familie gut. Aber klar, ich erlebe ebenso auch aufreibendere Momente in der Jonglage privat/ beruflich. Meinem unschlagbar trödelnden Bub gelingt es am Morgen natürlich mitunter, mich einem Stresstest zu unterziehen.» Sie lacht. «Aber das Leben ist zum Lernen da. Es bringt uns weiter.»

Willst du dich bei uns entwickeln? Bewirb dich!

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