Rund um die Baloise

Startups und Corporates – Unterstützung und Wertschätzung (Teil 3)

Corinna Fröschke
9. Juni 2020
Digitalisierung, Innovation, Networking, Startups
Wenn Startups und grosse Unternehmen zusammenfinden, zusammenarbeiten, Partnerschaften und Abhängigkeiten eingehen, sind Spannungen vorprogrammiert. Die Kultur, die Arbeitsweise, das Know-how und Verständnis wie gewisse Dinge laufen müssen – wenig will zunächst so recht zusammenpassen. Und doch: es muss – und kann – wenn man will.

Was bisher geschah

Mitte 2017 kauft die Baloise die digitale Umzugsplattform MOVU, einige Zeit später ist der Honeymoon vorbei. Man diskutiert ein unterschiedliches Verständnis von Erwartungen, entdeckt Handlungsspielräume im Miteinander und entwickelt die noch junge Verbindung durch eben diese Reibung weiter. «Für die Baloise und uns war immer klar: Wir hatten bisher ganz verschiedene Settings gelebt und mussten diese anpassen. Es ging darum, einander verstehen zu lernen und aus Konflikten gemeinsam gestärkt hervorzugehen

Von Anfang an lesen: Teil 1

Beide Seiten wollten einander verstehen und voneinander lernen. Wir sind aus unseren Konflikten gestärkt hervorgegangen.

Laurent Decrue, CEO Movu
Porträt eines jungen Mannes mit zopf und blauem Hemd

Partnerschaft | Gegenseitige Unterstützung

«Was ich als besonders bemerkenswert empfinde: Die Baloise hat uns auch immer ressourcentechnisch unterstützt. Über den Zeitraum von zwei Jahren wechselte z.B. ein Controller zu 40% als CFO zu MOVU und lernte unseren Finanzpraktikanten an. Heute ist der Nachwuchs selbst CFO. «Ich weiss nicht, ob jeder Käufer so reagiert hätte wie die Baloise», gibt Laurent unumwunden zu. «Ich glaube, hier sind wir belohnt worden, dass wir kulturell auf den richtigen Partner gesetzt haben, und ich bin immens dankbar.»

Umgekehrt profitiert die Baloise von der Chance, Mitarbeitende in das Startup schicken zu können. Manchmal nur zum schnuppern, andernfalls auch für mehrmonatige Jobwechsel. «Ich glaube, das hat beiden Seiten geholfen, sich kennenzulernen und zu verstehen.»

 

Fazit | Von Fehlern und Freiheiten

«Rückblickend betrachtet», resümiert Laurent, «habe ich Lehrgeld bezahlt. Ich war manchmal forsch und naiv, weil ich es nicht besser wusste. Wir mussten uns erst miteinander finden.» Inzwischen sind die Fahrwasser ruhiger, die Erwartungen und Konflikte klar, und man diskutiert auf Augenhöhe. MOVU ist noch immer seins, sagt Laurent, aber in einem anderen Umfeld. «Ich habe aus Fehlern gelernt und dank der steten Rückendeckung der Baloise in Form von Ressourcen oder Know-how haben wir es geschafft, gemeinsam voranzukommen. Die Dienstwege waren meist kurz und direkt. Die Baloise ist ein guter Eigentümer mit viel Vertrauen. Sie weiss, dass wir von MOVU alles geben.»

@Startups | Laurents Learnings

  • Schau dir deinen Eigentümer gut an. Culture counts.
  • Konflikte sind wichtig. Nur so lernt man sich wirklich kennen.
  • Fettnäpfchen gehören dazu. Du weisst es erst wenn du es lernst.
  • Beide Seiten müssen wollen damit es miteinander funktioniert.
  • Startups beurteilen Zielsetzungen ganz anders als Corporates.
  • Startups denken oft: «Wir wissen alles! Aber so ist es nicht.»
  • Corporates denken ebenso, sie wissen bescheid. Stimmt auch nicht immer.

Die Challenges gehen nie aus, aber die Intensität der grossen Steine geht zurück.

Top