Warum sind regelmässige Kundenerfahrungen nicht Einstellungsbedingung für alle?

Corinna Fröschke
26. März 2021
Aussendienst, Weiterentwicklung, Führung, Kundenberater
Ianico Minisini (57) ist Leiter unserer Vertriebsdirektion in der Romandie und im Tessin. Sein ganzes Berufsleben hat er im Innen- und im Aussendienst, und stets im direkten Kundenkontakt, verbracht. «Hier wird es echt», sagt er. «Hier geht es um Authentizität und wahre Verbindungen. Hier lernen wir, Kundenbedürfnisse wirklich zu verstehen.»

«Mein Herz schlägt für Menschen und Beziehungen.»

Kaum dass wir ins Interview über sein Leben und seine Persönlichkeit eingestiegen sind, wird eines klar: Ianicos Leidenschaft für Menschen, Beziehungen und das Versicherungsgeschäft. Ianico brennt für beides gleichermassen und wirkt entsprechend emotional.

«Egal, ob wir im Legal, im Einkauf, im HR, im Marketing oder in der IT arbeiten, am Ende gipfeln all unsere Anstrengungen hoffentlich in der Zufriedenheit unserer Kunden. Aber was macht sie wirklich zufrieden? Wie ticken sie? Ich bin mir sicher, wir alle bei der Baloise geben unser Bestes, aber echtes Verständnis beginnt erst draussen beim Kunden.»

Regelmässige Kundenkontakte als Einstellungsbedingung?

Deshalb hält es Ianico für keine schlechte Idee, alle Baloise Mitarbeitenden regelmässig raus zum Kunden zu schicken. «Diese Erlebnisse sind wichtig. Manchmal überlege ich, ob wir solche Kontakte nicht als Einstellungsbedingung im Arbeitsvertrag festschreiben sollten. Es würde unser aller Blicke etwas öffnen und uns rausholen aus den bereichsinternen Bubbles, in denen wir alle zwangsweise agieren.»

ein Geschäftsmann mit Maske steht vor einem Flipchart
ein Geschäftsmann spricht mit einer Kollegin

"Ich bin mir sicher, wir alle bei der Baloise geben unser Bestes, aber echtes Verständnis beginnt erst draussen beim Kunden."

Immer nah am Kunden

Ianicos Berufsweg schickt ihn zunächst 22 Jahre durch Vertriebswelt der Helvetia und dann weitere 20 Jahre durch die Baloise. Von einer KV-Lehre geht es festangestellt in den Innendienst einer Generalagentur in Neuchâtel, weiter in einen zweijährigen Stage nach St.Gallen und dann zurück zu seinen italienischen Wurzeln, nach Mailand.

«Für mich war es wichtig, sowohl in anderen Regionen der Schweiz, als auch im Ausland zu arbeiten - nur den Vertrieb verlassen, das wollte ich nie. Ich suche Kontakte und Beziehungen. Ich liebe das Selbstbestimmte und die Erfolgsabhängigkeit in unserer Arbeit beim Kunden. Das passt gut zu mir.» Zwei Jahre bleibt er in Italien, dann geht es mit Mitte 20 zurück nach Neuchâtel.

eine Angestellte führt einen virtuellen Call mit einem Geschäftsmann

Von der Helvetia zur Baloise

Vier Jahre lang leitet Ianico den Innendienst der Generalagentur, im Anschluss verantwortet er die Regionaldirektion in Genf. Inzwischen ist er Mitte 30. «Das Schöne damals war die Schnittstellenfunktion zwischen HR, Logistik, Buchhaltung: Diese Zusammenarbeit hat mich das grosse Ganze besser durchblicken lassen.»

1996 wird Ianico Generalagent bei der Helvetia in Lausanne und er bleibt es ganze fünf Jahre lang. Als sich die Helvetia dann jedoch einigen Umstrukturierungen unterzieht, entscheidet Ianico zu gehen. 2001 wechselt er zur Baloise, wird Generalagent in Neuchâtel, und 2009 Leiter der o.g. Vertriebsdirektion.

Mir geht es nicht um die Karriere oder mein Ego. Es geht um uns alle und unsere Zusammenarbeit. Wie erreichen wir das Beste, das Einfachste, die intuitivste Lösung für unsere Kunden?

Verantwortung übernehmen im Miteinander

«Dass ich in Führungsverantwortung gewachsen bin, bespielt einen wesentlichen Teil meiner Persönlichkeit. Es macht mich glücklich, wenn wir uns gegenseitig unterstützen, unser Bestes zu geben. Diese Haltung ist keine Einbahnstrasse.» Ianico ist einer, der ganz sicher Leistung verlangt – eine alternativlose Selbstverständlichkeit im Vertrieb. Allerdings versteht er seine Führung als Unterstützung auf Augenhöhe im Bereich des Coachings.

«Mir geht es nicht um die Karriere oder mein Ego. Es geht um uns alle und unsere Zusammenarbeit. Wie erreichen wir das Beste, das Einfachste, die intuitivste Lösung für unsere Kunden? Jede/r bringt sich hier ein und wir lernen voneinander.»

«Ein besonderes Miteinander für beste Kundenlösungen»

Heute entwickelt Ianico gemeinsam mit den Teams in der Romandie und im Tessin die Gebietsdirektion als Ganzes weiter. «Es geht um Performance und unsere Werte, um Qualitätsentwicklung, um Strategie und Koordination im Vertrieb. Die Baloise ist ein Unternehmen, das versucht, alle mitzunehmen. Im Umkehrschluss macht uns das vielleicht langsamer als andere, aber diese Menschlichkeit schätze ich. Ich würde unsere Werte nicht eintauschen wollen für mehr Schnelligkeit.

Unser besonderes Miteinander entspringt einem offenen Austausch. Ich muss keine Angst haben, meine Argumente vor meinem Chef zu vertreten – aber ja: mehrere Meinungen sorgen für mehr Iterationen. Wenn wir dadurch aber die wahren Bedürfnisse unserer Kunden so simpel und reibungslos erfüllen, lohnt es sich.»

ein Geschäftsmann an seinem Schreibtisch

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